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Stahlwerk 9: Der Tod nagelt die Augen zu...

Das wohl mit drögste Album der Electro-Szene aller Zeiten
Wertung: 3/10
Genre: Death Ambient
Spielzeit: 47:24
Release: 14.12.2006
Label: Steinklang

So manch musikalische Ergüsse machen es einem als Rezensenten wirklich nicht einfach im Leben - insbesondere dann, wenn sie sich, wie im Falle von Stahlwerk 9, hartnäckig in die Länge ziehen. “Der Tod nagelt die Augen zu...“ ist in der Riege des Stahlwerk 9 - Universums lediglich ein blosses Konzeptalbum zu nennen, das ursprünglich nur als exklusive Konzert-CD für Japan gedacht war. Thematisch nimmt dieses Werk auch Abstand von den bisherigen „Krieg und Chaos“ - Stützpfeilern des Projektes. Vielmehr steht bei diesem Release die finstere Epoche der Inquisition und Hexenverbrennung in Europa im Vordergrund des Geschehens...

Auch musikalisch gibt man sich auf “Der Tod nagelt die Augen zu...“ sehr zurückhaltend. Eine elektronische Spielwiese, die sich in diesem Falle gemeinhin als „Death Ambient“ bezeichnet wird. Der Sound ist nahezu durchgehend monoton und gedämpft abgemischt worden, und wirkt in vielen Passagen fast schon ein wenig „spirituell“ (...düster-spirituell natürlich).

Als „Gesang“ dieses Ein-Mann-Ensembles von Reinhard Hopf dient eine tiefe und stark verzerrte Männerstimme, die gelegentlich ihre in deutscher Sprache verfassten Texte und Predigten zum Besten gibt (und dies leider auch nur sehr unverständlich --> im Grunde vergleichbar mit der dämonisch-grollenden Stimme auf dem gleichnamigen Titelsong des Terminal Choice - Albums “Khaosgott“ anno Domini 1996).

Der mystische Noise-Sound ist - wie bereits erwähnt - extrem schwerfällig und langatmig ausgefallen (die fünf Albumtracks weisen jeweils eine Spielzeit zwischen 5 und 15 Minuten auf). Im Grunde passiert auf “Der Tod nagelt die Augen zu...“ außer einer pechschwarzen Grundstimmung und minimal wummernden Elektrosequenzen nicht sehr viel... oder anders gesagt: Man könnte dieses Konzeptalbum auch als die „ultimative Valiumtablette der Electro-Szene“ bezeichnen.

Ein dicker Pluspunkt ist allerdings zu Beginn des monumentalen Einstiegwerkes “Dies irae / ...als ich starb“, die sehr gut eingebundene Filmsequenz aus irgendeinem (höchstwahrscheinlich) Hexenfolterfilm der späten 60er Jahre: Klerikale Mönchschöre werden hier nach und nach von knallenden Peitschenhieben und wehklagenden Frauenbildern überzogen. Ein wirklich ungemein intensiver Einstieg in dieses Klanggut, das danach allerdings leider nie wieder diese verstörend fundamentalistische und beängstigende Stimmung heraufbeschwören kann.

Mein Fazit: Stahlwerk 9 haben mit “Der Tod nagelt die Augen zu...“ das wohl mit drögste Album der Electro-Szene aller Zeiten geschaffen... Man sollte wirklich enorm viel Gefallen an dieser Art von Musik empfinden, bevor man sich auf diese unheilschwangere Reise einlässt. Ich jedenfalls wäre vor Langeweile fast gestorben (...auch ohne zugenagelte Augen).

Anmerkung: “Der Tod nagelt die Augen zu...“ ist übrigens in drei unterschiedlichen Varianten käuflich zu erwerben. Einmal als reguläre CD im Jewel-Case und als jeweils auf 333 Einheiten limitierte (und von Hand durchnumerierte) Spezialauflage im CD-Digipak und Vinyl-Pressung.

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