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Stoneman: Human Hater

Die Songs wirken wie Schweizer Käse, nur dass die Löcher die guten Ideen sind
Wertung: 4.5/10
Genre: Industrial Gothic Metal
Spielzeit: 42:08
Release: 26.11.2010
Label: Twilight Zone Records

Die Schweizer melden sich nach gut drei Jahren mit dem neuen Album „Human Hater” zurück. Stilistisch ist man sich in Grundzügen treu geblieben, hat das Ganze aber dennoch in eine deutlich metallischere Richtung gedrückt. Das muss ja nun nicht schlecht sein. Also die CD der Schweizer Kultcombo ins Laufwerk und schauen, ob es wieder Hits à la „Devil In A Gucci Dress“ oder die inoffizielle Rammstein-Hommage „Wer Ficken Will (Muss freundlich sein)“ zu hören gibt. Ganz klar, das Niveau in den Texten liegt nicht unbedingt auf höchster Ebene, aber trotz aller flachen Banalität ist ein gewisser Spaßfaktor schon dabei.

„White Star“ kommt unheimlich mächtig daher und bietet einigen Druck fürs Trommelfell. Kräftige Gitarren werden von bösen Vocals und elektronischer Klangkulisse begleitet. Das ist ein Brecher gleich zu Beginn. Midtempo ist eh das gewünschte Tempo und Druck gibt es ohne Ende.

Besser wird es dann mit „Hope You All Die Soon“. Ein erster Anspieltipp steht. Dunkle, böse Vocals wechseln sich mit Gekreische und leicht krächzendem Sprechgesang ab. Da nickt auch der Schädel gerne mal mit. Der Titel ist natürlich nicht sehr mitdenkend, denn wer soll denn dann in Zukunft die Platten der Band kaufen?

„Zombie Zoo“ wird von „Wednesday 13“ (Murderdolls) unterstützt. Und irgendwie hat man das Gefühl, hier wird ein wenig Marilyn Manson mit einer gehörigen Tieftonfärbung gezockt. Leicht skurril und dennoch nicht unschön. Die ansatzweise kindlichen Melodien scheinen inzwischen der Vergangenheit anzugehören.

„Trail Of Destruction“ wird von nervigen Keyboardklängen begleitet. Mikki Chixx haut seine Vocals raus und erntet zumindest für die Melodie im Refrain echtes Lob. Rico H. am Schlagzeug wirkt fast ein wenig verloren bei all dem synthetischen Sound, der auch den Takt angibt.

Eher übel wird dann der Titeltrack. Mikki Chixx präsentiert zwar seinen ganzen stimmlichen Umfang, aber nein, der Song ist wirklich unterdurchschnittlich. Nach mehrmaligem Hören wird höchstens noch der Aggressionsfaktor des Hörers gesteigert, aber nicht das Verlangen nach dem Track. Die Percussionklänge gehen deutlich an die Toleranzgrenze.

Fast schon ein wenig spacig beginnt „Suicide Is A Suicide“. Einfältig wirkt das Dargebotene inclusive des Textes. Bassist Dave Snow und Gitarrist Mr. Fly zocken zwar solide, können aber auch keine Glanzpunkte setzen. Da gefallen die beiden ersten Alben nicht unerheblich besser.

„Built Of Anger“ unterstreicht die neu gefundene Härte der Band. Aber man steuert immer mehr den untersten Punktewertungen entgegen. Die Band verkommt regelrecht zu einer sehr tieftönenden metallischen Mischung aus Deathstars, Marilyn Manson, Dope Stars Inc.. Das ist zwar meines Wissens nach noch recht neu, aber da das Songwriting nicht wirklich viel hergibt, nur ein Schuss in den kalten Ofen

Beim etwas rockigeren „Sugar Mama“ und dem wieder härteren „Kendra Comes“ darf ruhig vor sich hin gedöst werden. Viel zu wenig Hitpotential ist hier vorhanden. Abwechslungsreiche Vocals sind nun mal nicht alles.

„Let The Beast Come In“ denkt wahrscheinlich der CD-Player aufgrund seiner vorliegenden Ladung. Irgendwie scheint er vor meinem geistigen Ohr um Erbarmen zu betteln. Allerdings hat der genannte Song eine gewisse Eingängigkeit, die zumindest ein mittelprächtiges Niveau erreicht.

Den Abschluss bildet dann „No Sweet November“, welches von Van Velvet unterstützt wurde. Ein Track, der richtiges Radiopotential hat. Recht normal gezockt, offenbaren die vier Schweizer, dass sie anno 2010 doch noch richtig gute Mucke zu bieten haben. Elektronischer Firlefanz wird gemieden und zu konträre Vocals werden auch vergessen. Stutzig werde ich halt nur bei dem Namen Van Velvet. Das wird doch nicht der Schweizer Songschreiber sein, der schon für Yvonne Catterfeld, Falco, Roland Kaiser, DJ Ötzi, Witt und Die Prinzen gearbeitet hat, oder? Zuzutrauen wäre es der Band. Hier hat / hätte er zumindest ganze Arbeit geleistet.

Fazit: Die Band schießt sich mit dem Stilwechsel ins deutlich stählernde Genre selbst von der Bühne. Was man früher gerade textlich noch mit vorpubertären Charme gerne als Stimmungsmacher angenommen hat, ist gegenüber einer gewissen Verständnislosigkeit einer erwachsenen Band gewichen. Es geht halt immer noch nichts über gutes Songwriting. Der Abschluss des Albums verhindert zumindest noch eine sehr schwache Punktewertung.

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