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Staubkind: Ausgebrannt

Nochmals einen großen Schritt nach vorne
Wertung: 8.5/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 21:38
Release: 07.10.2005
Label: Out Of Line

Die psychologische Bedeutung des Wortes „ausgebrannt“ ist im Allgemeinen nicht erst seit den beiden bekannten „Burn out“ Patienten Sven Hannawald (Ex-Skispringer) und Sebastian Deisler (FC Bayern Fußballspieler) bekannt und ein Begriff. Ein zu hoher Leistungsdruck an sich selbst kann auf die Dauer gesehen nicht lange gut gehen... Fast schon unbemerkt beginnt man mehr und mehr den Halt, Mut und jene doch so wichtige Selbstachtung zu verlieren. Ein Teufelskreis, aus dem nur noch sehr schwer wieder zu entkommen ist.

“Ausgebrannt“ ist auch der Titel jener aktuellen Single von Staubkind, die bereits mit ihrem Debütalbum “Traumfänger“ sehr positiv von sich reden lassen konnte. Diese Single enthält nicht nur insgesamt drei brandneue Tracks, sondern auch noch zwei sehr schöne, authentische Live-Mitschnitte vom Wave Gotik Treffen 2005 und ein exklusiven Videoclip zum Song “Viel mehr“ (welcher auf dem 2005er Re-Release von “Traumfänger“ zu hören ist).

Inhaltlich geht es im Titeltrack “Ausgebrannt“ um eine tragische Liebesgeschichte, welche nur noch darauf wartet, in die Brüche zu gehen. Aber nicht aus dem Grund, weil beide Liebenden ein falsches Spiel miteinander spielen würden. Nein, nein... “Ausgebrannt“ suggeriert uns fast schon bildhaft die persönliche Entfremdung zu sich selbst. Auf Grund dessen, das man zuviel und zu lange Gefühle und Gedanken in den geliebten Partner gesteckt hat. Sich dabei aber fast schon selbst aufgegeben hatte... aus Liebe! Doch was passiert, wenn man erst zu spät erkennt, in was für eine Lage man sich befindet? Wie findet man wieder zu sich selbst zurück, ohne sich dabei vom Partner zu entfremden? Innerlich ernüchternd und ausgebrannt steht man vor einem riesigen, schwarzen Abgrund. Wartend auf Rettung. Welche man aber nicht in der Lage ist zu benennen. Musikalisch ist “Ausgebrannt“ feinster, melodischer Gothic Rock mit geschickt eingefädelten Synthesizereffekten und Melodiebögen. Die Gesangsstimme von Louis Manke ist, melodramatisch betrachtet, pure Agonie, Resignation und Verzweiflung. Man leidet als Hörer jener Strophen förmlich mit und kann sich ihrer einmaligen (und traurigen) Faszination nicht entziehen. Zweifelsohne ist “Ausgebrannt“ wohl einer der besten und reifsten Songs dieser noch recht jungen Combo aus Berlin und Dresden.

“Deine Nacht“ lässt wieder so etwas wie Hoffnung aufkeimen und einen in guten Zeiten (bzw. Erinnerungen) schwelgen. Eben jene Zeiten und Gefühlsmomente, die man in dieser Form genau so wieder erleben möchte: In trauter Zweisamkeit. Man würde wirklich alles dafür geben und tun, um wieder so frei und glücklich zu sein. Die logische und konsequente Weiterentwicklung stellt so dann der Titel “Frei (wie du fühlst)“ dar. Man erkennt, dass man letztendlich nur einem Trugbild hinterher rannte. Die Erkenntnis, dass es einfach keinen Sinn mehr macht, noch länger seinen schmerzlichen und qualvollen Erinnerungen nachzulaufen. Was nun noch bleibt, ist der beiderseitige Abschied: Völlig wortlos und innerlich zerrissen. Voller neuer Freiheit und neuer (innerlicher) Leere. Die Soundkulissen von “Deine Nacht“ und “Frei (wie du fühlst)“ sind zwar m.u. nicht mehr ganz so bedrückend wie bei “Ausgebrannt“, aber auf Grund seiner inhaltlichen Tiefe und Tragik nicht minder anspruchsvoll und emotional.

Ohne Zweifel haben Staubkind mit dieser Single in den Bereichen Songwriting und dazugehöriger Musikuntermalung nochmals einen großen Schritt nach vorne gemacht. Und man kann den Jungs zu diesem kleinen Meisterwerk wirklich nur gratulieren. Da man es ihm wirklich anmerkt, dass es von reinsten und tiefsten Herzen kommt.

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