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Stone Rider: Three Legs Of Trouble

Das ist retro, wie ich es mag!
Wertung: 8.5/10
Genre: Southern/70s Rock
Spielzeit: 39:32
Release: 25.01.2008
Label: Trustkill / SPV

Der Begriff „Retro“ ruft bei mir immer einen gewissen, negativen Beigeschmack hervor. Man denkt an peinlich bunte Zimmertapeten, Schlaghosen und äußerst grässliche Vokuhila- und Dauerwellenfrisuren. Auch in Sachen Musik kommt mir beim Begriff „Retro“ auch eher Weichspüler-Rock inklusive pilzköpfiger Pornobrillenträger á la Jet in den Sinn. Nicht so bei Matt, Champ, Neil und Jason aus Atlanta, gemeinhin bekannt als StoneRider. „Three Legs Of Trouble“ schlägt die perfekte Brücke zwischen Retro und Moderne. Nostalgische, aber keinesfalls angestaubte Riffs treffen auf den richtigen Groove heutigen Rocks. Die 70er-Rockgeneration wird mit den Ohren schlackern!

Die Band StoneRider entstand aus der Southern Rock-Formation Fight Paris, wo es wohl noch ein wenig rauer und trashiger zuging. Jetzt hat das Vierergespann ein wenig das Tempo rausgenommen, setzt dafür aber auf wesentlich mehr Groove und teils psychedelische Melodien. Freunde von Led Zeppelin, Pink Floyd, Lynyrd Skynyrd und der deutschen neWaveOfGermanKrautrock von Earth Flight sollten auf jeden Fall einmal in das Debütalbum der Amerikaner hineinhören, da erwartet sie so einiges.

Das größte Plus der Truppe aus dem Südosten der USA stellen die enorm eingängigen und zum hemmungslosen Groove verdammten Gitarrenmelodien dar. Man hat genau den Nerv der Zeit getroffen, alt auf neu zu trimmen – wunderbar. Über ebenjenen Melodien, dem seicht blubbernden Bass und dem akzentuierenden Schlagzeug liegt der frische Gesang von Frontsau und Gitarrist Matt. Jugendlich und gleichsam entspannt röhrt der Herr über die feinsten Rockgitarrensoli der Neuzeit, als ob da bisher nicht nur ein Whiskey geflossen ist. Auch an Mitgröhlrefrains geizt die Sommersonnenhorde nicht und verpasst ihrer Platte damit auch noch eine feine Note Pop – damals in den 70ern hat es ja auch geklappt.

Der Opener „Rush Hour“ ist das Highlight der Platte und vereint so ziemlich alle positiven Aspekte von „Three Legs Of Trouble“. Rausschmeißer „Shut My Mouth“ dagegen konzentriert sich eher auf die anspruchsvollen Gitarrensoli, während „Hair Of The Dog“ sich generell etwas rauer präsentiert, sowohl textlich als auch musikalisch. Die Softie- und Chillfraktion wird mit „Wild Child“ auf ihre Kosten kommen.

Ein Manko allerdings findet sich im stets gleichbleibenden Tempo der Songs. Zu wenig spielt man hier mit den defintiv vorhandenen Spiel- und Songwritingkünsten. Auch der Sänger wirkt trotz wirklich angenehm zu hörendem Organ ein wenig zu gleichförmig.

Fazit: Wolfmother hat es bereits geschafft, für StoneRider ist es hoffentlich nur noch eine Frage der Zeit, wann der große Coup gelingt. Verdammt grooviger Rock mit 70er-Attitüde mit dem Quäntchen Moderne und einer enorm fetten Produktion präsentieren StoneRider auf ihrem Debütalbum „Three Legs Of Trouble“. Für jeden, der gerne in Erinnerungen schwelgt, aber auch für alle, diese Zeit vielleicht nicht mitbekommen haben und nun den ultimativen Einstieg in die unendlichen Weiten der 70er Jahre-Rockmusik finden wollen. Das ist retro, wie ich es mag!

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