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Stormage: Sudden Awakening

Auf dem richtigen Weg
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 50:33
Release: 01.06.2007
Label: STF Records

Mit ihrem zweiten Album „Sudden Awakening“ melden sich Stormage wieder zurück, und das ist auch gut so. Die sympathischen vier aus dem Sauerland zeigen, dass man sich nicht unbedingt an den Szenegrößen wie Gamma Ray oder Helloween orientieren muss, wenn man dem Power Metal frönt.

„The Betrayal“ beginnt ohne Vorwarnung recht zügig und reißt den Hörer direkt mit. Die böse grimmigen Vocals erzeugen direkt eine für die Band eher ungewöhnliche Stimmung. Der Sound ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich wuchtiger geraten und lässt nun keinen Grund mehr zur Beanstandung aufkommen. Heiko Heseler, der für die gelungenen Vocals zuständig ist, serviert hier auch einen Großteil der mehr als gelungenen Gitarrenparts. Hier klingt nie etwas flach oder handwerklich ungeschickt, nein, die Band weiß, wie man den Hörer anpeitscht.

„Obey“ hämmert sich durch den Raum mit der gelungenen Schlagzeugarbeit von Alberto Stumpf. Sie sorgt nämlich stets für den hier eingeschlagenen Treibfaktor, welcher natürlich auch durch Dirk Hegemann`s Bass seine Unterstützung findet. Leider wird der Refrain allerdings ein wenig zu häufig durch die Lautsprecher befördert.

Ein weiterer Höhepunkt nach dem Opener ist sicherlich „Hiding The Damned“. Gerade Live sollte dieser Track für einiges an Publikumsreaktionen sorgen. Ein guter Song mit viel Melodie unter der rauen Verpackung. Der einprägsame Chorus sorgt für den Festbrenncharakter im Gedächtniszentrum.

„Inner State Of Mind“ ist eine Ballade, welche aber wohl mit einer etwas weniger kräftigen musikalischen Ausrichtung ein noch größeres Ausrufezeichen wäre. Die Gitarren und die Drums sind hier für den soften Schmachtfetzen etwas zu hart und aggressiv geraten. Trotzdem hat der Song gerade auch wegen seines Gitarrensolos etwas Besonderes.

Dann wird`s Zeit für den Titeltrack des Albums: „Sudden Awakening“. Leider fällt er zu den bisherigen etwas ab, da sich zumindest mir die Vocalline in dem Song nicht so recht erschließen will, das wird zwar stellenweise von den tollen Gitarren wieder wett gemacht, aber es reicht trotzdem nicht zu einem weiteren Highlight.

„Revolution“ gerät da schon anders, man höre sich nur mal das Riff und den gelungenen Refrain an. Toll, wie Hugo Fromm und Heiko Heseler hier ihre Gitarren quälen und für gute Stimmung beim Hörer sorgen. Das Solo passt wie der sprichwörtliche Popo auf den Eimer. Jawohl, so gut kann Power Metal aus dem Sauerland klingen.

„Dark Side“ beginnt mit einem gelungenen, atmosphärischen Intro, welches mich zwar an einige Stücke aus den 80ern erinnert, aber trotzdem richtig gut gelungen ist. Die Vocals klingen hier gerade in den etwas tieferen Passagen sehr gut. Dagegen wirken die höheren Teilstücke schon fast ein wenig gequält, was aber durch das tolle Gitarrensolo mehr als ausgeglichen wird.

„A New World Order“ versinkt dagegen richtig gehend, da hilft auch der gefällige Chorus nicht. Dies ändert sich dann auch nicht mit „The Exile“, welches zwar richtig gut beginnt, aber dann doch merklich nachlässt. Irgendwie kommt mir der Begriff „Lückenfüller“ in den Kopf. Eigentlich ja eine gute Idee, einen schleppenderen Song in die Scheibe zu integrieren, aber das wirkt hier wie schon zigmal gehört und nicht ausreichend für einen ganzen Song, sondern eher als kurzer Part eines Songs. An der Instrumentalisierung liegt es nicht, denn hier ist alles handwerklich einwandfrei.

„Walls Of Tears“ weiß da schon wieder deutlich mehr zu überzeugen. Der Song brennt sich recht schnell in die Hirnrinde und verlangt nach häufigerem Hören. Schade, dass die Band dieses Niveau nicht durchgehend halten kann. Schön, dass hier auch der Bass von Dirk Hegemann zum Ende des Songs etwas mehr Spielraum bekommt.

„Silent Enemy“ gehört auch zu den besseren und weiß mit dem rein gesanglichen Einstieg zu überraschen. Die Gitarren schrabbeln so richtig schön daher, dass es einem auch bei minus 20 Grad warm ums Herz wird. „Kingdom Of Heaven“ haut dann nochmal so richtig schön auf den Tisch. Irgendwie klingt er zwar nicht richtig rund, aber genau das macht seinen Charme aus. Die gelungene Gesangslinie sorgt für das letzte Quäntchen Glückseligkeit. Cooler Song mit seltsamem Flair.

„Last Goodbye“ ist dann aber der echter Tiefpunkt der Scheibe. Irgendwie ohne jeden Zusammenhang zu dem Rest der Scheibe kommt hier etwas Gitarrengedudel und eine sonor klingende Stimme, die ihre Verse aufsagt. Bei einem Konzeptalbum an der richtigen Stelle hätte das gepasst, aber hier wirkt es wie ein Fremdkörper.

Fazit: Ein gutes Stück Power Metal ohne den oft vertretenen, fröhlichen deutschen Unterton. Man orientiert sich hier eher an Bands wir Rage oder Morgana Lefay, auch wenn dieser Vergleich nicht hundertprozentig passt. Die Band ist auf dem richtigen Weg, sich in der Szene zu etablieren und es würde mich nicht wundern, wenn ihr drittes Werk nach dem Motto „Make it or Break it“ für richtig Furore sorgen wird. Dieses Album ist schon eine beachtliche Steigerung und wenn es so weiter geht, dann darf man Großes erwarten. Vielleicht, auch wenn ich dann darüber schimpfe, lieber zwei, drei Songs weglassen und ein kürzeres Album herausbringen und ungeteiltes Lob einheimsen. Trotzdem gehen ganz klar meine Daumen hoch für die Combo.

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