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Stargazery: Stars Aligned

Leider immer noch eine One-Man-Show
Wertung: 4/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 51:43
Release: 23.01.2015
Label: Pure Legend Records

Fast vier Jahre nach ihrem Debütalbum bringen die finnischen Melodic Metaller von Stargazery, die übrigens schon seit fast zehn Jahren die Musiklandschaft bereichern, diesen Januar mit „Stars Aligned“ ihren zweiten Longplayer auf den Markt. Die Songs selbst waren dabei schon Ende 2012 fertig, die Aufnahmen zogen sich aber offensichtlich noch eine Weile hin. Das muss aber natürlich nichts schlechtes sein und so darf man sich durchaus Hoffnung machen, dass sich die jahrelange Arbeit des Quintetts auch hörbar auszahlt und das Zweitwerk auf the-Pit.de etwas besser wegkommt als sein Vorgänger.

Der Beginn ist auf jeden Fall schon einmal vielversprechend. Der Opener „Vodoo“ zeichnet sich durch drückendes, gerade zu Beginn an Speed Metal erinnerndes Riffing, vor allem aber durch einen Refrain mit absolutem Ohrwurmcharakter aus. Auch die zweite Nummer fällt nicht gerade schwach aus. Zwar sind bei „Angel Of The Dawn“ deutliche Hammerfall-Anleihen zu erkennen, diese bewegen sich aber in einem Maß dass durchaus noch tragbar ist.

Leider hält der gute Eindruck den die Finnen zu Beginn erwecken, nicht allzu lange an. Das lahme „Invisible“ könnte man, würde man die überflüssigen Wiederholungen weglassen, auf circa zwei Minuten kürzen, und spätestens wenn man in „Absolution“ nicht mehr als einen einfallslosen Mix aus Sabaton und Manowar erkennt, muss man mit Schrecken an das voller Anleihen steckende Debütalbum denken.

Anstatt das Ruder herumzureißen geht es bei den folgenden Songs dann leider stetig bergab. Während Sänger Jari Tiura den mittleren Teil des Albums mit seiner starken Gesangsperformance noch retten kann, driftet das Zweitwerk des Quintetts gegen Ende hin dann immer mehr in fast schon unerträgliche Einfallslosigkeit ab.

Den Tiefpunkt erreichen Stargazery dann bei den Power-Balladen „Hiding“ und  „Warrior’s Inn“. Klar, die Gesangsperformance ist wie gewohnt auch hier aller Ehren wert. Ansonsten muss man positive Elemente allerdings mit der Lupe suchen. Das Gitarrensolo auf „Hiding“ kann man vielleicht noch als gelungen einstufen. Das war es dann aber auch schon. Dass der Bonustrack „Tumma Nainen“ dann quasi eine genaue Kopie des vorletzten Songs „Dark Lady“ ist, der sich einzig und allein durch einen finnischen Text vom Original unterscheidet, sollte schlussendlich auch nicht mehr wirklich überraschen, sorgt mit gutem Willen aber vielleicht sogar noch für einen kleinen Exoten-Bonus.

Ein weiterer, großer Kritikpunkt, der sich über das gesamte Album zieht, ist der Keyboardsound. Entweder dudelt Marco Sneck’s Instrument in einer Lautstärke im Hintergrund herum, die gerade laut genug ist, um wahrnehmbar zu nerven, oder es leitet Songs mit Anleihen klassischer Musik ein. Oder, und das ist das schlimmste, es plagt den Hörer laut und deutlich mit einem Sound, bei dem man sich die Haare rauft und verzweifelt fragt, warum der Produzent dem Elend kein Ende bereitet hat. Gut, der letzte Teil mag leicht überspitzt gewesen sein, aber die Sounds, vor allem bei den Soli (die an sich noch ganz annehmbar sind), sind wahrlich alles andere als ein Highlight - „Invisible“ beispielsweise bietet dankbarerweise den direkten Vergleich zwischen Gitarren- und Keyboardsound und macht die Wahl, was denn nun besser gelungen ist, wirklich nicht schwer. Wobei in diesem Solo immerhin auf den auch nur schwer zu ertragenden Plastiksound verzichtet wird, dem sich die Finnen sonst öfters mal bedienen.

Alles in allem gibt es auf „Stars Aligned“ leider nur einen einzigen wirklichen Lichtblick. Würde Frontmann Jari Tiura nämlich nicht wirklich jeden der Songs mit seinem starken Gesang aufwerten, diese Rezension würde zu einem kompletten Verriss mutieren. So bleibt das Gesamtwerk immerhin noch erträglich. Erträglich ist aber nun mal bei weitem nicht genug und da die erhoffte Steigerung leider komplett ausbleibt - ein paar nette Soli und geliehene Riffs sind einfach nicht genug - hält sich auch die Hoffnung auf eine zukünftige Steigerung arg in Grenzen. Und was Genrefans angeht - besser die Finger davon lassen. Denn schlechte Kopien mit einem guten Sänger sind nun wirklich kein überzeugendes Kaufargument.

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