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Stigmatized: Becoming Unique

Technisch hervorragender Death / Thrash Metal
Wertung: 6.5/10
Genre: Death / Thrash Metal
Spielzeit: 40:23
Release: 18.04.2008
Label: Remission Records

Mit „Becoming Unique“ präsentieren uns Stigmatized knapp zwei Jahre nach ihrem offiziellen Debüt „Live In Despair“ nun ihr zweites Album, welches im April via Remission Records erscheint. Präsentiert wird auf „Becoming Unique“ technischer Death Metal der Marke Obituary, doch immer wieder machen sich auch lautstarke Thrash Metal – Passagen breit. Der Silberling enthält insgesamt acht Songs die vor Wut, Hass und rasanten Metalpassagen nur so kochen, aber auch einige deutliche Schwachpunkte ans Tageslicht bringen. Was man Stigmatized aber auf keinen Fall vorwerfen darf ist, dass sie nicht demonstrieren würden, wie groß ihre musikalischen Fähigkeiten sind. Gerade an der Gitarrenfront kann das Quartett punkten, denn die Jungs geizen nicht mit imposanten Riffs und ergreifenden Lead – Gitarren. Und nicht selten ertappt man sich als Hörer dabei, wie sich der Mund vor Erstaunen nicht mehr schließen lassen möchte.

Neben den eben skizzierten Vorzügen werden die Vocals von Frontmann Michael Lay, die zwischen tiefen Death – Grunts und eher kratzigen Thrash – Vocals hin und her pendeln, hingegen eher Geschmackssache sein. Gerade die thrashigeren Vocals muss man einfach mögen, womit ich mich persönlich allerdings doch ein wenig schwer tue. Nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt mein Fall.

Bei aller Anerkennung für die musikalischen Fähigkeiten des Quartetts, muss ich gleich am Anfang dieser Rezension leider anmerken, dass ein gravierender Makel „Becoming Unique“ in meinen Ohren viele Punkte kostet. Denn was mir bei den acht Songs einfach fehlt, ist das nötige Maß an Abwechslung. Klar haben die einzelnen Songs in sich unheimlich viele Wendungen, aber wirkliche Überraschungen und Brüche mit dem von vorne bis hinten (vielleicht sogar schon zu) durchgeplanten Klangkonstrukt kann ich nicht erkennen. Das wird den einen Hörer vielleicht ziemlich wenig kümmern, doch gerade im letzten Teil werde ich den Eindruck einfach nicht los, dass Stigmatized ihr Pulver in gewisser Weise verschossen haben. Doch dazu im weiteren Verlauf des Reviews mehr.

Mit eher gemächlicheren Riffs startet der Opener „Political Tactics“, bis Stigmatized nach wenigen Sekunden zeigen, warum sie glasklar der technischen Death / Thrash Metal – Schublade zuzuordnen sind. Und wie bereits erwähnt, können die Instrumente mit vielen interessanten Variationen und Facetten überzeugen, wenngleich dies auch bedeutet, dass „Political Tactics“ kein Song ist, der bereits beim ersten Anhören vollständig zünden möchte. Gerade die thrashigen und zudem melodischen Gitarren gegen Ende des Songs bringen die Klasse der Truppe nochmal deutlich zum Ausdruck.

Mit „Material Breach“ lässt es die Band dann weiterhin richtig krachen, wobei der Song sich nicht ganz entscheiden will, ob er nun als großartiges Death/Thrash Metal – Stück abgefeiert werden will oder vor Monotonie in Bedeutungslosigkeit ertrinkt. Es sind jedenfalls Passagen vorhanden, die beide Richtungen ausfüllen. In quantitativer Hinsicht liegen diese auch nicht besonders weit auseinander, doch durch das wirklich starke Finale von „Material Breach“ ist letztlich doch ein Übergewicht der besseren Passagen festzuhalten.

„One Morning In War“ ist im Anschluss ein Song, bei dem die Death Metal – Seite von Stigmatized doch deutlich überwiegt. Anstatt sich allerdings stumpfem Gebolze hinzugeben, verblüfft die Band mit mal melodischeren und mal knackigeren Gitarren, deren Präzision wirklich atemberaubend ist. Ein spannender Song und klar ein echtes Albumhighlight.

Der Titelsong bringt den Thrash wieder ein wenig zurück, hat aber den kleinen Nachteil, dass er von allen Songs dieses Albums wohl der am schwersten zu erfassende ist. Ganz anders „Bleeding Creed“, bei dem die Band mit einer unbändigen Aggressivität auftrumpfen kann. Die Vocals, Gitarren und Drums hauen dem Hörer quasi direkt ins Gesicht, was allerdings richtig Spaß macht und im Vergleich zum Titelsong viel direkter wirkt ohne aber auf vertrackte Breaks zu verzichten.

„Consequence“ (mit Ausnahme des brillanten Solos), „Seven“ sowie „Tyranny Of The Should“ verdeutlichen nun das bereits angesprochene Problem der letzten Songs auf dem Album. Sicher sind auch diese rein technisch unheimlich gut und haben nette Passagen, zeigen aber keinerlei neue Ideen auf und hinterlassen bei mir überhaupt keinen bleibenden Eindruck, sonder plätschern gnadenlos an mir vorbei. Da kann auch das zugegebenermaßen überraschende Akustikgitarren – Outro von „Tyranny Of The Should“ nichts dran rütteln.

Fazit: Technisch ist „Becoming Unique“ eine hervorragende Death / Thrash Metal – Platte, die Fans dieser Musikrichtung auch gerne einmal antesten dürfen. Mich persönlich können Stigmatized angesichts der dargestellten Kritikpunkte leider nur partiell begeistern, aber von einem echten „Schuss-in-den-Ofen“ - Album ist „Becoming Unique“ dann doch meilenweit entfernt.

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