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Stargazery: Eye On The Sky

Toller Sänger und durchschnittliche Songs – schade eigentlich
Wertung: 5/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 43:56
Release: 25.03.2011
Label: Pure Legend Records

Die finnische Melodic Metal-Truppe Stargazery ist also die erste Band, die auf dem von Pure Steel Records neu gegründeten Sublabel Pure Legend Records debutiert. Dabei legen Stargazery nach ihrer 2007 veröffentlichten Zwei-Track-Single „Dying“ mit „Eye On The Sky“ auch selbst ihr Debut vor.

Etwas mehr als fünf Jahre hatten die Finnen Zeit an ihren insgesamt zehn Tracks zu feilen, wobei „Dying“ auch schon damals auf der Single vertreten war und mit „Headless Cross“ Black Sabbath gecovert werden. Stargazery sind aber beileibe keine Rock’n’Roll-Greenhorns, sondern sie haben mit Jari Taura (ex-MSG) eine bekannte und sehr gute Stimme integriert, und auch Pete Ahonen (bekannt durch seine Engagements bei Ghost Machinery und Burning Point) gehört zu den genialen Vertretern seiner Gitarrenzunft.

Mit dem alten Singletrack „Dying“ können Stargazery auch direkt punkten. Die fette Produktion lässt die Gitarren klar und dynamisch aus den Boxen krachen, und auch die Keyboardparts setzen zahlreiche positive Momente, ohne sich zu aufdringlich in den Vordergrund zu schieben. Über dem Ganzen thront aber Jaris Stimme dermaßen klar und variabl, wie es wohl nur wenige seiner Frontmannkollegen erreichen (können).

Doch der zweite Song „Everytime I Dream Of You“ macht gleich alle positiven Hoffnungen auf ein gutes Album zunichte, denn diese Ballade ist weder episch noch herzergreifend, sondern sie trieft nur so vor übel klebendem Pop-Pathos und schmalziger Banalität. Natürlich liefert Jari auch hier eine harmonische Gesangsleistung ab, doch das Ganze macht aus einer belanglosen Ballade noch immer keinen Hit. Allerdings wird der Song sicherlich live neben den üblichen Feuerzeugattacken – mittlerweile eh abgelöst durch blinkende Displays diverser Mobiltelefone – gerade bei weiblichen Fans für nicht nur feuchte Augen sorgen.

Bis hierher hatte man ständig diverse Genre-Kollegen im Hinterstübchen – Hammerfall, Pretty Maids und wie sie alle heißen –  und das ändert sich auch nicht im eng gesteckten Bombast-Feld. Teilweise schwülstige Keyboards („I Am The Night“) treffen auf poppig galoppierende Klampfen („Jester of Kings“). Natürlich haben oben genannte Mitbewerber nicht den Melodiensegen allein geerbt, aber es reicht doch 2011 auch nicht aus, die Instrumente richtig gut zu beherrschen. Vielmehr sollte neben einer gehörigen Portion Passion auch ein Fass Innovation auf der Richtbank liegen, sonst purzeln die Fanbonuspunkte wie die Spritpreise nach den Osterferien.

Dass Stargazery allerdings auch richtige Songs schreiben können, zeigen sie dann spät(er) mit „Puppet On A String“. Endlich wieder einmal fett bratende Gitarren, und auch die allgegenwärtigen Tastentöne schwurbeln orgelartig und irgendwie passend dazu.

Noch ein Wort zum Cover-Song: Richtig nah am Original halten sich Stargazery beim Black Sabbath-Song „Headless Cross“, und es scheint, als wäre Jari beim damaligen Sabbath-Fronter Tony Martin in die Lehre gegangen. Unterm Strich gelungen, aber braucht man heute noch ein nachgespieltes Stück, in welchem die Coverband keine eigenen Akzente setzen kann und somit nur ein weiterer Beleg für fehlende Eigenständigkeit bleibt?

Ordentliche Produktion, toller Sänger – und zwei vorzeigbare Songs – das ist ein bisschen wenig, wenn man auf dem heiß umkämpften Markt nicht nur ausreichend CDs absetzen sondern auch einen Live-Gig im BH- und Stofftierhagel erleben will. Zu häufig blitzen die Originale durch, und Stargazery werden sich den Plagiatsvorwürfen stellen müssen. Mit „Everytime I Dream Of You“ liegt nicht nur die textlich platte, sondern auch musikalisch belanglose Quotenballade vor. Der Rest liegt eigentlich im hinteren Drittel des Mittelfeldes, und Stargazery sind gut beraten, nicht zu sehr dem Abstiegsgespenst in die Augen zu blicken. Lediglich der sehr souveräne Jari Taura sorgt für den nötigen Abstand von den Abstiegsplätzen – durchschnittliche Kost, die keinen wirklichen Bringer hat und auch nicht weh tut.

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