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Staubkind: Traumfänger

Ein wahrlich gelungenes Debüt
Wertung: 7.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 76:33
Release: 31.01.2005
Label: Fear Section

Gegründet wurde das Projekt Staubkind seinerzeit im Jahre 2003 vom Terminal Choice Mitglied Louis Manke. War jener Louis Manke bei Terminal Choice bisher lediglich als Gitarrist tätig, so übernimmt er bei seinem eigenen Projekt nicht nur eben genannte Rolle, sondern neben dem Schreiben der eigenen Texte greift Louis nun auch selbst zum Mikrofon. Im Februar 2004 erschien bereits beim heimischen Chris Pohl (Terminal Choice, Blutengel) Label „Fear Section“ die erste Single von Staubkind mit dem Titel “Keine Sonne“, welcher auf ganzer Linie begeistern konnte mit seiner Mischung aus kernigen Düsterrock-, sanften Elektroelementen und einem Text, der mit seinem Inhalt über den Trennungsschmerz und seiner gefühlten, sozialen Kälte, vielen aus dem Herzen sprach.

Im Mai 2004 war es nun soweit und mit dem vorliegenden Album “Traumfänger“ konnte nun ein Debüt Album vorgelegt werden, das musikalisch nicht nur u.a. an Bands wie Zeraphine, Evanescence und Oomph! erinnerte, sondern auch wirklich eigene, innovative Wege gehen konnte, was die Umsetzung von Louis träumerischen Textideen betraf (u.a. durch Louis eigenen und recht markanten Gesang, sowie dem Mitwirken einiger Gastmusiker). Hatten doch im Vorfeld viele geunkt, dass Staubkind eher ein musikalischer und textlicher Terminal Choice - Klon werden würde, so hatten sich diese im Nachhinein doch gewaltig geirrt: Wüsste man nämlich nicht, dass Louis Manke eben gerade beim brachialen Gothic Rock und Dark Elektro Projekt Terminal Choice mit involviert wäre, hätte man ihm vielleicht nie so ein eigenständiges du innovatives Werk wie “Staubfänger“ zugetraut. Nachdem dann auch recht schnell die Erstauflage von “Traumfänger“ ausverkauft war und die Band dann auch noch fast parallel dazu von den Lesern des Magazins “Orkus“ zu den „Newcomern des Jahres 2004“ gewählt worden, standen mit einem exklusiven und umjubelten Live Auftritt beim WGT 2005 und diesem hier nun vorliegenden Re-Release (mit neuem Cover-Artwork und drei weiteren, neuen Bonustracks) u.a. zwei weitere Highlights für das Jahr 2005 an.

Doch nun mal der Reihe und betrachten wir mal einige der enthaltenen Albumstücke etwas genauer: Schon der erste reguläre Eröffnungstitel “Dein Engel schweigt“ lässt einen mehr als nur positiv staunend zurück, wenn man erstmals diese mannigfaltige Gothic Rock-Stück voller Wucht und melodiöser Brachialität verinnerlicht hat: Hier wird eindeutig geklotzt und nicht gekleckert, was eine unnachahmliche Symbiose aus Härte, Melodie, Gesang und Text betrifft. “Dein Engel schweigt“ hat einen nicht widerlegbaren Ohrwurmcharakter und kann auf kompletter Ebene vollkommen überzeugen. “Keine Sonne“ war wie oben bereits angesprochen seinerzeit die erste Single von Staubkind, welche nicht umsonst sehr gute Kritiken allerorts einheimsen konnte. Aus diesem Grunde komme ich nun zu meinem zweiten, persönlichen Highlight dieser CD mit dem Titel “Schlaflied“.

Das “Schlaflied“ werden wir insgesamt in drei unterschiedlichen Versionen auf diesem Album finden, wobei ich persönlich den “Unheilig Remix“ als die „ultimative Version“ ansehe, da hier der kernige und aggressive Rocksound des Originals und der zerbrechliche und Gänsehaut-fördernde Gesang von Ulrike „Ulli“ Goldmann (welche zu diesem Zeitpunkt noch bei Say Y als Sängerin fungierte) aus dem “Schlaflied II“ zu einer Einheit zusammengeschmolzen wurde und einem wirklich komplett durch Mark und Bein fährt! Auch möchte ich an dieser Stelle folgendes zum “Schlaflied“ erwähnen: Inhaltlich geht es bei jenem Lied um das Thema Kindesmissbrauch bzw. auch um Kindesmord (ganz wie man es für sich eher interpretieren möchte, da der Text „glücklicherweise“ jenen Spielraum zulässt). Will also heißen: Sollte jemand schon mal indirekte oder gar wirklich persönliche Erfahrungen in diesen sehr schmerzlichen Lebensbereichen gemacht haben, so könnte einen durch das Hören dieses Liedes durchaus die Vergangenheit wieder einholen und (auf sehr gefühlvolle Weise) alte Wunden wieder aufreißen (ich weiß wovon ich spreche, deswegen wollte ich es hier auch extra nochmals an dieser Stelle erwähnt haben). 

Der anschließende Titel “Ein Traum der nie vergeht“, stellt wiederum eine sehr fruchtbare Symbiose dar: So schrieben und intonierten Nik Page und Louis Manke zu gleichen Teilen jenes rasante und melodiös-raue Musikstück um Seelenheil, Träume, Sehnsucht und Liebe. “Mein Herz“ ist besonders in der Live-Version ein Genuss sondergleichen, durch seine recht ruppige und eingängige Melodieführung. Sowie einigen geschickt eingewobenen Elektroelementen die m.u. entfernt etwas an die frühen Titel Rammsteins erinnern, aber dennoch genug Eigenständigkeit sich bewahrt hat... Auch durfte letztendlich Mastermind und TC-Bandkollege Chris Pohl nicht fehlen, welcher für Staubkind extra den gleichnamigen Titel “Staubkind“ zu Papier brachte und zusammen mit Louis als durchaus gelungenes Duett vorträgt (im welchem es inhaltlich darum geht, wofür Staubkind nun eigentlich thematisch steht).

Aber nun mal zu den berüchtigten „Ecken und Kanten“, die hier allerdings erfreulich gering ausfallen: So hatte sich Louis u.a. daran gemacht, mit dem Lied “Ohne Dich“ eine Coverversion jenes Selig Klassikers vorzulegen: Sichtlich hat man sich bei dieser Coverversion Mühe gegeben, was die Umsetzung in Sachen Gesang angeht, aber dennoch wirkt das Stück in seiner Gesamtheit eher unpassend, was den Albumkontext betrifft und auch musikalisch ist dieses Stück leider nicht mehr als gehobenes Mittelmaß. Der nächste Kritikpunkt wäre zudem auch, dass auf die Dauer gesehen (bzw. gerade zum Schluss der regulären Setliste hin) doch hin und wieder die Abwechslung innerhalb der einzelnen Songs fehlt und sich somit vieles vom musikalischen Grundgerüst her doch recht ähnlich anhört...

Aber dennoch: “Traumfänger“ ist ein wahrlich gelungenes Debüt Album, das sich wirklich nicht zu verstecken bracht! Auch sind es gerade diese „Ecken und Kanten“, die dem Album eine definitive Authentizität verleihen und ihm einen berechtigten Platz innerhalb der besten melodiösen Düsterrock CD´s des Jahres 2004 bescherte. Mit der MCD “Ausgebrannt“ (erschienen im Oktober 2005) steht auch bereits schon ein neuer Output der aufstrebenden Newcomer an und wir lassen uns sehr gerne überraschen, was wir noch alles in Zukunft von Staubkind hören werden!

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