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Steve Hackett: Live Rails

Das gefühlt hundertste Livealbum des Ex-Genesis-Gitarristen – sehr gut ist es aber allemal
keine Wertung
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 115:55
Release: 22.04.2011
Label: InsideOut

Mit seinem letzten Output „Out Of The Tunnel’s Mouth“ aus dem Jahre 2009 kehrte Ex-Genesis-Klampfer Steve Hackett wieder zu seinen Prog-Rock-Wurzeln zurück, nachdem er sich auf den beiden vorigen Scheiben „Wild Orchids“ (2006) und „Metamorpheus“ (2005) dem Art Rock beziehungsweise der klassischen Musik zugewendet hatte. Allerdings war der Brite ja schon immer sehr experimentierfreudig und schien an allen möglichen Musikstilen interessiert, sei es nun Pop, Rock, Prog, Klassik oder Weltmusik – das hatte er in der Vergangenheit des Öfteren bereits bewiesen, indem er stets das tat, was man eben nicht erwartete.
 
Hacketts Vielseitigkeit ist auch auf seinem neuesten Doppel-Livealbum „Live Rails“ zu hören, wenngleich er entsprechend seinem neuesten Studiorelease sehr prog-rockig zu Werke geht und erwähnte Platten „Wild Orchids“ und „Metamorpheus“ in der Tracklist beispielsweise überhaupt nicht berücksichtigt. Der ein oder andere wird sich ohnehin fragen, ob es denn tatsächlich nötig ist, dass der gute Mann schon wieder ein Livealbum auf den Markt schmeißt, da bereits ein gutes Dutzend derer existiert. Doch es sei schon an dieser Stelle verraten, dass „Live Rails“ sowohl für Fans als auch für generell Prog-Rock-Interessierte eine lohnenswerte Anschaffung darstellt. Hackett und seine fünfköpfige Band liefern Performances vom Allerfeinsten ab, der Sound ist ebenso glasklar wie dennoch unverfälscht – eben live –, und die Songauswahl bietet insgesamt eine ganz gute Übersicht über das beeindruckend umfangreiche Schaffen des Gitarristen – zumindest, was seine Prog-Rock-Seite anbelangt.

Im Vordergrund steht zwar logischerweise Steves neueste (äußerst gelungene und facettenreiche) Scheibe „Out Of The Tunnel’s Mouth“, von der gleich sechs von acht Tracks gespielt werden, aber ansonsten gibt es auch einiges an altem Material zu hören. Mit „Every Day“ vom 1979er Album „Spectral Mornings“ wurde denn auch gleich ein Klassiker als Opener gewählt (das sehr morgenländisch daherkommende Intro mal ausgeklammert); der Titelsong eben jenes Albums, einprägsam durch seine markante, typisch Neo-proggige Gitarrenmelodie, die zum Beispiel an IQ erinnert, bildet den Auftakt der zweiten CD. Besonders hervorzuheben sind von den älteren Stücken außerdem das grandiose, auf orientalischen Läufen basierende „The Steppes“ und selbstredend das ebenfalls großartige Instrumental „Clocks“, das seinen Namen fürwahr nicht umsonst trägt.

Dass, wenn Steve Hackett live auftritt, keine Genesis-Stücke fehlen dürfen, ist wohl klar, denn vorher würden die Fans wohl kaum nach Hause gehen. Und so wird auf dem zweiten Silberling ein Genesis-Block eingefügt, der mit dem unfassbar genialen „Firth Of Fifth“ von Steves erklärtem Lieblingsalbum „Selling England By The Pound“ (laut Info außerdem auch ein Favorit von John Lennon) seinen Auftakt findet. Ehrlich gesagt, die alte Genesis-Version ziehe ich dann doch vor, denn Hackett mag ein brillanter Gitarrist sein, ist dafür aber eben nur ein durchschnittlicher Sänger (obwohl seine Stimme nicht unsympathisch ist, aber an Peter Gabriel kommt er natürlich zu keinem Zeitpunkt heran), und außerdem gefällt mir die Flöte im Original besser als das Saxophon hier. Die Leute freut es trotzdem, und schon beim Klavierintro ist lauter Jubel vernehmbar – solide ist die Performance allemal. Weitere Genesis-Songs sind dann noch „Blood On The Rooftops“ von „Wind And Wuthering“ (dem letzten Genesis-Studiowerk mit Hackett; hier hat er bei den Höhen merkliche Schwierigkeiten, aber der Song war nun mal für Phil Collins konzipiert, der bekanntermaßen sehr hoch singen kann), „Fly On A Windshield“ und „Broadway Melody Of 1974“ von „The Lamb Lies Down On Broadway“, sowie „Los Endos“ von „A Trick Of The Trail“.

Insgesamt kann man von einem wirklich guten Livealbum sprechen, dessen einziger Makel vielleicht ist, dass es sich nicht um einziges zusammenhängendes Konzert handelt, sondern die Tracks von mehreren Aufzeichnungen der letzten Tour Hacketts stammen, somit ist der Fluss nicht immer ganz gegeben – mit diesem kleinen Schönheitsfehler kann man aber sicherlich leben.

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