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StateChaos: Chaos Pain Despair

Gerade mal Durchschnitt
Wertung: 5.5/10
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Spielzeit: 40:56
Release: 07.03.2011
Label: Eigenproduktion

Manchmal fragt man sich als Redakteur (und wahrscheinlich auch als Fan an sich) tatsächlich, ob man selbst noch alle Tassen im Schrank hat. Da werden CDs über den grünen Klee gelobt, bei dem einem persönlich das kalte Kotzen überkommt, und umgekehrt kann man sich ein bestimmtes Album zigmal in der Endlosschleife anhören, während alle anderen sich mit blutenden Ohren auf dem Boden wälzen.

„Chaos Pain Despair“ von den Niederländern State:Chaos birgt ein ähnliches Phänomen in sich, freuen sich doch Rezensenten auf der ganzen Welt über den Death-Thrash der Jungs, während die Schreiberin dieser Zeilen auch beim fünften Hören immer noch nicht viel mehr als Müdigkeit verspürt. Zwar haben die Jungs rund um Sänger Remco ihre Instrumente durchaus im Griff, aber so richtig mag das Gefühl nicht verschwinden, dass man das alles schon einige Dutzend mal besser gehört hat und vor allem mit mehr Spielfreude. Als Paradebeispiel für holländischen Todes-Thrash können hier sicherlich Hail Of Bullets herhalten, obwohl der Vergleich fast unfair ist, weil deren Fronter Martin van Drunen nun mal ein Ausnahmetalent darstellt.

Tatsache und keineswegs unfair ist allerdings die Bemerkung, dass auf „Chaos Pain Despair“ alles irgendwie zu gewollt erscheint. Die tiefen Growls von Remco klingen gepresst, wenig motiviert und irgendwie gelangweilt, während die höheren, heiseren Shouts zumindest noch ein wenig Abwechslung in die Platte bringen. Auch instrumentaltechnisch gibt es kaum Überraschungen, sieht man mal von gelegentlichen Passagen wie dem Mainriff im Opener „Forbidden Ground“ ab, das sich zu einem Gitarrenfavoriten der Platte mausert.

Zum Nebenbeihören ist die Platte übrigens ganz prima, denn auch nach dem fünften Durchlauf bleiben kaum relevante Stellen hängen, nichts fordert die ungeteilte Aufmerksamkeit des Hörers, kein Riff, Drumpart oder Schrei lässt einen unwillkürlich begeistert von seinem Buch hochfahren – schade, denn Potenzial dürften die Jungs schon haben. Das beweisen allein die zweistimmigen Schreie in „Bringing The Pain“; ansonsten kann man die Highlights auf der Scheibe aber mit der Lupe suchen. „From The Grave“ wäre so eines, wenn die Gitarren etwas druckvoller, etwas schneidiger daherkämen und so die Vocals besser unterstützen würden statt die Dynamik runterzudrehen.

Im Verlauf der Songs wird man irgendwie das dumpfe, aber nagende Gefühl nicht los, dass State:Chaos hier ein und dasselbe Gitarrenriff mehrfach verwursten. Liegt vielleicht aber auch daran, dass sich die zehn Songs alle relativ stark ähneln und man nach ein paar Durchläufen sowieso nicht mehr so hundertprozentig weiß, wo oben und unten ist – ein Grund dafür könnte sein, dass die Holländer ziemlich heftig klöppeln, aber nicht so recht auf den Punkt kommen, obwohl beispielsweise „Hybrid Breed“ ein schön düsteres Feeling verbreitet.

Weiter geht’s mit vorhersehbarem Geschredder („To Die Again“) und der Erkenntnis, dass eben doch nicht alles gut ist, was metalmäßig aus Holland kommt. Um dem Albumtitel mal gerecht zu werden – ein bisschen mehr Chaos hätte den Jungs vielleicht nicht geschadet, schließlich fallen die meisten Tracks doch sehr ähnlich berechenbar aus. Schmerz empfindet man hier nicht beim wilden Moshen oder Headbangen, sondern höchstens, weil man glaubte, hier eine wirklich gute Scheibe vorzufinden – die Verzweiflung kommt letzten Endes, weil man seine Zeit nicht sinnvoller genutzt hat, statt sich diese Platte anzuhören. Mehr als Durchschnitt wird es auf jeden Fall nicht mehr, da nutzt auch das hübsch destruktive Cover nichts.

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