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Steel Panther: Balls Out

Von gut bestückten Frauen und blasenden Leckermäulchen
Wertung: 8.5/10
Genre: Glam Rock/ Glam Metal
Spielzeit: 47:36
Release: 04.11.2011
Label: Universal

US-Glam-Rock hat schon damals für reichlich Spott gesorgt, und auch heute in der ach so aufgeklärten Neuzeit werden Steel Panther mit ihrem zweiten Output „Balls Out“ nach Strich und Faden für Diskussionsstoff sorgen. Von „pervers schlüpfig“ bis „ungeschlagen affentittenturbogeil“ dürfte da alles mögliche bei diversen Stammtischthekengesprächen aufgetischt werden - doch eines ist gewiss: Je höher der Alkpegel sich der Unterlippe nähert, um so sicherer werden die Steel Pantherschen-Ergüsse zumindest bei den der männlichen Zunft für Beulen in den Hosen sorgen. 

Spätestens bei denjenigen, die sich letztes Jahr im Kölner Luxor aufhielten, bekamen sie doch neben einer wuchtigen Dosis Heavy-Glam-Rock auch noch die pornoröse Dildo-in-alle-Löcher-Show einer High-Heel-Tussi aus dem Kölner Riesenpuff zu Gesicht. Alle, die schon letztes Jahr also sabbernd, entweder wegen der Musik und/oder auch wegen der Fleischbeschau Spaß an Steel Panther hatten, werde mit dem neuen Album „Balls Out“ nichts falsch machen.

Auch 2011, oder besser: natürlich auch 2011 stehen die L.A.-Glam-Rocker noch immer für Girls, Titten, Blow-Jobs, Sex, Rock’n’Roll und natürlich Girls mit Hupen. Nichts anderes also, woran die Hälfte der MetallerInnen eh dran denkt, welch große Überraschung also. Wer schon immer Bands wie Faster Pussycat, Mötley Crüe und ganz viel Bon Jovi mit sexuellem Appetit zu den Lieblingsbands zählte, der sollte auch gleich mit den Liebeskugel der stählernden Raubtiere aus Los Eroslos weitermachen. 

Nein, beileibe keine Allerwelts-wir-werden-im-Radio-gespielt-und-vergessen-Band sind sie, viel zu schwer sind da die (dieses Mal) aufgefahrenen Geschütze. Nach der gesprochenen Einfuhr brettern sie gleich mit priestschem Einschlag durch die „Supersonic Sex Machine“-Glam-Welt, ein straighter Rock’n’Roller, der fernab von drei-Wetter-taftverklebter Sülze sich jedem aufgeschlossenen Rocker in die Gehörgänge fräst. In diesen fröhlichen Uptempo-Reigen rifft sich auch perfekt „It Won’t Suck Itself“ problemlos ein. Früher hätte man einfach den Track als guten Party-Song bezeichet, der wohl auf jeder Privat-Best-Of gelandet wäre, und auch heute verspritzen Steel Panther dermaßen viel gute Laune, dass sich die Hormone im eigenen Blutkeislauf glückselig gegenseitig beglückwünschen. 

Wenn man schon Kritikpunkte sucht, dann wird man natürlich schnell wie ein Quickie fündig. Steel Panther sind klaro weit weg von einer Glam-Rock-Revolution, und auch die ganzen verbratenen Klischees sind absolut nichts Neues. Was auffällt ist, dass das Quartett schon mehr Bon Jovi ist als Bon Jovi selbst. Beispiel gefällig: „Why Can’t You Trust Me“ ist da ganz sicher genauso angesiedelt wie das unglaublich geniale „Just Like Tiger Woods“ oder auch „If You Really Really Love Me“ – gerade letztes Beispiel dürfte bei einem Alkkonzentrat jenseits der 1-Promille-Marke hier in Deutschlands Clubs für heitere Versprecher sorgen, denn das „Really Really“ wandelt sich doch gerne in ein „Willie Willie“ – wer Schmutziges dabei denkt.

Man muss kein begnadeter Prophet sein, um zu erkennen, dass sich beträchtliche Anteile der metallischen Szenepolizei über tittieske Pamphlete, Rücksitz-Eigenschaften von heißen Karren, den Gebrauch von gut bestückten Frauen, von blasenden Leckermäulchen usw. auf(er)regen werden. Glam-Rocker, Metaller mit ordentlich Eiern in der Hose, Spermatologen und auch offene Nichtweltverbesserer werden an „Balls Out“ ihren Spaß haben, denn auch heutzutage gehört einfach mehr dazu, als über Klischees zu singen, das eine oder andere gute Riff aus dem Kreuz zu leiern und die sexy girls mit Mucke in die Kiste zu zerren – Spaß, Authentizität, der Geist des ungebändigten Rock’n’Roll und eine gehörige Portion sich selber auf die Schippe nehmen – das haben Steel Panther. Man sollte sie nicht zu ernst nehmen, sondern so sehen, was sie sind: Lipgloss tragende Samenstrang-Spaß’n’Roller.

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