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Spellbound: Nemesis 2665

Ein gutes Stück Thrash Metal
Wertung: 7/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 52:50
Release: 10.08.2007
Label: Armageddon Music Verwaltungsgesellschaft mbH

„Genauso muss Thrash klingen“ – das behauptet zumindest Holy Moses-Frontgröhlerin Sabrina Classen und mit ihrer Meinung steht die Dame vom Fach nicht alleine da. Unter anderem äußern sich auch Gerre von den Biermetallern Tankard und kein Geringerer als Thrash-Legende Schmier sehr positiv über die süddeutsche Krachkapelle. Ein Lob von solch außerordentlichen Experten ist schon einmal eine gute Werbung für Spellbound, allerdings steigen damit meine Erwartungen an die Platte auch etwas an.

In den letzten Jahren gab es wenig Trash Metal, der mich begeistern konnte, geschweige denn die guten alten Zeiten des Bay Area Thrash für mich wiederaufleben liess. „Nemesis 2665“ ist nun also der nächste Versuch, an bessere Tage des Oldschool Thrash Metal anzuknüpfen.

Und tatsächlich! Die Vorschusslorbeeren sind durchaus gerechtfertigt. Der Vierer vom Bodensee überzeugt auf seinem zweiten Silberling, der genau wie der Erste via Armageddon Music erschienen ist, mit einem gefälligen Spiel, das an den Thrash der ersten Stunde erinnert. Das Quartett verwendet zahlreiche bewährte Klangelemente und kreiert daraus eine Mischung aus dem alten Exodus, Testament, Slayer und anderen Genregrößen.

Trotz dieser altbekannten Elemente wirkt das Ganze nicht ausgelutscht. Schneidene Riffs und ein solides Schlagzeuggewitter sorgen für die nötige Härte, während gute Soli und geschickt eingesetzte Breaks die komplette Scheibe etwas auffrischen und ihr einen eigenen Klang verleihen. Die Stimme von Sänger Dave Maier, der nebenbei auch noch in die Gitarrensaiten grabschen darf, klingt über weite Stracken fast wie die des jungen James Hetfield, mitunter aber auch deutlich tiefer und aggressiver.

In punkto Songwriting ist allerdings noch Verbesserungspotenzial vorhanden. Die Platte bietet wenig Überraschendes und auch ansonsten verlässt man selten das vertraute Songmuster, was nach einer gewissen Zeit (zumindest bei mir) etwas Langeweile aufkommen lässt.

Dem echten Thrasher wird diese Gleichförmigkeit aber wohl ziemlich egal sein. Die Scheibe wird mit Songs wie „Unsacred“, einem echten Thrash-knaller und dem Exodus-Cover „And Then There Were Non“ das Herz eines jeden Freundes der alten Schule höher schlagen lassen. Der längste Track „Celestial Death/Nemesis“ ist einer der absoluten Höhepunkte auf dieser CD. Hier treffen moderne und altbackene Passagen aufeinander und bilden ein interessantes Geflecht, das in ein super Solo mündet.

Zur Produktion des Albums kann ich nur eines sagen: Geil. Andy Classen hat es mal wieder geschafft. Aus seinem Stage One Studio kommen ja generell nur gute Produktionen, aber diese hier ist wirklich herausragend. Sehr klar, sehr transparent, einfach nur stimmig. Dadurch wird das Gesamtbild noch einmal um einiges aufgewertet.

Fazit: Insgesamt hat die Konstanzer Knüppelkompanie ein gutes Stück Thrash Metal geschaffen, allerdings auch nur gut und nicht mehr. Wenn man das Songwriting noch ein wenig verbessern und das Spiel etwas variantenreicher gestalten kann, sind Spellbound auch für ein echtes hammer Album mit Klassikerpotenzial gut. Echte Vollblut-Thrasher können sich „Nemesis 2665“ getrost zulegen, allen anderen Metalheads rate ich vor einem möglichen Kauf, erst einmal reinzuhören.

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