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Spiritual Beggars: Demons

Ein überdurchschnittliches Album
Wertung: 8/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 49:4
Release: 15.08.2005
Label: InsideOut Music GmbH

Aus alt mach neu; Michael Amott, seines Zeichens Arch Enemy-Gitarrero, ruft 1992 die Spiritual Beggars ins Leben, um sich hier ganz dem retro-orientierten Stoner Rock zu widmen und sich einzureihen in die Gruppe der schillernden Persönlichkeiten wie Kyuss, Queens Of The Stoneage oder Monster Magnet.

Seine fuzzigen, heruntergestimmten Gitarren und die Hammondsounds von Bandkollege Per Wiberg, die sofortige Deep Purple-Assoziationen zulassen, beleben auf eindrucksvolle Weise die 60er und 70er Jahre wieder und bei Betrachtung ihres nebulösen Tonmaterials, wie in diesem Falle ihres neusten Albums "Demons", wird der Anteil, den das Selbstgerollte am Songwriting hat, überdeutlich.

Das epische "Inner Strengh"-Instrumentalintro löst bereits eine gewaltige Portion Enthusiasmus und Vorfreude auf das Folgende aus, gehen die Jungs doch mit Pauken und Trommelwirbeln und einem gewaltigen Gongschlag zu Werke.

"Throwing Your Life Away" knüpft nahtlos an diese Erwartungen an und erweist sich als straightes Rockbrett, das mit seinem bluesigen Groove sofort beim Hörer zündet, dennoch nicht statisch Strophe-Refrain-betont bleibt, sondern sich nach der Bridge eigenständig weiterentwickelt.

Die Folgetitel "Salt In Your Wounds" und "One Man Army" ändern an dieser Atmosphäre nichts, sondern interpretieren sie jeweils aufs Neue, wenn auch nicht vollkommen neuartig oder innovativ.

Erst "Through The Halls" bringt einen neuen, ruhigeren Ansatz ins Spiel; eine andere Form der gemächlichen Spannung durch lange Jams, wie sie auch auf "Sleeping With One Eye Open" und "No One Heard" zu finden sind.

Ob dieses, teils improvisierte, Dahintreiben als notwendige Komponente des Bandsounds oder als Vorwand, das Album etwas in die Länge zu ziehen, gedeutet wird, bleibt jedem selbst überlassen, aber klanglich funktioniert dieses Konzept ohne Konzept dennoch.

"Treading Water" ist erneut wieder ein Rockbrett der Extraklasse mit einem brillianten Amott-Solo und einem ausgezeichneten Gesang von Fronter JB, welches meine These unterlegt, dass die Stärke der Band in kräftigen Unisonoriffs liegt, da sie ihre ganz eigene Bluesrockmischung mit einer Prise Undefinierbares erst so zur Vollendung bringen können.

Dreckig, mit reizvollen Breaks verziert und eingängig, das sind Prädikate, die man "Dying Every Day" und "Born To Die" ohne Weiteres zugestehen kann; zeitlose Tracks, an denen man sich nicht satthören kann, nur die "Reprise"-Version von letzterem Track erscheint mir doch arg unnötig.

Lustig, aber nicht wirklich wegweisend ist fernerhin das aggressive "In My Blood", das leicht erahnen lassen kann, in welcher Sorte Band Michael Amott hauptberuflich klampft, sowie die Kifferhymne mit Mitgröhlcharakter "Elusive".

Was kann man also über dieses Album sagen?

Inside Out haben jedenfalls außergewöhnliche Arbeit bei der Produktion geleistet, denn es ist wirklich jede Note genauso abgemischt, wie man es von einer vernünftigen Rockscheibe erwarten kann.

JB's Gesang hat sich mittlerweile bezüglich Charakter und Ausdruck selbst übertroffen und Neubassist Charles D'Angelo komplettiert das Quintett zu den möglicherweise besten "Spiritual Beggars", die es jemals gab.

Rifftechnisch als auch vom Sound her ist die Zeitlosigkeit, die dieses Album an den Tag legt, wirklich überwältigend, denn hier haben sich die glaubwürdigsten Black Sabbath oder Deep Purple-Nachfolger zusammengefunden, die ich mir vorstellen kann.

Dennoch muss man auch die etwas schwächeren Passagen berücksichtigen, da es leider doch der ein oder andere Füller auf die Scheibe geschafft hat.

Ich halte meine Bewertung aber dennoch für angemessen, da ich die Spiritual Beggars im Allgemeinen als eine hervorragende, etwas übersehene Band aus dem Stoner-Sektor halte, sowie "Demons" im ganz Speziellen für ein überdurchschnittliches Album.

Jedem Spiritual Beggars Fan oder dem, der es werden will, kann ich außerdem die Special Edition dieses Albums ans Herz legen, denn sie enthält eine zweite CD mit einem Teilmitschnitt ihres vorzüglichen Japangigs vom 18. April 2003.

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