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Suburb Of Hell: No More Deceptions

Sehr hoffnungsvolle Nachwuchsband
Wertung: 9.5/10
Genre: Death Metal , Hardcore
Spielzeit: 37:12
Release: 30.11.2007
Label: Eigenproduktion

Ich kann nicht genau sagen, was das da ist in Wesel. Zuerst lernten wir Kadavrik kennen, die uns mit ihrem Melodic Death Metal zeigten, wozu junge Musiker schon im Stande sein können. Und nun DAS! Suburb Of Hell sind nun eine weitere unglaublich gute Band aus dem beschaulichen Städtchen Wesel, die es vermögen, mich mit ihren Songs neben ausgiebigem Headbanging auch sehr zum Nachdenken anzuregen.

Warum? Na, ganz einfach: Was diese fünf Jungs mit ihrem Mix aus Death Metal und Hardcore abliefern, lässt es dem einen die Sprache verschlagen, dem anderen wird vor Freude Pipi aus den Augen laufen, manch einer wird sicher sabbernd durch die Gegend laufen und ich versuche nur unentwegt, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie es bloß sein kann, dass eine so junge Band schon so verdammt geniale Songs schreibt.

Denn ihre Mucke zelebrieren die Fünf sowohl live on Stage als auch auf ihrer Debutscheibe „No More Deceptions“ so überzeugend und gut, dass man es kaum glauben kann, dass noch keiner der Jungs die 20-Jahre-Grenze hinter sich gelassen hat. Und was noch unglaublicher klingt, ist, dass die Jungs die Band erst im Oktober ´06 gegründet haben und im vergangenen Februar ihren ersten Gig gespielt haben. Ehrlich gesagt, finde ich auf die sich mir gestellte Frage keine Antwort, stattdessen höre ich mir das Debut ein weiteres Mal an und lasse mich hinfort reißen von den Songs.

Schön eindrucksvoll geht die Scheibe los mit dem Titeltrack, einem instrumentalen Intro, das von unglaublicher Ästhetik zeugt … ein wirklich sehr stimmungssvoller Einstieg. Danach wird man bei „Hydrogeology“ von Simon Bühnens Drums gleich mal auf die Marschrichtung getrimmt. Thomo zaubert an seiner Gitarre wunderbare Melodylines und die Rhythmussektion um Egon am Tieftöner und Tim Büning an der Rhythmusgitarre unterstützen den Takt von der Schießbude perfekt.

Hinzu kommen Tim Buschkamps Growls und fertig ist der erste Song des Albums, der so richtig punktet und den Schädel zu Dauerrotation anzuregen weiß. Hier zeigt sich auch schon, dass die Jungs nicht nur ihre Instrumente perfekt beherrschen, sondern auch ein sehr gutes Gespür für ihr Songwriting inne haben, das übrigens hauptsächlich von Thomo übernommen wird. Und ich frage mich, was nun noch kommen mag, wo mich dieser Song schon zu Beginn der CD so dermaßen aus den Latschen kippen lässt …

Eine Antwort auf diese meine Frage liefern die Jungs mit dem powervollen „Pursuing Dream“. Melodisch, hart und voll auf die Zwölf gehend … dies alles zugleich, ohne überladen zu wirken, macht diesen Song aus. Zwischendurch wechselt man dann auch mal das Tempo, Zeit zum Verschnaufen also. Diese Zeit gibt´s allerdings nicht für allzu lang, wir sind ja hier schließlich nicht auf ´nem Kaffeekränzchen. Im Midtempo geht´s dann zum Ende des Songs.

Es folgt „At Nightfall“, das eingangs mit doppelten, göttlichen Gitarrenläufen zu brillieren weiß. Hier fällt die Hauptmelodie innerhalb des Songs immer wieder sehr positiv auf neben der Härte, die in den härteren Passagen auf den Hörer losgelassen wird. “Changed Personality” ist ganz großes Kino mit dem recht flotten Beginn. Auch im folgenden Midtempopart hat man genügend Gelegenheit, seiner Matte Bewegung zu verschaffen. Der Song verfügt trotz eher angezogener Handbremse doch über ausreichend Tiefgang, um beim Hörer genau den Nerv zu treffen.

“Through The Silence” ist ein richtiger Übersong! Ich bin diesem Song restlos verfallen, mit Haut und Haar. Erst diese klasse Growls und dann im Refrain dieser sehr gute Kontrast durch den Cleangesang … Ich bin von diesem Song total begeistert. Sehr schön abwechslungsreich gestaltet ist das Stück, also gibt´s auch für´s Songwriting hier wieder alle Daumen hoch. Großes Kino, Jungs! Ganz ruhige Klänge gibt es dann in “It Starts Tonight”, zumindest solange der Cleangesang die Oberhand hat, denn auch hier kommen – natürlich – auch wieder die klasse Growls zum Einsatz. Schön kontrastreich, der Song.

“Stripe Of Mellowness” beherbergt ein erstklassiges Riffing inklusive Screams und Growls, was gut, wirklich sehr gut klingt. Was dann allerdings so gar nicht in dieses sehr gute Gefüge passen will, ist der Einsatz des im Hintergrund agierenden Chors im Refrain. Dies sei dann auch mein einziger Kritikpunkt an dieser ansonsten bis ins kleinste Detail sehr guten Debütscheibe. Ich denke, der Song wäre auch ohne diesen unsäglichen Chor durchaus gut genug gewesen, um als sehr gut bezeichnet werden zu können.

Menno, nun folgt leider schon der letzte Song namens „Cardiomyopathy“ … ich liebe diesen Song! Wow, dieser Kontrast zwischen Cleangesang und Growls wird von den Jungs hier bestens in Szene gesetzt. Zum Abschluss ihrer Debutscheibe trumpfen Suburb Of Hell noch einmal mit allen Assen auf, die sie auf der Hand haben! Ein hammerstarker Abschluss eines trotz einer klitzekleinen Schwäche doch sehr starken Debuts!

Aufgenommen wurde die Scheibe von Juli bis September im Mönchengladbacher Metallurgy Studio zusammen mit Andreas Funke. Und dort hat Andreas, wie schon so oft in der Vergangenheit, wieder einmal sehr gute Arbeit geleistet, denn „No More Deceptions“ macht einen absolut professionellen Eindruck. Der Sound ist fantastisch, da können die Jungs echt stolz drauf sein. Ich erteile hiermit eine unbedingte Kaufanweisung, wenn die „No More Deceptions“ endlich rauskommt. Außerdem sollte ein Gig der Jungs für jeden zur Pflichtveranstaltung werden, denn die Jungs hauen live alles und jeden weg.

Fazit: Diese Jungs sind richtig, richtig klasse! Unglaublich, was die jungen Musiker aus Wesel hier aus dem Hut gezaubert haben. Wenn die Jungs mit der Qualität und in dem Tempo weitermachen, dann weiß ich nicht, wo die noch hin wollen … aber keine Frage: Die Jungs gehören nach ganz oben, und zwar ohne Wenn und Aber!

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