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Stayte: The Two Sisters

Wenig Abwechslung, trotz fünfjähriger Entwicklungszeit
Wertung: 6/10
Genre: Gothic-Metal
Spielzeit: 33:20
Release: 03.09.2010
Label: Spiralchords/Al!ve

Wer sind Stayte? Immerhin liegt nun schon das vierte Album des Duos vor. Stayte sind Joshua Bradford (Gesang) und Clayton Worbeck (Gitarre und Keyboard), zudem wurden für die Aufnahme des Albums „The Two Sisters“ diverse Gastmusiker zur Hilfe genommen. Hier sind zu nennen: Pat Lubuda (Schlagzeug), Derek Philips (Bass) und Bernard Ducrocq (Pro One). Aber vor allem sind Stayte zwei Mitgleider der Post-Industrial Band Revolting Cocks und trotz der Arbeit mit eben dieser Band wurde das Projekt Stayte nicht vergessen und fortlaufend an „The Two Sisters“ gearbeitet.

„The Two Sisters“ fängt aggressiv an und der erste Song „Hypoxia“, welcher auf der EP „Cognitive Dissonace“ schon veröffentlicht wurde, steht hier für den gesamten Eindruck, den das Album macht: Kurze prägnante Texte, Aggressivität und Schluss. Der nur 47 Sekunden lange Track geht direkt in „To Die Alone“ über. In diesem Song wird das Leben in Los Angeles verarbeitet, die Stadt der Engel, in der alle Freunde sind, die es so nicht gibt. Ganz im Gegentei,l Josh und Clayton haben hier erlebt, dass statt dessen Einsamkeit herrscht, da ist niemand für einen. Joshs Stimme macht die Melancholie deutlich, aber auch die Gastmusiker sind hier richtig gewählt. Bass und Schlagzeug zeigen, dass Stayte sehr wohl rocken können.

Der Titelsong „The Two Sisters“ wird exakt so angekündigt und macht deutlich, was Stayte hinterfragen: Was ist passiert zwischen dem ersten Tag und dem heutigen? „The Two Sisters“ erzählt von Adam und Eva, der unbedachte Griff zum Apfel, der alles verändert hat. Dieser Wandel wird erneut im Song „iEnemy“ aufgenommen. Doch vorher wird noch das Paradies „Shangri La“ besungen und Religion ist auch hier wieder ein Grundthema. Das Paradies steht obendrein erneut im krassen Gegensatz zur Stadt Los Angeles.

„iEnemy“ schließlich spricht das Zeitalter, in dem wir leben, an, welches stark durch Steve Jobs und die gesamte Technologisierung beeinflusst wird. Der Feind ist das Schnelle, das Digitale, was uns bestimmt. Die Lyrics von Joshua Bradford und das Gitarrespiel von Clayton, welches wieder durch die Gastmusiker unterstützt wird, machen die Verzweiflung durch brachiale Riffs deutlich. Jesus Christus wird hier als Gegenpol für die „iZeit“ gesehen und die Verzweiflung, was mit uns passiert, wird mit dem abrupten Enden des Stücks nochmals betont.

Joshua versteht es, seine Stimme zu nutzen, sie einzusetzen, um Aggressionen, aber auch Aufforderungen zum Nachdenken deutlich zu machen. Er nutzt sie, um Geschichten zu erzählen. Einerseits wirkt sie zärtlich bei „Coming Apart“, andererseits schafft er es dann, bei „The Queen Of Old Ways“ dem Hörer kalte Schauer den Rücken runterlaufenzulassen. Jedoch ist genau die Mischung, die oftmals in einem Song genutzt wird, der Grund, wieso Songs wie „The Screen Becomes A Blur“ schnell nerven.

Fazit: Die Arbeit um das Album wurde 2005 begonnen und es hätte dem Album gut getan, wenn die volle Konzentration auf „The Two Sisters“ gelegen hätte. Joshua Bradford und Clayton Worbeck haben die richtigen Ansätze, die Lyrics zeigen, dass sie was zu sagen haben, die Riffs, die Klänge, die zwischen Industrial und Gothic zu Hause sind, machen deutlich: Mit Stayte ist zu rechnen. Aber doch klingt das Album unfertig, nach nur 33 Minuten Spielzeit ist es schon wieder vorbei.

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