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Stahlmann: Stahlmann

Stahlhartes Debüt
Wertung: 9/10
Genre: Neue Deutsche Härte
Spielzeit: 35:50
Release: 17.09.2010
Label: Afm Records (Soulfood Music)

Stahlmann kommen aus Göttingen und nicht aus dem Ruhrgebiet, wie man aufgrund von Assoziationen zu Stahl meinen möchte. Sie stehen für den Stahl, für die Unverformbarkeit und die Härte. Stahlmann sind: Mart (Gesang), Alex (Gitarre), Tobi (Gitarre), Dirk (Bass) und O-Lee (Schlagzeug). Sie sind eine neue Band, die der Neuen Deutschen Häre zuzuordnen sind und reihen sich genau dort nun ein. Parallel zur Veröffentlichung des Debüt-Albums „Stahlmann“ gab es auch die Verkündung, dass sie als Support von Eisbrecher auf Tour gehen.

Das Label AFM Records verspricht „plakative Texte und eingängige, intensive Gothic-Melodien“, und genau das halten die elf Songs der silbernen Männer (deren Markenzeichen).

Das Album beginnt mit knallhartem Rhythmus und dem passenden Song namens „Willkommen“; der Text ist düster, erzählend von Dunkelheit und einem Platz jenseits des Lichts, der Seele. Marts Stimme ist hart und doch fühlt sich das Willkommen ehrlich an und der Song geht direkt ins Blut.

Auch der zweite Song „Stahlmann“ zeigt, was Stahlmann von Vorgängern wie Oomph, Rammstein und The Krupps gelernt haben. Der Song präsentiert das, was Stahlmann von sich sagen möchte: Hart wie Stahl und das gesungene „Glück auf“ unterstreicht dies. Schade ist, dass der Song einfach mit zwei Minuten 20 Sekunden zu kurz ist. Sie gehen aber auch in diesem Song direkt auf die Kritik, nur „ein Plagiat“ zu sein, ein. Denn das liegt nahe, denn die Songs sind einfach denen von Rammstein sehr ähnlich, aber genau dessen sind sie sich bewusst und weisen darauf hin, dass „sie sind, wie sie sind.“

Die Power, die von Stahlmann ausgeht, zeigt sich in der Schnelligkeit der Abfolge der Songs, sie gehen ineinander über, die Melodien sind aufeinander abgepasst. „Hass Mich“ (Single Auskopplung) ruft Gott auf zu hassen, der Glaube an Gott ist da, und dessen Präsenz für den armen Sünder spürbar. Der Song ist kraftvoll, Gitarre und Schlagzeug werden gefordert und leisten besten Dienst zur Vollkommenheit des Eindrucks einer neuen Band der Neuen Deutschen Härte.

Songs wie „Stahlmann“, „Teufel“, „Marschieren“ zeigen durch aggressives Gitarrenspiel, den donnernden Einsatz des Schlagzeugs und Marts kämpferische Stimme, dass sie seit der EP „Herzschlag“ ihren eigenen Stil im Genre NDH gefunden haben. Tanzbar und fordernd sind Begriffe, die durch den Kopf des Hörers direkt nach dem ersten Hören gehen.

Das Album wird durch den Song „Willkommen“ eröffnet und schließt symbolisch, als wäre die Geschichte nun zu Ende mit „Letzter Vorhang“. Zwischendrin, innerhalb der Geschichte, gibt es neben den knallharten Songs aber auch ruhige Songs und hier sollte „Mein Flehen“ genauestens angehört werden. Sanft, sehnsuchtsvoll erklingt Marts Stimme. Der Song lädt zum Träumen, zum Nachdenken ein und verdeutlicht eines der meist gefühlten Gefühle: Sehnsucht. Stahlmann können also auch anders als laut und martialisch ihre Stimmung transportieren.

Fazit: Das Album ist zu kurz, trotz elf Songs kommt das Album gerade einmal auf 35 Minuten Spielzeit, was sehr schade ist. Stahlmann legen hier ein gutes Debüt-Album vor und sollten dem Vergleich zu anderen Bands der NDH schnell entwachsen, denn sie zeigen deutlich, dass sie anders sind.

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