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Steadlür: Steadlür

Erfolgreich die Retro-Welle geritten
Wertung: 7.5/10
Genre: Glam Rock
Spielzeit: 36:30
Release: 29.05.2009
Label: Roadrunner Records

Dass die Retro-Welle zurzeit immer größer wird, dürfte wohl inzwischen schon jedem aufgefallen sein, doch Oldschool bedeutet leider nicht immer gleich Qualität. Mit Steadlür betritt nun eine weitere Band dieses Terrain, macht ihre Sache jedoch überraschend gut. Mit einer Mischung aus dreckigem Rock 'n' Roll und poppigen Melodien lässt die Band es ordentlich krachen und legt schon mit dem Debut einen potenziellen Chart-Stürmer vor.

Die von der Band zitierten Einflüsse wie Mötley Crüe und Guns & Roses lassen sich ebenso finden wie die von [The Offspring und Co., allerdings werden diese meistens nicht zusammen in einem Stück verarbeitet, sondern sind über die einzelnen Songs verteilt. So wird oftmals relativ hart losgerockt, genauso oft bekommt der Hörer aber auch simple Ohrwurm-Songs vorgesetzt, die allerdings keineswegs schlecht sind. Sehr passend zeigt sich auch die Stimme des Sängers, denn der raue und rotzige Gesang fügt sich insbesondere bei den rockigeren Stücken optimal ein, obwohl die klaren, ruhigeren Momente durchaus ein wenig häufiger eingesetzt werden dürften.

Dass auch die härteren Stücke ohne Probleme mit eingängigen Melodien verbunden werden können, zeigen Steadlür über das ganze Album hinweg, so gelingt mit „Poison“ beispielsweise ein mit Kettensägen-Klängen eingeleiteter Einstieg nach Maß, der echtes Rock 'n' Roll-Flair mit Hooklines en masse bietet. Bei der ersten Single-Auskopplung „Bumpin'“ beweist die Band dann anschließend, dass das erste Stück kein Glückstreffer war und regt mit weiblichen „Wa-Oh-Oh“-Chören und einem stampfendem Refrain zum Mitsingen an.

Mit „My Mom Hates Me“ zeigen sich dann auch die The Offspring-Einflüsse sehr deutlich, wobei jedoch durch den humorvollen Text das Teenie-Flair ein wenig entschärft wird. Ob Tracks dieser Marke neben den raueren Stücken bestehen können, muss jeder für sich selbst entscheiden; sicher ist aber, dass Steadlür wissen, wie man gute Melodien schreibt und daher auch eine Menge kommerzielles Potenzial besitzen.

Balladen sind erwartungsgemäß natürlich auch vertreten, vermögen aber allerdings nicht so sehr zu überzeugen wie die restlichen Songs, denn die ruhigeren Stücke wie „Angel (On The Wrong Side Of Town)“ und „Change“ wirken phasenweise doch arg kitschig. Gelegentlich gibt man sich jedoch auch mal ein wenig experimenteller, so wird beispielsweise der ansonsten eher durchschnittliche Song „Whisky & Women“ durch elektronische Spielereien ein ganzes Stück aufgewertet, ebenso wie der sowieso schon starke Track „Time“, der sich durch seine melancholischere Melodieführung angenehm hervortut, die trotzdem im Ohr hängen bleibt.

Die Stärken des Albums liegen ganz klar im tollen Riffing, das durch die sehr professionelle Produktion äußerst kraftvoll daherkommt und den gelungenen Hooks, die die Stücke zwar oftmals relativ poppig erscheinen lassen, durch ein gesundes Maß an Härte aber wieder genügend Biss verliehen bekommen, um zu überzeugen. Auf technischer Ebene wissen insbesondere die Gitarren zu überzeugen, denn auch klassische Solos findet man auf der CD des öfteren.

Zurück bleibt ein positiver Gesamteindruck und das Wissen, dass Steadlür eindeutig dazu in der Lage wären, die Charts aufzumischen, denn Ohrwurm-Melodien sind auf der Platte ohne Ende vorhanden. Am meisten zu begeistern vermögen jedoch die dreckigeren Stücke wie „Poison“, denn diese sind optimal dazu geeignet, sowohl jüngere Hörer als auch Anhänger des guten alten Rock 'n' Roll-Sounds für sich zu gewinnen.

Steadlür haben mit ihrem selbstbetiteltem Debut-Album einen ordentlichen Einstieg hingelegt und zeigen, dass bei der Retro-Welle einige hoffnungsvolle Newcomer dabei sind, denen es geschickt gelingt, Altes mit Neuem zu verbinden und die Einflüsse glaubwürdig zu verarbeiten, ohne Eigenständigkeit vermissen zu lassen.

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