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Stone Sour: Come What(ever) May

Wer war nochmal Slipknot?
Wertung: 8.5/10
Genre: Hard/Alternative Rock
Spielzeit: 48:56
Release: 28.07.2006
Label: Roadrunner Records

„Stone Sour?!? Ja, kenn ich. Da singt doch Corey Taylor von Slipknot und die hatten diese coole Ballade auf dem Spider-Man Soundtrack. Sind ganz nett.“ - So ungefähr hätte ich wohl geantwortet, wenn man mich nach dieser Band gefragt hätte. Corey Taylor hatte diese Band schon vor Slipknot, konnte aber erst 2002 ein Album mit ihr veröffentlichen. Einige Einflüsse zeigten sich danach auch bei seiner Hauptband und machten „Vol.3 – The Subliminal Verses“ zum besten Album des maskierten Neuners (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach). Schade nur, dass sich diese Qualitäten nicht so recht bei Stone Sour zeigen wollten. Nun schreiben wir das Jahr 2006 und die Bande hat sich wieder zusammengefunden, um den Nachfolger einzuspielen. Und diesmal wurde wesentlich mehr Energie und ausschließlich neues Material aufgewendet, um sich freizuschwimmen und einen eigenen Namen zu bekommen.

Der energiegeladene Opener „30/30-150“ besticht durch ein erstklassiges Riff und den starken Gesang von Corey. Nicht, dass der vorher nicht gut gewesen wäre, aber er scheint nocheinmal an sich gearbeitet zu haben. Zwischendurch wird (logisch) noch ein wenig gebrüllt, aber das Hauptaugenmerk liegt auf klarem Gesang. Gepaart mit einem Refrain zum Niederknien ergibt das eine perfekte Rocknummer, die zurecht die erste Single geworden ist.

Der Titeltrack beginnt groovig und hat ein wenig was von Kyuss, wenn sie gerade mal nicht stoned waren. Leider ist der Chorus eher zahnlos geraten. Schade, da wäre mehr drin gewesen. Wenn Corey zum Ende „What the fuck is free about it?“ ins Mikro schreit, ist man aber schnell wieder versöhnt. „Hell & Consequences“ ist ein Beispiel für etwas, was einem bei diesem Album häufig auffällt: Immer wenn Stone Sour zu sehr in die Nähe von Slipknot rücken, wird ein Solo gespielt, was beim Maskenclan so nie vorkommen würde. So bewahrt man sich seine Eigenständigkeit.

Die Ballade „Sillyworld“ plätschert leider völlig unspektakulär aus den Boxen. Das schnelle „Reborn“ und der Groover „Made Of Scars“ treiben das Qualitätslevel aber schnell wieder nach oben.

Viele werden sich noch an „Bother“ vom ersten Album erinnern. Diese Ballade bestach durch ihre simple Machart und ging vielleicht deshalb direkt unter die Haut. Und natürlich wünscht man sich da einen Nachfolger. Aufatmen ist angesagt, denn es gibt „Through Glass“ (im Übrigen Single Nummer 2). Das Lied schafft das Kunststück, trotz eines sich stetig wiederholenden Textes nicht zu nerven, sondern sich direkt im Hirn festzusetzen. Das wird durch die sehr gelungene instrumentale Untermalung erreicht, womit ich keinen in der Band herabsetzen will, aber das Album wird eindeutig von Corey Taylors Stimme getragen.

Diese Einheit „spuckt“ direkt den nächsten Hit namens „Socio“ hinterher. Slipknot Fans sollten aber wohl als erstes „1st Person“ anspielen, weil hier die Schnittmenge beider Bands noch am höchsten ist. Mit „Zzyzx Rd.“ steht dann noch eine Rockballade am Ende, die mit schönem Pianospiel gefällt.

Und so endet ein Rockalbum, das ich dieser Band in dieser Form beim besten Willen nicht zugetraut hätte. Der Erstling lebte mir zu sehr vom großen Namen des Frontmannes und konnte musikalisch nicht mithalten, auch wenn sich ein, zwei gute Songs auf der Platte befanden. Mit „Come what(ever) may“ hat sich da nun einiges geändert. Obwohl... so viel eigentlich nicht. Die Musik ist immer noch am besten als „moderne Rockmusik“ zu beschreiben, die ihren hohen Wiedererkennungswert aus der bekannten Stimme bezieht. Die Jungs sind einfach allesamt bessere Songwriter geworden und wissen besser um ihre Stärken. Dass alle Songs unüberhörbar auf Corey „aufgebaut“ sind, ist eine von diesen. Andererseits hätte ich mir in einigen Songs schon bspw. ein schönes langes Solo auf der Gitarre gewünscht, aber das ist wohl Geschmackssache. Stone Sour sollten sich mit diesem Album eigentlich von dem Vorwurf befreien können, nur die „Spielwiese“ des Slipknot Sängers zu sein, wenn der gerade keinen Bock auf seine Maske hat. Für mich bisher eine DER Überraschungen des Jahres!

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