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Strip Music: Hollywood & Wolfman

Einzigartig und beeindruckend
Wertung: 8.5/10
Genre: Alternative , Gothic , Pop , Rock
Spielzeit: 37:22
Release: 26.01.2007
Label: Drakkar Records

Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass mich als Metallerin Strip Music mit ihrem aktuellen Album, das aus einem Mix aus Alternative, Pop und Gothic besteht, so dermaßen würden beeindrucken können.

„Hollywood and Wolfman“ ist das zweite Album der Schweden um Frontmann Henric de la Cour. Wenn man diese Scheibe rein als Hintergrundmusik laufen lässt, läuft man schnell Gefahr, die Musik mit all ihren Keyboardklängen als Chill-Out-Musik oder gar als Gute-Laune-Mucke abzustempeln. Mit den Synthieklängen, die z.B. mit dem Kinderchor in „Sugar And Lime“ allerdings wirklich schnell auf locker-leichte Unterhaltung schließen lassen, hat das Ganze nicht besonders viel zu tun.

Knöpft man sich nämlich einmal die Texte genauer vor, kommt man dahinter, weshalb da in der Beschreibung der Musik von Strip Music „Gothic“ als Bezeichnung gewählt wurde: Die Texte handeln von allem anderen als einer happy Party oder einer fröhlichen Session auf einer Blumenwiese. Vielmehr geht es um Verluste jedweder Art, sei es der Liebe, des Lebens oder ähnlicher Dinge. Man darf auf keinen Fall dem Fehler verfallen, sich nicht mit den Texten zu beschäftigen und die Songs nur so nebenbei aus den Boxen plätschern zu lassen.

Vergleiche zu anderen Bands kann ich euch hier leider nicht liefern, denn ich bin in den Genres Alternative oder Pop nicht so sehr bewandert. Man möge mir dies verzeihen. Die Presseinfo nennt Fans in der Schnittmenge von Joy Division und U2, die Gefallen an diesem Album finden werden. Henric setzt den Synthieklängen und den treibenden Bassdrums mit seiner perfekt passenden Stimme die Krone auf, denn er schafft es, mit seiner klaren Stimme seinen Songs etwas ganz speziell Trauriges mit auf den Weg zu geben.

Das getragene „Hollywood & Wolfman“ erinnert sehr an Jane Siberry´s Song „It can´t rain all the time“ vom „The Crow“-Soundtrack. Auch diesen Song fand ich damals – und finde ihn noch heute – extrem emotionsgeladen und genau denselben Weg beschreiten Strip Music auf ihrem aktuellen Album. „Headlights“ geht dann ein wenig schneller zur Sache. Dies ist auch einer der Songs, die man fälschlicherweise als Gute-Laune-Song abstempeln könnte. Doch weit gefehlt! „This Morning“ ist leider ein schwächeres Stück auf dem Album, denn es will sich nicht so recht als bemerkenswert im Hirn festbrennen.

Umso mehr tut dies aber dann „Sugar And Lime“ – ein klasse Song, hier wird Henric von einem Chor unterstützt. Der Text ist so perfekt gemacht … diesen Song könnte ich den ganzen Tag rauf- und runter spielen … Auch „Bright Eyes“ ist ein weiterer Song, der – im getragenen Tempo – nachdenklich stimmt. Die Melodien von „When The Red Light District Feels Like Love” lassen auch wieder auf einen fröhlichen Song schliessen. Aber schaut auf die Texte, Leute! Guter Song … „The Cat And The City“ beginnt mit einem guten Keyboard-Intro. Ein Song der langsameren Art, aber nicht minder mitreissend gemacht von den Schweden …

In „God Speed Your Love To Me” zeigt sich wieder Henric´s schöne Stimme, in die er wieder so viel traurige Emotionen legt …„Remarkable Life“ beginnt als richtig optimistischer Song … Hier zeigen sich wieder ganz eindrucksvoll die Gegensätze in der Musik von Strip Music – einerseits die optimistischen Klänge, andererseits die Texte, die einem die andere Seite darstellen.

Das letzte Stück „Lucy“ ist wieder ein sehr langsames und heftig trauriges Stück, auch wenn man das rein von den wunderschönen Keyboardklängen her gar nicht denken mag … Untermalt von vereinzeltem Donnerhallen, tritt Henric´s Stimme wieder in eine perfekte tieftraurige, aber zugleich wunderschöne Symbiose mit den ruhigen Synthieklängen. Ein wunderschönes Stück, das den Äugelein des geneigten Hörers das ein oder anderen Tränchen entlocken könnte.

Und gerade, weil das Album einerseits von den Melodien so träumerisch schön und von den Texten her so abgrundtief dunkel und traurig ist, ist es etwas ganz Besonderes. Die Spielzeit ist mit 37:22 wirklich sehr mager ausgefallen, doch aufgrund der Tiefgründigkeit scheint dieses Album so dermassen vollgepackt, dass man den Eindruck bekommt, als würde man es mit einer viel längeren Spielzeit zu tun haben. Und ja: Ich als Metallerin bekenne mich als Fan des neuen Albums von Strip Music mit all dem Pop, Alternative und Einsazu der Sythesizer, die darauf zu finden sind.

Daher können alle, die schwermütige Texte mögen, ruhig mal ein Ohr riskieren. Aber wenn Ihr dies tut, dann widmet Euch ganz und gar diesem Album. Habt Geduld und gebt der Musik ausreichend Zeit, sich mit aller Ruhe richtig zu entfalten, denn ansonsten bleibt Euch der volle Zugang zu Strip Music´s Musik vielleicht verwehrt. Wäre doch zu schade drum …

Fazit: Wirklich einzigartig und beeindruckend, was die Schweden mit dieser Scheibe abgeliefert haben. Tiefgründig und nachdenklich stimmend und nicht zuletzt auch unendlich traurig … aber mehr als alles haben Strip Music mit „Hollywood & Wolfman“ eine sehr gute Leistung abgeliefert!

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