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Soulburn: Earthless Pagan Spirit

Mehr schwarz, dafür weniger Asphyx, die klare Kante scheint vorgegeben
Wertung: 7,5/10
Genre: Blackened Death Doom Metal
Spielzeit: 46:42
Release: 18.11.2016
Label: Century Media

Das niederländische Quartett Soulburn hat ja seit Bestehen und Gründung im Jahre 1996 schon einiges an Unbeständigkeit vorweisen können. Zum einen wurden sie damals allein schon zu Debützeiten gerne in einen Pott mit Asphyx geworfen, was ja personaltechnisch und auch soundmäßig durchaus Sinn gemacht hat und wo man auch heute noch immer wieder an klassische Marketingstrategien denken darf. Zum anderen waren sie 16 Jahre dann weg vom Fenster, bis sich die Soulburn-Kernkompetenz rund um Gitarrist Eric Daniels (ex-Asphyx, ex-Grand Supreme Blood Court, ex-Throne) und Bob Bagchus (ebenfalls ex-Ashyx und ex-Grand Supreme Blood Court, Minotaur Head, Throne) sich mit Twan van Geel (u.a. Legion Of The Damned) und Remco Kraft (aktuell auch bei Yenomorph, ex-Grand Supreme Blood Court) zwei neue Leute an Bord geholt hatten, um dem Death Metal ihrer Version nach deutlich angeschwärzter zu spielen – wie man dann ja auch dem 2014 veröffentlichten „The Suffocating Darkness“ locker heraushören kann.

Nun, zwei weitere Jahre und eine Split-7“ mit Desaster später ist die Truppe noch immer beisammen und zeigt nicht nur auf personeller Ebene Konstanz, sondern schreitet den einmal eingeschlagenen death-doomigen Schwarzweg gleich einmal konsequent weiter, um noch ein Stückchen mehr so auch alten Heroen wie Bathory, Celtic Frost, Venom oder auch Darkthrone zu huldigen. Twan selbst stellt dann im Vorfeld auch mal klar, dass sie hiermit ihre Visionen von neuen Ideen und dem Brückenschlag von Tradition folgen und beim dritten „so muss das sein“-Album endlich ihre Mitte gefunden haben.

Gleich mit den Opener „Where Splendid Corpses Are Towering Towards The Sun“ wird man auf Kurs geschaltet und Soulburn stellen klar, dass sie mit kompromisslos auch wirklich kompromisslos meinen: Kein Intro, todschwarzes Riffing, derb-kehlige Vocals und eine deutlich klare Kampfansage zur eigenen Asphyx-Vergangenheit. Letzteres wird dann zwar beim folgenden „The Blood Ascendant“ wieder revidiert, denn bei dem Tempo-mäßig deutlich gemäßigteren Song können sie sich nicht ganz von den Asphyx-Wurzel, vor allem der todesdoomigen Phase, abkapseln. Und dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen geht einem bei dem eröffnenden Riff  doch gleich mal das verrottet schwarze Doom-Death-Herz auf und es fehlt keineswegs an Durchschlagskraft, vor allem, wenn die bösartig schnelleren Eruptionen wie bei einem angeschossenen räudigen Köter sich tief ins faule Fleisch verbeißen.

So richtig ungewöhnlich werden Soulburn allerdings erst mit „Withering Nights“ und erstmals Lisette van den Berg (ex-Karmaflow, Epic Rock Choir, Little Devil Allstars, Scarlet Stories). Der Schachzug dieser stampfend doomigen und auch rasend schwarzgefärbten Derbnummer beschwört dann einen Blick auf die „progressive“ Seite in Erinnerung an Celtic Frost herauf (alle Meckerer sollten da mal wieder ein Ohr dem „Into The Pandemonium“- Album gönnen.). Mit „As Cold As Heavens' Slain“ gibt es dagegen einen zackigeren Rundumschlag aufs Fressbrett mit einer deutlich norwegisch geprägten Rumpel-Atmosphäre, während „The Torch“ sich eher in tödlich schwedischen Gewässern bewegt.

Die andere Seite sind dann halt auch die schwer Lava-artigen, mörderischen Doom-Mischungen á la „Howling At The Heart Of Death“, wo Soulburn zwar auch an Fahrt gewinnen und mit schrägen Sounds und kehlig derben Vocals voller abgründigen Tiefgangs überzeugen können, und das mehr als sieben Minuten lange Doom-Kraftpaket „Spirited Asunder“ mit Klarvocals. Ein dicker Tropfen auf dem Wermutsstein ist allerdings das abschließende mehr als drei Minutenoutro „Diary Of A Reaper“, ein überflüssig lang gezogenes Einlullen: Wenn so schwarze Messen abgehalten werden, dann braucht man sich nur vor schweren Augenlidern fürchten.

Schön rotzig, sogar ein bisschen räudig, was Soulburn auf ihrem Drittling – auf der Erstpressung gar um den Bonustrack „The Last Monument Of God“ erweitert – heraushauen. Ein bisschen mehr schwarz, dafür weniger Asphyx, die klare Kante scheint vorgegeben.

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