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Spielbergs: Running All The Way Home

Spielbergs erspielen sich erneut eine hohe Punktzahl
Wertung: 8/10
Genre: Indie Rock
Spielzeit: 35:40
Release: 25.10.2019
Label: By The Time It Gets Dark

Die norwegischen Indie Rocker Spielbergs hatten es mit dem Titel ihres letzten Outputs schon ein bisschen angekündigt: „This Is Not The End“, und tatsächlich hat die Truppe vor Kurzem mit einer neuen EP nachgelegt: „Running All The Way Home“ enthält nicht nur, wie es sich gehört, einige brandneue Tracks, sondern auch einige bislang unveröffentlicht gebliebene Schmankerl aus vergangenen Aufnahmesessions. Zu Unrecht, sage ich, denn alles, was die Osloer fabrizieren, ist es wert, schnellstens veröffentlicht zu werden! Auch einige bekannte Tracks der „Distant Star“-EP begegnen dem geneigten Hörer auf der Tracklist und werden mit Veröffentlichung der neuen EP erstmals auch auf Vinyl gepresst.

Für Fans lohnt sich also schon um des Sammelns Willen, sich den neuesten Output der Norweger auf Vinyl zuzulegen, auch musikalisch kann man natürlich wieder nicht meckern. Unfassbar, dass die mittelschönen 6,5 Zähler, die die Erstlings-EP bei uns einfahren konnte, sich mittlerweile zur Bewertung im oberen Drittel gemausert hat und vor allem – Spielbergs ist inzwischen ein Name, der sofort die Alarmglocken für spannende Musik schrillen lässt.

Obwohl Spielbergs mit „The Sum“ ein deutliches experimentierfreudigeres, sphärisches, elektronisch geprägtes und damit an die Achtziger erinnerndes Stück auf die EP gepackt haben, zeigen die anderen Songs doch hauptsächlich das, was die Jungs am besten können: lärmig nach vorne preschen. Ein ordentliches Beispiel dafür ist das fast schon punkige „Fake A Reaction“, das trotzdem erstaunlich melodiös verpackt bleibt. Auch das vorab erschienene Titelstück mutet mit seinem Gitarrenintro erst mal recht gemütlich an, baut sich aber im Verlauf schon zu deutlich unheilschwangerer Stimmung auf und findet im Refrain dann seinen etwas gebremsten Höhepunkt – da hätten die Osloer das Gaspedal ruhig noch mal antippen können, einen starken Einstand bieten sie hier trotzdem an.

Deutlich noisiger und schön chaotisch grätscht dann „This Is Not The End“ durch die Boxen, ein astreiner Indie-Knaller, der sicherlich auch live für einige blaue Flecken sorgen wird. In den heimischen vier Wänden hat er zumindest den Effekt, dass man den Pegel schön genüsslich nach rechts dreht und sich freut, dass die 86-jährige Vermieterin nicht mehr mit dem besten Gehör gesegnet ist. Wer sich ein bisschen psychedelisch einschwurbeln lassen willen, der liegt bei „Ghost Boy“ genau richtig: Perlende Keyboardsamples paaren sich hier mit einlullenden, beinah an Post-Punk gemahnenden Gitarren und dem zunehmend monotonen Gesang von Fronter Mads Baklien.

Wer sich ein bisschen benebelt fühlt, kann sich beim ebenfalls bereits von der Erstlings-EP bekannten „Daisy! It‘s The New Me“ wieder wachrütteln lassen; sicherlich der fröhlichste Track der Band bis dato, kann man bei den treibenden Gitarren einfach nicht ruhig sitzen bleiben, so dass der Song auch ein Jahr (!) nach seiner Erstveröffentlichung noch mal auf die Liste der Anspieltipps hüpfen muss.

Im Zuge des Nachlesens der beiden vergangenen Reviews muss man sich mal vergegenwärtigen, dass Anfang 2018 noch kein Schwein die Herren Spielbergs kannte. Innerhalb von nicht mal zwei Jahren hat sich nach zwei EPs und einem Full-Length-Album eine hohe Qualität herauskristallisiert, die die Herren hoffentlich in der Lage sind zu halten. „Running All The Way Home“ markiert dabei nur einen logischen nächsten Schritt nach dem durchwachsenen „Distant Star“ und dem ausnehmend starken „This Is Not The End“ – mit Spielbergs kann man als Rockfan ab sofort nichts mehr falsch machen.

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