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Steel Attack: Carpe DiEnd

Unerwartet starkes Semi-Comeback der schwedischen Undergroundler
Wertung: 8.5/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 45:20
Release: 22.02.2008
Label: Massacre Records

Man kommt nicht umhin, den einst klischeebesessenen Power-Metaller von Steel Attack eine gehörige musikalische Entwicklung zu bescheinigen. Wo die Schweden zu Debützeiten noch mit recht kitschiger Ware daherkamen, steht heuer saft- und kraftvoller Classic Metal mit satten Grooves und einer mehr als anständigen Rhythmusarbeit. In Sachen Songwriting haben die Männer im Laufe der letzten Dekade gehörige Fortschritte gemacht und vermögen heuer sogar mit Nachdruck an die Pforte zur obersten Genre-Liga zu treten.

Mit ihrem nunmehr bereits sechsten Album belegt die Band ihren Emporstieg wiederum recht eindrucksvoll, zeigt sich kompositorisch absolut zeitgemäß und hat dank Soundtüftler Mike Wead (Mercyful Fate) auch eine ziemlich wuchtige Produktion im Gepäck. Die Drums ballern richtig fett, die Rhythmusgitarre setzt in den meist im Midtempo gehaltenen Stücken mehrfach Akzente, aber auch die Melodiearbeit, die hier unterschwellig von einem Keyboard getragen wird, weiß bisweilen zu überzeugen, auch wenn die ganz großen Hymnen ausbleiben. Aber je weiter man in die Materie eindringt, desto klarer kristallisiert sich so mancher Ohrwurm heraus, den man anfangs hinter dem relativ deftigen Kraftakt nicht vermutet hätte.

Unterdessen krankt die Platte ein kleines bisschen im vokalen Bereich. Frontmann Ronny Hemlin ist als Shouter eine Macht, zeigt aber in den Höhen einige eklatante Defizite, was angesichts der Theatralik der neuen Songs nicht wirklich förderlich für das Gesamterlebnis ist. Richtig starke Stücke wie „Angels“ oder „Perpetual Solitude“ wären über etwas mehr Stimmfestigkeit sicher froh, wenngleich sie auch ohne die Sicherheiten im klassischen Segment absolut überzeugend sind. Aber insgeheim wäre definitiv noch mehr drin gewesen.

Indes ist das Gros des Materials fast schon als überragend zu bezeichnen; Steel Attack beherrschen ihre Materie musikalisch einwandfrei und gestalten ihre Songs innovativ und mitreißend. Hier und dort finden sich typische Versatzstücke aus der Comeback-Zeit des Heavy Metals zur Mitte der Neunziger, jedoch werden diese Elemente hervorragend in das moderne Soundgewand von „Carpe DiEnd“ eingeflochten und absolut professionell dargeboten.

Fazit: Zwar ist der Gesang noch ausbaufähig, jedoch ist das musikalische Erlebnis dennoch reif für die Power-Metal-Oberklasse, sprich dort, wo Steel Attack mit etwas mehr Fortschrittlichkeit schon längst hätten präsent sein können. 2008 ist dieser Zeitpunkt nun mit „Carpe DiEnd“ endlich gekommen!

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