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Stillness Blade: Break Of The Second Seal (The Eternal Damnation)

Mordsmäßiges Mittelmaß
Wertung: 6/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 40:39 Min
Release: 02.10.2010
Label: Punishment 18 Records

Es rappelt mal wieder heftigst in der Kiste des italienischem Undergrounds und wer mutig genug ist nachzuschauen, der stößt dieser Tage mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die klanglichen Erzeugnisse der bis dato eher unbekannten Kombo Stillness Blade. Die haben jüngst nach dreijähriger Wartezeit ihr zweites Machwerk mit dem malerischen Titel „Break Of The Second Seal (The Eternal Damnation)“ als Nachfolger auf den im Jahr 2007 veröffentlichten Erstling mit dem mindestens ebenso klangvollem Namen „The First Dark Chapter (Misanthropic Elevation)“ auf den Markt geworfen. Wie alle bisherigen Hörgüter der Band dreht sich auch das Neueste textlich und thematisch rund um die Konzeptfigur „Soulblighter“, der sich seinerseits als Serienkiller auf einer philosophisch-blutrünstigen Reise befindet, für die dann die Musik als eine Art Soundtrack fungieren soll.

Nach entsprechend stimmungsvollem Intro ballern die Jungs mit einer chaotischen Mischung aus Death Metal und Thrash Metal los, die mit einigen schwarzen Melodien geschmückt mächtig Dampf nach vorne machen soll. Es gibt reichlich Blastbeats und Double-Bass auf die Ohren und Kompromisse werden so gut wie keine eingegangen. Der Opener „Path Of Damnation – Break Of The Second Seal“ bietet sogar zwischendurch noch einmal ein paar Harmonien, die ein wenig an den umstrittenen, aber musikalisch genialen Jon Nödtveidt von Dissection erinnern könnten. So in etwa lässt sich das musikalische Schaffen der Band dann auch schon zusammenfassen, denn beim zweiten Song „Napalm Rain“, der übrigens wieder wie jeder Song mit mörderischen Klangeffekten eingeleitet wird, wird einem alsbald klar, dass hier kein Wert auf Abwechslung gelegt wird.

Negativ fällt neben dem monotonen und nicht überzeugenden Gegrunze des Frontmanns vor allem die ziemlich lieblos geratene Produktion auf. Die klingt weder nach Retro noch nach moderner definierter Produktion, sondern einfach irgendwie blechern und steril. Das Schlagzeug hat es dabei am schlimmsten erwischt, es fehlt einfach jedweder Druck, der hier entfaltet werden sollte, und die etwas schwach geratenen Gitarrenwände können hier leider auch nicht weiter helfen. Die anfangs nette Idee mit den Mordklängen, die jedes Stück ankündigen, entpuppt sich auch als eine eher fixe, denn es handelt sich dabei jedes Mal um ein paar schwere Schritte und ein gequältes Schreien, begleitet von dumpfen Schlag-, Hieb- oder Stich-Geräuschen.

Dennoch ist bei weitem nicht alles an der Scheibe schlecht, es gibt hier und dort wirklich nette Melodien und das ein oder andere ordentlich brachiale Riff. Die Gitarrenarbeit hat nicht zuletzt für das Solo im Stück „Chains Of Damnation“ ein Quäntchen Lob verdient und die düstere Stimmung des Themas kommt phasenweise richtig gut rüber. Ein Stück wie „Materialistic Suffocation“ hat mit seinen thrashigen Riffs und Hubschrauber-Passagen durchaus seine Vorzüge. Aber über insgesamt acht Songs und vierzig Minuten kann die Scheibe die Spannung und auch die Qualität nicht auf allzu hohem Niveau halten. Da kann auch die ausgepeitschte Dame im Intro zu „Sadistic Flesh Pleasure“ nichts dran ändern.

Obwohl Stillness Blade durchaus einiges an potenziell richtig gutem Material zu bieten haben, fehlt beim Gesamtbild einfach die Würze. Minutenlanges Geballer an die obligatorischen düsteren Atmosphäre-Einlagen zu heften, reicht nicht aus, um die Italiener deutlich aus dem Todmetall-Mittelmaß zu heben. Der eingefleischte Gore-Fan, der vielleicht auch Sinn für Humor hat, sei allerdings trotzdem dazu angehalten, sich die Scheibe mal anzuhören.

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