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Stone Ship: The Eye

Langatmig ohne wirklich Trancewirkung
Wertung: 5,5/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 46:04
Release: 01.12.2016
Label: Feuer Publications

Zwei Songs in etwas mehr als 46 Minuten, da weiß man gleich, dass hier so ein „nebenbei“ hören entweder vorprammiert oder eben gar nicht erst möglich ist. Wer sich ernsthaft für den finnischen Doom der Marke Stone Ship interessiert, sollte sich also auch mit dem Debütalbum des Quartetts aus Lahti ausführlich befassen und zumindest auf Doom mit leicht progressiver Schlagseite, zumindest aber mit reichlich Psychedelic-Input stehen. Dem im Weg steht dann allerdings ein undergroundiger Sound, der spätestens beim Schlagzeug einfach ein wenig sauberer hätte ausfallen dürfen. Feuer Publications sorgen für die physikalisch digitale Verbreitung, ist doch „The Eye“ eigentlich im Februar 2015 als auf 200 Einheiten limitierte Tape-Version herausgekommen.

Klar, bei Doom kommt man nur selten an die übermächtig scheinenden Candlemass und Black Sabbath vorbei, und natürlich sind auch die im Promoschreiben zitierten Pentagram an allen Ecken und Enden zu spüren. Wäre der Gesang noch ein wenig nöliger, könnte man auch auf deutsche Underground-Doomer der Marke Is Love Alive? schließen – eine gewagte These mit weiter Spannbreite, die in der selten zur Jamming-Session aufkommenden Stimmung bei „The Eye“ Rechnung trägt. Zahlreiche, nicht immer wirklich zwingend schlüssige Wiederholungen liefern Stone Ship mit „The Ship Of Stone“ ab und schaffen es leider nicht, die Balance zwischen zuhören und tranceartiger Hingebung auszupendeln – die/ der HörerIn bleibt nicht in der Monotonie-Schleife gefangen, sondern windet sich immer wieder heraus, wofür der Spannungsabfall verantwortlich ist.

Der arg schleppende und sehr leise Beginn ist nicht gerade die perfekte Einleitung, schaut man doch schon nach einigen Sekunden am Verstärker nach, ob denn die Einstellungen stimmen. Wenn schon die Monotonschleifen nicht zünden, so sollte vielleicht die eine oder andere Wendung die Geschicke von „The Ship Of Stone“ erleuchten, doch auch darauf muss man bis auf ein paar höher angelegte Screams wie nach knapp zehn Minuten eher warten und größtenteils verzichten, auch wenn das psychedelische Solo bei Minute elf zu den Highlights auf der ganzen CD mutiert. Dafür schleppen sich die Finnen nicht im Dauerdoom wie eine suppende Schürfwunde dahin, sondern legen im Tempo auch mal ein bisschen zu, da treiben die Drums auch mal mit scheppernder Bleie an, doch zwingend ist das Ganze dann eben nicht.

Bei „The Crooked Tree“ wird es langsamer, aber nicht zwangsläufig langatmiger, auch wenn in Summe ebenfalls hier Stone Ship die Spannung nicht halten können. Ein paar Growls, nach fast 15 Minuten ein spaciges Keyboard-Solo mit knarzigem Gitarrenhintergrund und reichlich Budgie meets Black Sabbath-Anleihen sind eben noch nicht ausgereift für eine solch lange Reise durch die finnischen Doom-Welten.

Unausgegoren wäre zu hart, langatmig wohl etwas passender, denn wenn man Songs deutlich über die 20-Minuten.Marke komponiert, dann sind es eben auch besondere Herausforderungen daran, die/ den HörerIn zu fesseln, in den Bann zu ziehen, förmlich zu paralysieren...und das schaffen Stone Ship eben nur bedingt. Bei Metal Archives steht derzeit der Status der Finnen auf „unknown“, vielleicht war es das ja auch schon mit der Karriere, vielleicht aber fokussiert sich Klampfer Janne Kuosmanen doch mehr auf schmutzigeren Desert Lord.

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