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Stream Of Passion: A War Of Our Own

Potential einer größere Vielfalt ist vorhanden
Wertung: 7/10
Genre: Symphonic Metal
Spielzeit: 59:22
Release: 18.04.2014
Label: Eigenproduktion

Bei Female Fronted Metalbands ist man schnell dabei, den Verdacht zu hegen, hier sei etwas aus kommerziellen Gründen am Reißbrett konstruiert worden. Doch, wie zuletzt auch Delain, haben Stream Of Passion alle Hebel in Bewegung gesetzt, sich der Beeinflussung von außen zu entziehen und ihr eigenes Ding zu machen. Dem nun vorliegenden Album ging deshalb eine aufwändige und erfolgreich durchgeführte Crowdfunding-Kampagne voraus, welche der Band die nötigen Mittel in die Hände gab, sich ohne die Einflussnahme eines Labels im Rücken zu entfalten.

Wer nun befürchtet, der Egotrip habe der Qualität des Albums geschadet, der sei entwarnt. Im Gegenteil erwartet den geneigten Hörer hier eine reifere und experimentellere Version des Band-Sounds. Trotz deutlicher Attitüde verliert man den Pop-Appeal nicht aus den Augen und demonstriert mit Kompositionen der Marke "The Curse" oder dem Titeltrack "A War Of Our Own" eindrucksvoll, wie hervorragend sich Zugänglichkeit und ein gesunder Biss in Groove und Riffing zu einem homogenen Ganzen vereinen lassen. Damit wird man sicherlich keinen eingefahrenen Metalhead hinter dem Ofen hervorlocken, aber dem eigenen Anspruch, Härte und Zuckerguss elegant verschmelzen zu lassen, wird man augenscheinlich gerecht.

Leider ist das Pulver nur allzu schnell verschossen, da das Album nach dem ersten Drittel einen großen Knick erfährt und in halb-balladesken Gefilden dahinsickert. Die daraus resultierende Dauermelancholie wird zwar von diversen epischen Parts aufgelockert, aber so recht kommt "A War Of Our Own" ab dieser Schwelle nicht mehr in die Gänge. Diese Eindimensionalität im emotionalen Spektrum ist schade, da die Band handwerklich das Potential hätte, eine größere Vielfalt darzubieten, ohne die stilistischen Wurzeln zu verleugnen. Für Genre-Fans mit Hang zur Melancholie ist die Scheibe dennoch eine Empfehlung. Was die Holländer an Vielfalt vermissen lassen, machen sie durch Glaubwürdigkeit und Intensität wieder gut.

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