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Sturm Und Drang: Learning to Rock

Der richtige Weg für diese aufstrebende Band
Wertung: 6.5/10
Genre: Power Metal / Heavy Rock
Spielzeit: 39:34
Release: 24.08.2007
Label: GUN Records Musikproduktions GmbH

Ab jetzt kann man den Namen Sturm und Drang nicht nur mit einer der wohl größten Literaturepochen der deutschen Geschichte assoziieren, in der vor allem die „jungen / wilden“ Goethe und Schiller mit sensationellen Werken zu glänzen wussten, sondern auch mit der gleichnamigen Band aus Finnland. Etwas merkwürdig erscheint zwar die Wahl des Bandnamens, aber da es sich bei dem finnischen Quintett auch um eine richtig junge und wilde Truppe handelt, macht der Name doch irgendwie Sinn. Die Mitglieder von Sturm und Drang sind alle noch 15 bzw. 16 Jahre jung und gerade angesichts dieses noch zarten Alters finde ich das Dargebotene schon ziemlich beachtlich. Vor allem merkt man der Band ihr Alter nur äußerst selten an, denn das instrumentale und stimmliche Potential ist enorm groß. Wer nun zufällig an eine Band in der Art von Killerpilze, Tokio Hotel und Co. denkt, der liegt ganz weit daneben. „Learning To Rock“ ist ein fast schon typisch finnisches Power Metal / Heavy Rock – Album, bei dem nicht selten die Landesmänner von Sonata Arctica grüßen lassen. Doch auch finden sich auf der Platte etliche Anspielungen auf Klassiker wie AC / DC, Kiss oder gar Judas Priest. Eine voll und ganz traditionelle Mischung also.

Mir persönlich gefällt die Band dann eindeutig am besten, wenn sie eher auf der „Happy Metal“ - Schiene fährt, so wie beim richtig tollen Opener „Broken“. Verspielte Gitarrenleads, prägnante Keyboardmelodien und ein schöner Ohrwurm – Refrain machen aus „Broken“ einen richtigen Hit. Ähnlich wie bei den bereits angesprochenen Sonata Arctica, kommt auch dieser „Happy Metal“ ziemlich unkitschig und ungezwungen daher und das „Anti – Englisch“ von Sänger Andre Linman zieht auch nochmal Parallelen zu den Männern um Tony Kakko. Sehr ähnliche Wege bestreiten Sturm und Drang auch bei „Forever“, „The Raven“ oder der Semi – Ballade „Miseria“, die klar zu den stärksten Songs auf „Learning To Rock“ zu zählen sind.

Weniger gut finde ich allerdings die Versuche der Band, sich auch im Bereich 80's Heavy Rock einen Namen zu machen, denn der Titelsong, „Mortals“ oder „Rising Son“ sind leider ziemlich dröge Stücke, bei dem die Band vielleicht auch zu erwachsen und zu old - schoolig klingen will. Das Anfangsriff von „Rising Son“ beispielsweise klingt ja an und für sich ziemlich cool, aber je länger man sich diesen Song anhört, desto mehr manifestiert sich der Eindruck, dass dieses Genre hier nicht wirklich passend ist. Auch muss man ganz klar sagen, dass andere Bands diese Musik doch wesentlich besser zelebrieren. Das gleiche Manko zeigen auch die anderen beiden Stücke.

Der Rest des Albums befindet sich dann allerdings wieder im guten Mittelmaß. „Indian“ ist eine recht schöne Ballade, klingt an manchen Stellen aber etwas überambitioniert und abgegriffen. Nichtsdestotrotz hörenswert. Die Metalhymne „Talking To Silence“ legt erst nach einiger Zeit wirklich los und verbreitet dann viel Frohsinn, kann aber nicht die Klasse der vier erstgenannten Songs erreichen. Doch auch hier zeigt sich gerade bei den Gitarrenmelodien das Talent der Finnen. „Fly Away“ bildet einen Kompromiss zwischen Metal und Rock, der durchaus akzeptabel ist, aber herausragende Augenblicke schmerzlich vermissen lässt. Stimmig ist zudem auch die recht moderne, aber songbewusste Produktion des Albums, die den zehn Songs ordentlich Druck verleiht, ohne sie zu steril erscheinen zu lassen.

Fazit: „Learning To Rock“ ist der passende Titel des Debütalbums dieser sympathischen Horde aus dem hohen Norden, denn ausgelernt haben Sturm und Drang zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Dies macht sich besonders bei den Songs bemerkbar, die sich im Heavy Rock – Genre behaupten wollen. Ich würde mir zwar sehr wünschen, dass die Band diese Sparte zukünftig ganz aufgibt. Wenn sie hier aber doch weitermachen will, so muss sie im Bereich Songwriting klar zulegen. Die Ausflüge in den Happy Metal – Sektor hingegen machen richtig Laune und sind genau der richtige Weg für diese aufstrebende Band, von der man in Zukunft hoffentlich noch einiges hören wird.

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