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Soulline: Screaming Eyes

Den Sängerwechsel kann man als gute Entscheidung verbuchen
Wertung: 7,5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 48:27
Release: 11.03.2022
Label: Massacre Records

Wahnsinn: Vor zwölf Jahren hatten die Schweizer Soulline ihr Album „The Struggle, The Self And Inanity“ veröffentlicht, seitdem sind nicht nur einige Jahre, sondern mit „We Curse, We Trust“ (2012), „Welcome My Sun“ (2015) und „The Deep“ (2018) auch einige Alben ins Land gegangen, jetzt steht die Truppe mit „Screaming Eyes“ wieder bereit – mit dem nicht mehr ganz neuem Sänger Ghebro, von dem man nur hoffen kann, dass er den unsäglichen Klargesang seines Vorgängers Klod nicht nachahmt, der seinerzeit die Punktezahl drastisch drückte. Kein Wunder, dass man den Werdegang der Truppe nicht mehr weiterverfolgen wollte – dabei ist der „Neue“ am Mikro jetzt auch schon seit der 2015er Platte dabei.

Asche auf unser Haupt, aber jetzt sind wir ja wieder dabei und hoffen auf schwungvollen Schweizer Prädikats-Melo-Death, wenn‘s sein muss auch mit Klargesang. Dass die Truppe mit „Say Just Words“ ein ziemlich geiles, weil sehr grooviges und aggressives Cover der mächtigen Paradise Lost mit auf die Tracklist gepackt hat, kann im Geiste schon mal positiv vermerkt werden.

Einen starken Start legen Soulline außerdem hin: „Your Death (Is My Life)“ schafft es gleich mal auf die Liste der Anspieltipps, ballert einen catchy Refrain raus und kommt dabei völlig ohne Klargesang aus. Ghebro bellt sich die Lunge wund und kann damit nochmals eine Schippe Groove auf das ohnehin starke Fundament packen. Überhaupt bedienen sich Soulline recht tieftöniger Melodien, was wenig mit dem klinisch-sterilen Sound zu tun hat, den viele Melodic Death-Bands erstrebenswert finden (und der manchmal durchaus genial verpackt sein kann). Stattdessen gibt man sich eher bodenständig und etwas roher – dank Keyboardteppich in Tracks wie „Salvation Inside“ weiß man aber immer, in welchem Genre man sich gerade befindet.

Wildes Kampfgeschrei leitet „Dragonfly“ ein, das im Refrain noch mal so richtig in die Knie geht und ohne Ende groovt, fast epische Gitarren mit einbaut und sich damit auch gleich fürs Treppchen qualifiziert. „The Child I Was“ weist ebenfalls eine klasse Melodie auf, die in wunderbarem Kontrast zu Ghebros fiesem Organ steht. Gegen Ende der Scheibe muss man allerdings ein Auge oder Ohr zukneifen: Klargesang! Und gar nicht mal so gut, weil recht nasal. Wollen mal hoffen, dass dieser auf dem Mist von Gitarrist Marco gewachsen ist, der wohl für die Backing Vocals zuständig zu sein scheint. Ghebro möchte man das eigentlich nicht anlasten, denn der tut sein Bestes, mit der nötigen Aggression gegenzuhalten.

Das CD-Digipak beglückt uns dann noch mit zwei remasterten Bonus Tracks, als da wären: „The Curse“, das recht schwungvoll daherkommt und einen der flottesten Tracks der Scheibe darstellt; sowie das deutlich behäbigere „Truth Will Out“, das sich eher in Hardcore-Manier durch die Boxen schleppt – bis zum Klargesang im Refrain.

Das mag jetzt eine etwas einseitige Perspektive sein, aber hätten die Jungs an den Songs mit Klargesang gespart, hätte man die Bewertung sicherlich noch mal anheben können – wobei hier keineswegs die Arrangements negativ zu bewerten sind, sondern leider die Stimme. Insgesamt liefern Soulline aber ein ziemlich geiles Album ab, das einige Songs beinhaltet, die sicherlich noch öfter im heimischen Player laufen werden – allen voran der Opener und das wirklich sehr gelungene Paradise Lost-Cover.

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