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Soul Demise: Sindustry

Death Metal aus dem Bunker
Wertung: 8.5/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 36:00
Release: 26.11.2010
Label: Remission Records

Mitten in der tiefsten Oberpfalz steht ein kleiner Luftschutzbunker nahe Neumarkt, in dem einige Bands ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das scheint noch nichts besonderes, wenn nicht eine von ihnen Soul Demise heißen würde. Klingt zugegeben etwas nach den Schlümpfen, hat mit den Wichteln aber gar nichts zu tun.

1993 war das Entstehungsjahr der Death Metal-Band. Aus der damals noch auf den Namen Inhuman hörenden Band wurde 1998 Soul Demise. Das Besetzungskarussell hat sich stetig weitergedreht und so ist Andreas Schuhmeier als einziges Gründungsmitglied übrig geblieben. Jetzt bringt die Band ihr neues Album „Sindustry“ in die Regale. Die Erwartungen nach dem Vorgängerknaller „Acts Of Hate“ sind hoch. Wieder setzen Soul Demise auf eine feine Mischung aus brutalem, schnellem Death Metal und exakt ausgearbeiteten Arrangements. Auch das Mixing übernahm der bereits für „Acts Of Hate“ verpflichtete Christoph Brandes. Für das Artwork der Scheibe zeichnet sich auch abermals Killustrations verantwortlich.

Das erste auffällige Merkmal nach dem Einlegen der CD ist der typische Soul Demise-Sound. Der sehr klare Klang mit brillanten Höhen lässt viel Raum für Spielereien an den Gitarren. Frontmann Roman Zimmerhackl präsentiert sich in gewohnter Höchstform. Er plärrt sich aufs heftigste durch die zehn Songs. Soul Demise haben viele aufwendige Einsprengsel in diesem Album verbaut, die immer wieder die Hörfreude vergrößern und dafür sorgen, dass das Album auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig wird. Manchmal ist man versucht zu schreien: Nicht so schnell, ihr tut euch nur weh!

Mit dem Opener „Deathless“ legt das Quintett die Richtung fest, die auch bis zum Ende der Scheibe eingehalten wird. Geradliniger, stellenweise ultraschneller Death Metal im Stile von At The Gates und Konsorten knallt aus den Boxen. Dazu kommt ein gehöriger Schuss Geschrei direkt aus der Irrenanstalt. Wer den äußerst sympathischen Vegetarier und Frontmann Roman schon live erlebt hat weiß, dass diese Beschreibung ganz gut passt.
„The Pawn“ markiert genau eines dieser typischen Stücke der Band. Ultraschnelle Parts werden immer wieder durch langsamere Passagen unterbrochen und der ganze Song lebt vom Zusammenspiel der Gitarristen Andreas und Alex.

Am deutlichsten kommt der Göteburg-Sound bei „Cerebral Tumour“ zur Geltung. Der Song schlägt ein wie eine Bombe. Das Intro zu „World Without Conscience“ erinnert ein wenig an All Ends. Nach diesem Intro entwickelt sich ein astreiner Soul Demise-Kracher der genau so kompromisslos aus den Boxen hämmert wie die Vorgänger. In diesem Titel versteckt sich ein extrem geiler Gitarrenlauf.

Schlagzeuger Jan muss auf dieser CD Sonderschichten schieben. Eine Blastattacke jagt die nächste und wenn schon mal kein Blastbeat zum Einsatz kommt, dann rumpelt die Double Bass wie ein Maschinengewehr. Die Combo aus Mühlhausen hat sich geschwindigkeitstechnisch nie geschont, und das hat sich auch nicht geändert. Der Titel „Indifference“ macht das wieder überdeutlich klar.

Wie ein Schlag direkt in den Magen fühlt sich „Nature’s Bullheads“ an. Gerade wegen seiner sonst so aggressiven Art kann der Song von den Tempowechseln und der cleanen Gitarre in der Mitte und am Songende profitieren. Frontsau Roman setzt mit seinen langgezogenen Schreien seine eigenen Akzente in diesem Stück.

„Rupture“ ist ungewohnterweise ein Mid-Tempo-Stampfer. Leider dauert die Nummer nur knapp über eine Minute, da hätte man etwas mehr draus machen können. Eine richtig geile Melodic Death Metal-Nummer ist das folgende „Torn Apart“. Hier taucht auch das Riff zu „Rupture“ wieder auf.

Mit einem geilen melodischen Riff startet „Try To Remember“. Auch bei diesem Stück wird oft an der Temposchraube gedreht, was dem Titel gut zu Gesicht steht. Den Abschluss des Rundlings bildet „Nodule Of The Beauty“, eine weitere, durchaus gelungene Nummer, die nochmals das ganze Spektrum der Band widerspiegelt.

Soul Demise beweisen mit ihrer siebten Veröffentlichung auf CD, dass sie voller Leben stecken und nicht unterzukriegen sind. Wer die Möglichkeit bekommt, sich davon live zu überzeugen, sollte diese Chance unbedingt nutzen. Zu empfehlen ist die CD für alle Fans des Göteburg Sounds à la At The Gates, alte In Flames oder auch Dismember.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“