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Stagewar: Living On Trash

Mutig zwischen die Stühle gesetzt
Wertung: 7/10
Genre: Rock’n’Thrash
Spielzeit: 41:35
Release: 23.09.2011
Label: VinterSon

Es ist doch immer wieder schön, wenn sich eine Combo aus dem eigenen Land anschickt, unter dem Banner Thrash Metal der heimischen Szene weiterhin Leben einzuhauchen. So auch bei den Hessen Stagewar, die mit dem Rundling „Living On Trash“ ihr Debut vorlegen. Dabei sind die Hessen-Thrasher schon seit 2003 aktiv und haben insgesamt vier Demos auf den Underground entlassen, wovon das letzte aus dem Jahre 2007 ebenfalls irreführend den Namen „Living On Trash“ führt.

Das martialischer Artwork – ein bös Gestrandeter sitzt auf einem Herrschersitz aus Auspuffüberbleibseln und thront so als Machthaber über den Unrat – sowie der Bandname deuten schon locker darauf hin, dass hier kein Kuschelrock zu erwarten ist – und richtig, Stagewar zocken einen eher thrashigen Stil, wobei sie stark auch eine rockigere Note einflechten und sich so von der Masse an Bands abheben. Allerdings zündet der gute Ansatz nicht immer, ein wirklicher Rohrkrepierer ist aber auch nicht dabei.

Da rocken sie durchweg im Uptempo bei „Shell Shock“, glänzen mit einem der besten Gitarrensoli der kompletten fast 42 Minuten, riffen frech von der Leber weg, lassen den Bass in bester Rock'n'Roll-Manier solistisch den Ton ergreifen – Rock'n'Thrash, wie er gerne an der Tür zum oberen Tabellendrittel kratzt. Dagegen langweilen sie regelrecht mit „The Scent Of Weakness“ – das Regenintro verführt nach diesem Sommer nicht gerade zu Freudenstürmen, die anschließende Gitarrenarbeit ist solide, kann aber nicht wirklich Akzente setzen, und die Gesangslinien könnten von der Power-Metal-Band Solar Fragment nach Hessen Einzug gehalten haben.

Eine deutliche bessere Arbeit liefern sie dagegen mit „Never Before“; die beiden Gitarristen Kimon und Dominik lassen sich vom vorantreibenden Bass inspirieren und im Verlaufe der Spielzeit wird sogar die Doublebass zum wohlig aggressiven Antreiber. Oder aber das darauf folgende „Sheets Are Smoking“; auch hier riffen die beiden retroerfrischend irgendwo zwischen Rock'n'Roll und Metal, und hey: „Your sight sending shivers…“ hat große Ähnlichkeit mit Panteras Grummelvocals.

Der Titeltrack „Living On Trash“ weiß ebenfalls zu gefallen. Zwar führt die akustische Introgitarre noch ein wenig auf die falsche Fährte, doch schnell dominieren die stark rifforientierten Gitarren, und Drums sowie Bass legen ein hart rockendes, aber kein thrashiges Grundgerüst. Mit „Last Line Of Defence“ und vor allem dem Rausschmeißer „Sweating Blood“ haben sie sogar zwei fette Thrash-dominierte Tracks, verzichten aber nicht auf die rockigen Soli.

Die hessischen Thrasher Stagewar haben den Bogen raus, wenn es heißt, dem Thrash eine eher rockigere Note zu geben und nicht wild und hemmungslos nach vorn zu preschen. Bei diesem Quartett hört sich das alles viel kontrollierter an. Sie würzen alles mit originellen Soli, schütteln sich ein Riff nach dem anderen aus dem Ärmel und auch Frontmann und Gitarrist Dominik weiß mit einer ihm eigenen Stimmfärbung aufzuwarten. Unterhaltsam, definitiv nicht massentauglich, zwei Attribute, die so leider auch auf tausende andere Bands übertragbar sind. Neun mal gut, mit „The Scent…“ ein Langeweiler, kein übler Schnitt für ein Debut – der Daumen zeigt bei soviel Potenzial auf sieben Punkte, doch richtige Thrasher müssen schon sehr ihre Toleranzgrenze Richtung Rock verschieben und Rock'n'Roller werden durch die Thrash-Elemente auf-, wenn nicht sogar verschreckt. Somit stellt „Living On Trash“ ein mutiges Unterfangen dar, sich bewusst genau zwischen die Stühle zu setzen.

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