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Spirit Desire: Cause The Sun Is Gone

Ein starkes Stück Musik wie aus einem Guss
Wertung: 9,5/10
Genre: Shoegaze, Post-Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 22:14
Release: 12.04.2019
Label: Midsummer Records

Im Herbst 2017 hatten die Österreicher von Spirit Desire ihr Full-Length-Debüt „Distract Your Mind“ auf die willigen Shoegaze-Fans losgelassen, bereits im April diesen Jahres wurde die Nachfolge-EP „Cause The Sun Is Gone“ – erneut via Midsummer Records – veröffentlicht. Zeit genug also, in die shoegazig-post-rockige Atmosphäre einzusteigen, die sich auf der EP noch mal deutlich durchdachter zeigt als auf dem Debütalbum.

Sechs Songs haben es auf „Cause The Sun Is Gone“ geschafft, ein Titel, der ironischer nicht sein könnte, wenn man die Platte jetzt erst rezensiert – 35 Grad draußen, immerhin kühle 26 Grad in der eigenen Bude, da wäre zumindest die Schreiberin dieser Zeilen ganz froh, wenn die Sonne sich mal für eine Weile verpissen würde. Aber: Gänsehaut kann man bei den knapp über 20 Minuten Laufzeit auch bei hochsommerlichen Temperaturen entwickeln, verzurren die Herrschaften doch allerlei düster-melancholische Instrumentalspielereien mit resigniert-hoffnungslosem Gesang, der sich immer mal wieder auch im Grunge bedient, obwohl sich gerade diese Anteile, die noch auf „Distract Your Mind“ am meisten Punkte holen konnten, zunehmend in atmosphärischeren Sounds auflösen.

Jetzt könnte man munkeln, dass die Österreicher sich gerade damit selbst ein Bein gestellt hätten, doch weit gefehlt: Eingerahmt von den beiden Instrumentalstücken „The Moon Is The Sun...“ und „… Cause The Sun Is Gone“ können vor allem Stücke wie das recht flott anlaufende „Nobody‘s Fault“ auf ganzer Länge überzeugen. Dabei zeigen Spirit Desire immer wieder Instrumentalband-Tendenzen, der Gesang wird teils wie zufällig eingestreut, mit ordentlich Hall versehen und fügt sich so nahtlos in die flirrenden Gitarren und sphärischen Samples ein, so dass ein Track wie aus einem Guss entsteht. Filigrane und gleichzeitig undurchdringlich anmutende Gitarrenwände finden sich hier – und auf dem Rest der Scheiblette – ebenso wie beinah episch zu nennende Melodiebögen. Allein mit diesem einen Track haben die Österreicher schon einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, wenn man die Vorgängerscheibe zum direkten Vergleich hinzuzieht.

Ähnlich stark geht es mit dem Post-Punk-lastigen „Nightscroller“ weiter, bei dem sich Parallelen zu Kollegen wie Editors oder auch mal den mighty mighty Joy Division einschleichen; wie schon bei den vorangegangenen Songs muss man sich wundern, dass man den Gesang, den man auf „Distract Your Mind“ noch teils bemängeln musste, auf der neuen EP als großes Plus verzeichnen kann.

Ein bärenstarker Song findet sich dann noch mit „We Are Everything“ auf der Scheibe, ein bisschen fühlt man sich in die Crossover-Zeiten der Endneunziger/Anfang-00er zurückversetzt; starke Gitarrenwände paaren sich hier mit melodiösen Einsprengseln, besonders schön dann der tiefgestimmte Übergang zum Refrain – da kann man kaum still sitzen und das selig-grenzdebile Grinsen ist vorprogrammiert.

Unfassbar, was für ein wunderbares Stück Musik die Grazer hier abliefern. Sicherlich, für viele mag der doch etwas monoton-dumpfe Sound gewöhnungsbedürftig sein, zu den genannten Genres passt er jedoch wie Arsch auf Eimer. Da kann, nein: muss man sich im obersten Bewertungsdrittel einfinden und weil die Scheibe jetzt seit knapp zwei Stunden läuft und noch immer keine Langeweile aufgekommen ist, darf man die Truppe ganz dicht an der Höchstwertung ansiedeln.

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