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Stone Diamond: Phoenix

Vielfältiger und dennoch homogener Rockmix
Wertung: 7,5/10
Genre: Alternative/Bluesrock
Spielzeit: 44:15
Release: 20.03.2015
Label: Motor Music/Edel

„Rockchamäleon“ – so beschreiben sich die drei Musiker der in Köln ansässigen Band Stone Diamond selbst. Da passt auch der Name des neuen Albums ganz gut ins Konzept. Immerhin heißt der frisch veröffentlichte Zweitling „Phoenix“ und spielt damit darauf an, dass die Band sich auf ihrem neuesten Longplayer laut eigener Aussage konstant selbst neu erfindet.

Glücklicherweise zählen Stone Diamond nicht zu den Bands, die ein im besten Fall mittelmäßiges Album übertrieben in den Himmel loben. „Phoenix“ hält im Großen und Ganzen, was sowohl Titel als auch Band versprechen und kommt sehr abwechslungsreich und kreativ daher. Während das Trio sich beim Vorgänger größtenteils auf Blues Rock fokussiert hatte, punktet die neue Platte mit einem interessanten Mix verschiedener Musikstile.

Zwar sind die Blues-Einflüsse oft noch deutlich herauszuhören, die Songs unterscheiden sich aber dennoch oftmals deutlich. Da wäre zum Beispiel die sehr getragene Ballade „She“, die mit ihrem langsamen aber eindringlichen Riffing in den Bann zieht, das Springsteen-mäßige „Ashtray“, das psychedelisch-atmosphärische „Titanic“ oder aber das locker swingende „Beirut“, das zusammen mit ein paar anderen Tracks auf einem recht homogenen Album doch noch ein bisschen heraussticht.

Handwerklich machen es sich die drei Musiker bei ihren Stücken nicht allzu schwer, ausufernd-komplexe Solopassagen sucht man vergebens, in der Regel sind die Kompositionen doch eher simpel gehalten. Nicht dass die Bandmitglieder nicht mehr könnten, die Songs leben einfach von ihren eindringlichen Riffen sowie einer gezielten aber dezenten Untermalung durch die Rhythmusfraktion sowie dem auch gerne mal per Effekt veränderten Gesang, an dem es genauso wenig zu mäkeln gibt wie an allem anderen. Gitarrist Marc und Basser Cy teilen sich übrigens die Zeit vor dem Mikro, ergänzen sich dabei aber ausgesprochen gut.

Auch textlich wissen die drei Musiker zu punkten, vor allem mit „Dreams Need Loudspeakers“, welches sich auf charmant-amüsante Weise mit Amerika und dessen Einfluss auseinandersetzt. Ansonsten geht es hauptsächlich um Standartthemen wie Liebe, Beziehungsprobleme und die eigene Identität, wobei auch hier die Umsetzung ziemlich gelungen ist.

Alles in allem ist „Phoenix“ also ein sehr gelungenes Album, das es irgendwie schafft, gleichzeitig vielfältig und homogen zu sein, in Eigenregie gut, aber nicht überproduziert ist und insgesamt einfach einen schwer definierbaren eigenen Charme besitzt. Zwar bläst einen der Longplayer des Trios nicht auf der Stelle absolut weg, falsch machen kann man mit „Phoenix“ aber eben auch nicht viel. Denn auch wenn die ganz großen Hits fehlen, besticht der Zweitling der Band mit einem gelungenen Stilmix, der eingebettet in den charakteristischen Bandsound auch nach mehreren Durchläufen kaum Abnutzungserscheinungen zeigt.

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