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Stench: In Putrescence

Früher war alles besser, auch im Land der Elche
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 30:58
Release: 29.10.2010
Label: Agonia Records/Promedia/Soulfood

„A new stench emerges out of the blackness.“ Das ist doch schon mal eine beinharte Ansage mit der die Schweden der Band mit Namen Stench ihr allererstes Machwerk ankündigen, welches also aus der Schwärze auf uns geneigte Hörer der härteren Metal-Abteilung zusteuert. Wer mit solcher Selbstsicherheit zur Tat schreitet, der weiß natürlich auch gleich hinzuzufügen, dass die Anhänger von Bands der Marke Watain, Tribulation, Grave und frühen Entombed bei ihnen an der richtigen Adresse sind. Natürlich ist das kreative Trio, das sich hier selbst eine hohe Messlatte auferlegt, kein unbeschriebenes Blatt. So waren einige von ihnen schon bei Tribulation tätig und bringen natürlich nicht unwesentliches Vorwissen in ihr neuestes Projekt mit ein.

 

Das Debüt der Todmetaller kommt zunächst einmal sorgfältig und hochwertig daher, da es ein wirklich gelungenes Artwork präsentiert und so schon vor dem Hören eine dem Death Metal würdige Stimmung heraufbeschwört. Die Grafik-Designer von Necromantic Art haben dafür auf jeden Fall Anerkennung verdient. Doch genug des visuellen Drumherum und direkt zum auditiven Inhalt, für den die Band verantwortlich ist. Wie zu erwarten war, wird natürlich roher, brutaler Death Metal geboten. Der Schlagzeuger glänzt mit wildem, aber dennoch tightem Trommelfeuer, die Gitarren entfachen ein düsteres Riff-Gewitter und der Grunzer, dessen Growls sich deutlich in den Vordergrund der Inszenierung drängen, verprüht eine Art dunklen Charme. Die Produktion ist dabei in einem gewollt altmodischem Stil angesetzt worden und verfehlt ihre Wirkung nicht. Die Scheibe klingt angenehm nach den Neunzigern. Die genannten Einflüsse sind auch gut raus zu hören, so klingt der Sänger tatsächlich nach Watain und die Instrumental-Abteilung ein wenig nach Entombed. Der Song „Ghosts“ besticht besonders durch subtile, gewohnt unheilvolle Melodien, wie man sie von den berühmten Landsmännern des Trios lieben gelernt hat. Abwechslung gibt es etwa durch das Intro zu „Breath Of The Rottenness“ und den ein oder anderen „Ruhe vor dem Sturm“-Moment dann auch gerade genug, dass keine Langeweile aufzukommen vermag. Man gewinnt schnell den Eindruck, dass die Herren wissen was sie tun und dass sie auch mehr als fähig sind es umzusetzen. Natürlich sucht man besondere Originalität und völlig neue Songwriting-Ideen bei Stench vergebens, doch wer auf eben diese Musikrichtung schwört, dem wird das wohl auch nicht negativ aufstoßen.

 

Mit dem Erstling „In Putrescence“ ist den Schweden die Homage an den rohen Death Metal aus dem letzten Jahrzehnt aus ihren eigenen Landen mehr als gelungen. Hier wird eine solide LP voller Todesblei mit viel Nostalgiegefühl abgeliefert, der Fans von den hier bereits viel genannten Entombed und Dismember mit Sicherheit zu gefallen weiß. Allerdings wird nichts geboten, was einen nicht schon bekannt vorkommen sollte und Experimente wurden auch nicht betrieben. Ein Geschenk also an die „Früher war alles besser“-Fraktion.

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