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Stamina: Perseverance

Der schlimmste Tastenkleister wurde entfernt
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 47:47
Release: 04.03.2014
Label: My Kingdom Music (physisch) / Power Prog (digital)

Etwa dreieinhalb Jahre ist es her, dass die Italiener Stamina (nicht zu verwechseln mit den finnischen Stam1na) mit „Two Of A Kind“ ihre letzte Full-length-Scheibe vorlegten, ein insgesamt gelungenes Album zwischen Hard Rock und Melodic Metal mit leicht progressiver Schlagseite, deren einzige kleine Mankos streckenweise arg überzogener Keyboardkleister und einige sonstige kitschige Momente waren. In der Zwischenzeit ist das Line-up der Truppe ein bisschen durcheinandergewürfelt worden – so richtig ist auf den ersten Blick nicht zu durchschauen, wer nun eigentlich festes Mitglied ist und wer nur Gast.

Dass Gitarrist Luca Sellitto noch dabei ist, überrascht nicht; die Band ist letztlich sein Baby, da er alleine für Musik und Texte zuständig ist. Auch Keyboarder Andrea Barone ist von der Besetzung der letzten Platte übrig geblieben, auf dem Tieftönerposten hingegen wurde gewechselt, dort zupft seit 2011 statt Roberto Chiumiento nun Lorenzo Zarone. Verwirrend wird es jedoch bei den Positionen von Gesang und Schlagzeug: Als neuer Drummer wird ein gewisser Enrico Canu aufgeführt, allerdings hat der auf dem Album noch nicht getrommelt (stattdessen haben sich zwei Gastschlagwerker diese Arbeit geteilt), und als Vokalakrobat Jacopo Di Domenico, dennoch taucht auch der vorherige Frontmann Giorgio Adamo (neben anderen Gastsängern) als Gelegenheitssänger bei einigen Stücken auf.

Soweit die etwas unübersichtliche Personalsituation anno 2014 bei Stamina, musikalisch setzt man indes die Ausrichtung des Vorgängers fort, wobei die Keyboards zwar immer noch recht dominant, aber erfreulicherweise nicht mehr so auffällig cheesy tönen wie noch auf „Two Of A Kind“. Der Sound ist jedoch generell rauer, gerade die Gitarren klingen dreckiger; das verwundert zunächst ein wenig, denn meistens wandelt sich bei einer Band der Sound von Platte zu Platte ja eher in eine glattere, polierte Richtung als umgekehrt. Doch Stamina steht das auf jeden Fall gut zu Gesicht, auf dem Vorgängerwerk befanden sich mit „Too Tired To Live“ und „Power Of Love“ einige derart AOR-angebiederte Schmachtfetzen, dass man hier auch gar nicht anders konnte, als in Sachen Schmalz zurückzufahren.

Natürlich ist die Affinität zu melodischen, hymnischen Parts, die sich leicht mitschmettern lassen, geblieben, dennoch wird bei Tracks wie dem Opener „Higher“ oder „Unbreakable“ relativ heftig gerifft, beim flotten Titelsong fingerfertig gefrickelt und dem vielfältigen „Breaking Another String“ schon mal ganz cool ein relaxtes kurzes Basssolo, das in einen smoothen jazzigen Teil führt, eingeschoben. Keine Frage, die Jungs verstehen was sowohl von eingängigem als auch anspruchsvollem Songwriting, beide Komponenten werden besonders beim zwar proggigen, aber dennoch ganz locker reinlaufenden „Naked Eye“ (nein, kein Cover von The Who) sehr schön kombiniert.

In Form von „Just Before The Dawn“ liegt letztlich zwar schon noch eine ganz schön schnulzige Ballade vor, aber obwohl diese so vorhersehbar ist wie die Tatsache, dass die Sonne im Osten aufgeht, kann man sie sich im Gesamtkontext noch ganz gut anhören. Wie erwähnt: Der schlimmste Tastenkleister wurde entfernt und durch ernsthafte und weniger nervige Keyboards ersetzt und die Yngwie Malmsteen-mäßige Akustikpassage am Ende dieses Songs (wieder einmal zeigt sich, dass Silletto in dem schwedischen Exzentriker definitiv ein großes Vorbild sieht) macht sich ebenfalls sehr hübsch. Alles in allem eine gute, abwechslungsreiche Scheibe, in die man als Freund von melodischem Metal mit Anspruch auf jeden Fall mal reingehört haben sollte. Möglicherweise wird nicht jeder damit warm, dass hier insgesamt fünf verschiedene Sänger agieren, aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sollte das eigentlich nicht das große Problem sein, der Fluss des Albums wird dadurch jedenfalls nicht großartig gestört.

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