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Steinkind: Etappe 011

"Etappe 011" ist Steinkind pur
Wertung: 8.5/10
Genre: Electronik
Spielzeit: 46:16
Release: 10.06.2011
Label: fubAk entertainment/Danse Macabre

Nun ist es da, das neue Album der Band Steinkind, mit dabei insgesamt zwölf neue Tracks. Nun heißt es also: zurücklehnen und sich auf das einlassen, was uns die Band da eingepackt hat. Beim Anspielen des ersten Tracks „Antipop – Press Next To Skip Intro“ ist der Name irgendwie Programm. Nicht weil das, was da gerade erklingt, schlecht ist, sondern weil es so gar nicht an das erinnert, was wir von Steinkind kennen. Wenn wir hier an dieser Stelle „skip“ drücken, dann nur zu überprüfen, ob wir die richtige CD eingelegt haben. Diese ruhigen, atmosphärischen Klänge sind anders.

Drücken wir an dieser Stelle „skip“, erklingt „Belehr Mich“ und Tadaa: das ist Steinkind wie wir sie lieben. „Belehr Mich“ ist laut, schnell und die Bässe triumphieren einmal mehr über die Gitarren. Nun ist nichts mehr mit ruhig zurücklehnen und sich den Klängen hingeben. Nun geht es nur noch in eine Richtung: sich den Klängen hingeben und tanzen, tanzen, tanzen.

Exakt so geht es dann wieder weiter. „Es Muss“ beginnt ruhiger, doch der Text weist schon in die Richtung, wo es hingehen wird. Es geht um das „müssen“, die immer wiederkehrenden Wiederholungen im täglichen Leben. Die scheinbar nicht mehr freien Entscheidungen werden hier kritisch beleuchtet und hinterfragt. Das Ganze wird hinterlegt mit stampfenden Bässen und elektronischen Klängen. Gut gemacht, hier wird nicht „skip“ gedrückt, sondern eher „repeat“. Steinkind haben hier wie es scheint eine Hymne geschaffen, die jeden anspricht.

Der vierte Track „GB Rita“ hat einen interessanten Beginn. Der Protagonist klingelt bei Rita, wird aber nicht reingelassen, weil er heute nicht dran ist. Auch der Hinweis, dass doch heute Mittwoch sei, scheinbar sein Tag, erweicht Rita nicht und er muss seine Sehnsucht alleine bändigen. Dann geht es musikalisch schnell los und die Einflüsse hier sind wieder sehr interessant; sowohl wieder elektronische Klänge als auch Einflüsse aus dem Punk und nicht nur an einer Stelle wird die Erinnerung an alte Die Ärzte-Songs geweckt. „Rita ist für alle da“ wird dann immer wieder eingeworfen und der Song läuft zur Extase hoch und ist am Höhepunkt einfach vorbei: Aus, Ende, Schluss ohne Vorwarnung.

„Einfach Nur Müde“ ist auch wieder ein gesellschaftskritischer Song, oder besser kann so angesehen werden. Der Hinweis, dass wir Menschen immer nur kleine Kreise ziehen und als Knecht vorhanden sind, wird durch monotone, harshe Klänge untermalt dargelegt. Eine wirklich gute Idee, das zu übertragen.

Ein wirklicher Höhepunkt erreicht uns dann aber erst beim zwölften Track des Albums „Etappe 011“. Mit „Es Wird Zeit“ haben Steinkind etwas geschaffen, was absolut Steinkind ist. Die verschiedenen Stilrichtungen fließen hier alle mit ein, ohne dass sie sich überlagern oder im Weg stehen. Die Vocals, teils hallend, teils stark im Vordergrund präsent, machen den Song rund. Hier kann man einfach nicht mehr anders und bewegt sich und tanzt und hört nicht mehr auf. Wieder gibt es den Druck, „repeat“ zu drücken und genau das tut man auch, um nicht wieder mit dem „Intro“ runterzukommen, denn das will man auch noch einer satten Spielzeit (des gesamten Albums) von insgesamt 46 Minuten gar nicht. „Etappe 011“ ist Steinkind pur, mehr lässt sich als Fazit nicht sagen.

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