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Stray Cats: Live At Rockpalast

Rockabilly - es schwitzt, es tanzt, es schreit
keine Wertung
Genre: Rockabilly
Spielzeit: 135:00
Release: 19.06.2015
Label: SPV/M.i.G.-Music

Satory-Säle Köln, 16. Juli 1981. Auf der Bühne stehen drei magere Kerlchen in Lederjacken, die zwar ein super Outfit abgeben, aber nur bedingt darüber hinwegtäuschen können, dass hier mehr Haar- denn Muskelschmalz vorhanden ist. Gerade mal Anfang 20 sind die Jungens, die sich hier als Stray Cats live mit Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug (im Stehen!) noch ein wenig schüchtern präsentieren.

Stray Cats kennt man, sei es in der Rockabilly- oder Psychobilly-Szene, denn ohne die US-Truppe hätten sich beide Genres entweder gar nicht oder in eine andere Richtung entwickelt. Brian Setzer, Jim Slim Phantom und Lee Rocker haben Musikgeschichte geschrieben, seit es sie Ende der Siebziger Jahre in das sogenannte „Neo-Rockabilly“-Gefilde verschlug. Mittlerweile sind die Herren natürlich nicht mehr die Jüngsten, aber immer noch recht umtriebig: Slim Jim hat sich unter anderem mit mighty Lemmy zu der Rock’n’Roll-Truppe The HeadCat zusammengetan, Lee Rocker (a.k.a. Lee Drucker) versucht sich hier und da solo – am erfolgreichsten gestaltet sich aber die Abseitskarriere von Frontmann Brian Setzer, der unter anderem mit seinem Brian Setzer Orchestra einige Durchbrüche feiern konnte.

Über zwei Stunden „Neo-Rockabilly“ liefert nun also die Live-DVD, die in der allseits beliebten und bekannten „Rockpalast“-Reihe des WDR erscheint – von Übertragungen von diversen Metalfestivals über Electrohappenings bis hin zu Rock-Konzerten der älteren Schule (bestes Beispiel: Epitaph) kann sich die Reihe damit rühmen, ein wahnsinnig breites Spektrum an musikalischen Events abzudecken und der breiten Masse zugänglich zu machen. Da bleibt es natürlich nicht bei dem Kölner Gig der Stray Cats – Teil zwei der DVD bietet einen Auftritt beim Loreley Open Air, zwei Jahre später bei doch etwas eindrucksvollerer Kulisse und mit Live-Aushilfe Mel Collins am Saxophon.

Mittlerweile wurde aus „The Stray Cats“ einfach nur „Stray Cats“, man präsentiert sich einem größeren Publikum und im Vergleich zum Kölner Auftritt eine Spur souveräner. Der Schweiß rinnt auch hier in Strömen, Setzer liefert sich hier und da ein Schreiduell mit Slim Jim, Lee Rocker tanzt mit dem Bass, als würde das Ding gar nichts wiegen – Stimmung hat das Trio in jedem Fall schon damals gemacht.

Was natürlich in beiden Setlisten nicht fehlen darf, sind Klassiker wie „Stray Cats Strut“, „Rumble In Brighton“ oder „Rock This Town“. Dass Stray Cats keineswegs die badass motherfucker sind, die die Schwiegermütter damals beim Anblick von Tolle und Lederjacke erahnen wollten, beweisen dann aber solche Titel wie das eher gemächliche „Sweet Love On My Mind“ oder auch „Baby Blue Eyes“. Und obwohl hier und da ein bisschen mehr auf die Bremse getreten wird und einige Songs recht ähnlich anmuten, wird es nicht langweilig, den drei (bzw. vier) Herren beim Schwitzen zuzusehen. Richtig wütend kann das Trio übrigens auch: Genial wird bei „Storm The Embassy“ noch mal zusätzlich Schweiß vergossen.

Ein Blick auf die DVD-Hülle zeigt: Mit jeweils über einer Stunde Konzertspielzeit haben sich die Stray Cats damals nicht lumpen lassen. Ob die Herren diese Power heutzutage auch noch über die volle Distanz halten können, wage ich nicht zu beurteilen (dabei spielen die Amis übrigens noch immer gelegentlich in Originalbesetzung), damals konnte das Trio allerdings auch hierzulande schwer beeindrucken und deutlich hörbare positive Reaktionen beim Publikum hervorrufen. „Stray Cats – Live at Rockpalast“ gehört sowohl bei Genre-, Band-Fans als auch Fans der Rockpalast-DVDs unbedingt mit ins Regal.

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