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Strings 24: Strings 24

Futter für Nudelfreunde
keine Wertung
Genre: Instrumental Progressive Metal
Spielzeit: 54:05
Release: 20.03.2009
Label: Lion Music

Bei Strings 24 handelt es sich um ein aus drei italienischen Gitarristen bestehendes Musikprojekt, dessen Mitglieder es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Flagge des Griffbrettvirtuosentums hochzuhalten und ihrem Lieblingsinstrument allen Raum zur Entfaltung zu geben, den es braucht. Die Etymologie des Bandnamens ist auch schnell geklärt: Eine Gitarre hat gewöhnlich sechs Saiten, mal drei Gitarristen macht genau...nicht 24. Womit wir auch schon bei der Besonderheit des Trios wären: Frank Caruso, Stefano "Sebo" Xotta und Gianluca Ferro geben sich mit dem Standardgitarrenmodell nicht zufrieden und setzen stattdessen auf achtsaitige Äxte. Weil drei Gitarristen alleine auf Albumlänge auch nicht so wirklich das Wahre sind, werden sie durch Bass und Schlagzeug zur vollständigen Band ergänzt. Dem gepflegten Vorturnen auf bundiertem Holzboden steht also nichts mehr im Wege.

Trotzdem gehen Strings 24 nicht von Anfang an in die Vollen, sondern steigen atmosphärisch und ruhig mit dem spanisch angehauchten Intro namens "Introspective" (kein Kommentar) ins Album ein. Dass es aber so beschaulich nicht bleiben kann, machen die letzten Sekunden des Tracks klar, in denen eine in Höchstgeschwindigkeit gespielte E-Gitarre heranrast und in den ersten richtigen Song "Outraged Dimensions" überleitet. Der kann mit seinem drückenden Riff und seiner recht progressiven Konstruktion auch gleich punkten und bietet zudem auch noch eine eingängige, immer wiederkehrende Melodie, die ihm Wiedererkennungswert verleiht. Dazwischen – wie könnte es anders sein – wird fleißig das Nudelholz bearbeitet; erfreulicherweise aber ohne in planloses Gedudel auszuufern.

Etwas anders verhält es sich leider mit Tracks wie "Schizophrenic Disorder", das zunächst durch orientalische Färbung zu gefallen weiß, in seinem Verlauf aber in haltloses Muckertum ausartet. An demselben Problem kranken auch "Flown", "Running In The Wind", "Mystical Thoughts" und "Double D", die zwar allesamt zunächst gute Grooves und nette Ideen erkennen lassen, die sich aber nach einiger Zeit im Wettbewerb der drei Protagonisten des Albums verlieren. Tapping, Sweep-Picking, Wechselschläge in atemberaubender Geschwindigkeit - für den Technikfan ist alles dabei. Allerdings gilt hier meiner Meinung nach die Devise: Weniger ist manchmal mehr.

Vielleicht sollte ich fairerweise hinzufügen, dass ich den Standpunkt von Menschen, die mir weismachen wollen, beim virtuosen Gitarrenspiel käme es nur darauf an, in einer Sekunde möglichst viele Noten unterzubringen, absolut nicht teile. Es ist somit logisch, dass Fans von Instrumentalakrobaten wie Yngwie Malmsteen, Steve Vai oder Joe Satriani diese Platte völlig anders wahrnehmen werden als ich es tue.

Als angenehm originell und stimmungsvoll empfinde ich dagegen den mit wundervoll blubbernder Hammond-Orgel instrumentierten Titel "Remember Blues". Alle drei Gitarristen nehmen sich in punkto Geschwindigkeit und Skalendrescherei ein wenig zurück und setzen mehr Fokus auf das passende Feeling – sogar ein Orgelsolo findet Platz in der stimmigen Komposition. Der Blues im Songtitel bleibt so auch im Song selbst erhalten.

Was man allerdings im Track "Psychedelic" serviert bekommt ist alles, aber garantiert nicht psychedelisch. Wie ernst es String 24 mit ihren Songtiteln ist, sei aber sowieso dahingestellt: "Schizophrenic Disorders" kann immerhin noch mit seinem anfangs auftauchenden Echo-Effekt eine Verbindung schaffen. "Double D" steht allerdings so wenig in D wie der balladeske "G String Song" nur auf der G-Saite gespielt wird – die Namensgebung hat damals im Probenraum sicherlich für einiges Gejohle gesorgt.

Fazit: Dass Strings 24 ihr Handwerk beherrschen, steht außer Frage. Das Austoben dreier Virtuosen im selbstgebauten, progressiven Sandkasten wird auch sicherlich seine Liebhaber und Bewunderer finden. Eine wirklich objektive Wertung halte ich bei diesem Album weder für möglich noch für angebracht, denn gerade auf dem Gebiet instrumenteller E-Gitarrenmusik gilt vor allem: Man mag es oder eben nicht. Und dass diese Platte hauptsächlich von Muckern für Mucker gemacht ist, lässt sich eigentlich schon daran festmachen, dass der Laie überhaupt nicht bemerkt, ob hier sechs- oder achtsaitige Klampfen traktiert werden.

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