Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Stillbirth: Endgame Is Near

Leider nur Mittelmaß
Wertung: 5/10
Genre: Death Metal, Grindcore
Spielzeit: 41:29
Release: 16.09.2011
Label: Deafground Records

Im Bereich Grindcore ist man musikalisch so limitiert wie in kaum einem anderen Genre. Wer da keine Pig Squeals und bizarre Songtitel im Repertoire hat, ist ganz schnell weg vom Fenster. Wenn man allerdings erst einmal in den Untiefen der Metalhistorie verschwunden ist, ist es reichlich schwer, sich wieder nach oben zu ackern - so geschehen bei Stillbirth: Die Hagener legten sich nach ihrem Debüt „Happy Stillbirth Party“ 2003 selbst auf Eis und kamen erst sechs Jahre später mit dem Langrillen-Nachfolger „Plakative Aggression“ aus dem Quark. Inzwischen ist das Quintett also bei Scheibchen Nummer drei angekommen und präsentiert mit „Endgame Is Near“ eine Mischung aus Death Metal und Grindcore, die man so zwar schon zur Genüge kennt, die aber technisch gut vorgetragen wird.

Überraschungen und Experimente gibt es auf dem dritten Album freilich recht wenige. Ein bisschen wird in die Hardcore-/Deathcore-Ecke geschielt, wenn beispielsweise gebreakdownt wird und Sänger Matthias sich durch die Growls prügelt, ansonsten groovt die Combo auch schon mal Ektomorf-mäßig vor sich hin wie beispielsweise bei „Viva La Pipe“ (welchem Rauschmittel da gehuldigt wird, dürfte klar sein), das aber im Refrain wieder in richtig deftige Grunts abdriftet. Überhaupt streuen Stillbirth hier und da mal recht klassische Hardcore-Elemente ein und auch Metalcore dürften die Fünf gepaukt haben; vor allem die Vocals erinnern ab und an stark an typische Metalcore-Shouts, was aber gut zum vorherrschenden Gitarrenbrett passt.

„Brootal Party“ klingt dann irgendwie genau so, wie der Titel erwarten lässt – viel Hardcore, viel Gemoshe, aber nichts allzu Druckvolles, leider. Man hat irgendwie das Gefühl, der Sound hätte knackiger sein müssen, damit der Song richtig geil rüberkommt. So herrlich blumige Titel wie „Addicted To Abortion“, das eigentlich namentlich eher zu Cannibal Corpse gepasst hätte, versprechen viel, halten aber eher wenig. Matthias’ Geschrei wird irgendwann eintönig, die eingestreuten Grunzer wirken eher deplatziert und die Gangshouts zeigen zwar unmissverständlich, dass zumindest ein Teil der Band auf Hardcore steht, passen aber zumindest hier auch nicht so recht ins Gesamtbild.

In „Ride The Tsunami“ versuchen Stillbirth ihr Glück mit einer Mischung Death Metal und rockigen, fast klassisch metallischen Gitarren, was eine Zeitlang auch ganz gut funktioniert, nur driften die Jungs gegen Liedende ins Niveau einer Grindcore-Kellerband ab; obwohl ich normalerweise dafür bin, dass man Gegrunze wirklich überall einbauen kann, wäre hier vielleicht weniger mehr gewesen. Spult man noch mal ein paar Songs zurück, fällt einem spätestens hier auf, dass Stillbirth sich immer wieder recht ähnlicher Mittel bedienen; auch der anfänglich überraschende Groove verliert schnell an Spannung, wenn man der CD erst einmal ein paar Durchläufe gegönnt hat.

Zwar blitzen auf „Endgame Is Near“ immer mal wieder wache Momente auf (beispielsweise der Breakdown-Abschluss bei „Payday“), insgesamt ist hier aber einfach zu wenig Zündstoff vorhanden, um das Album und damit auch die Truppe selbst dauerhaft interessant zu machen. Ein halbwegs guter Song auf einem 40-minütigen Album ist eben leider doch zu mau. Eventuell kann man mit einem etwas besseren Sound noch was raushauen, ansonsten müssten Stillbirth an ihrem Songwriting arbeiten - mehr Groove, bessere Vocal-Übergänge und vor allem differenzierte Strukturen dürften eine kommende Platte wesentlich interessanter machen.

comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen