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Sorrows Path: The Rough Path Of Nihilism

Weniger wäre hier mehr gewesen
Wertung: 6/10
Genre: Power/Heavy/Symphonic/Doom Metal
Spielzeit: 59:54
Release: 29.10.2010
Label: Rock It Up Records

Der Albumtitel „The Rough Path Of Nihilism“ und eventuell auch der Bandname Sorrows Path könnten implizieren, dass es sich hier um eine (Suicidal) Black-Metal-Combo handelt, doch mit Schwarzmetall hat diese griechische Formation nun wirklich nichts am Hut. Vielmehr hat man sich einer etwas obskur anmutenden Mischung aus melodischem Heavy und Power Metal mit einigen symphonischen und doomigen Einsprengseln verschrieben, die unterm Strich leider nur bedingt zu überzeugen vermag.

Das Ganze beginnt in Form des Openers „All Love Is Lost“ allerdings recht ansprechend mit ruhiger Akustikgitarre und verträumten, langgezogenen E-Gitarrenklängen im Hintergrund, die die durchaus angenehme Stimme des Frontmannes Angelos Ioannidis begleiten – im Folgenden entwickelt sich der Track zu einer gut groovenden, knackigen Rocknummer mit einprägsamem Refrain. Bereits hier wird mittels aufwendiger Gitarrenarrangements und gelegentlichen Frickelpassagen deutlich, dass das Quintett ein gewisses Faible für Bombast hat, was sich im weiteren Verlauf der Platte noch sehr deutlich zeigen soll.

Schon in „All Love Is Lost“ tauchen außerdem orchestrale und Keyboardsounds auf, die im zweiten Track „The Beast (S.P.R.)“ noch weitaus klarer zur Geltung kommen, wobei auffällt, dass bei Sorrows Path im Line-Up kein Tastendrücker genannt wird, sondern neben dem bereits erwähnten Sänger Angelos Ioannidis lediglich noch die Gitarristen Kostas Salomidis und Giannis Tziligkakis (letzterer stockte die Combo Anfang 2009 zum Quintett auf, nachdem man zuvor zu viert agiert hatte), Bassist Stavros Giannakos und Drummer Fotis Mountouris. Die angesprochenen Doom-Elemente machen sich dann erstmals bei „Honestly...“ so richtig bemerkbar, wo man zu Beginn mit düsterem Heavy-Riffing und Schauerorgel aufwartet – der Chorus allerdings klingt wieder mehr nach klassischem Heavy beziehungsweise Power Metal.

Es ist im Prinzip schon aller Ehren wert, wie die Griechen darauf bedacht sind, eine eigene Note abzuliefern und eigenständig zu klingen, nur wird man leider sehr häufig das Gefühl nicht los, dass diese Band einfach zu viel auf einmal will. Gegen Bombast habe ich persönlich grundsätzlich überhaupt nichts einzuwenden, doch wenn man davon erschlagen wird und das Gesamtpaket unausgegoren und gezwungen herüberkommt, ist das Ziel bedauerlicherweise verfehlt worden – „Chinese Democracy“ lässt grüßen. Da, wo eh schon zig Gitarrenspuren übereinander gelegt wurden, wurde noch mal ein Frickellauf eingebaut, hier scheppert ein Synthieorchester aus den Boxen, das nicht authentisch wirkt und dort ertönt ein Düsterchor, wo er nicht richtig passen will.

Hinzu kommt, dass das Songwriting nicht wirklich ausgereift wirkt. Konnte man mit dem gelungenen Opener noch punkten, so verliert die Band irgendwann den roten Faden – sicherlich, weil man den Fokus mehr auf den Bombastfaktor als auf nachvollziehbare und spannende Songstrukturen legte. Diese beiden Komponenten haben andere Gruppen schon wesentlich besser unter einen Hut gebracht. So wird bei „Fetish“ plötzlich eine rein orchestrale Passage eingebaut, die zwar überrascht, aber letztlich nur dem Selbstzweck zu dienen und somit völlig unpassend scheint.

Ähnliches gilt für völlig überladene Stücke der Marke „Dirty Game“, „Getting Closer“ oder „Queen Of Doom“ – im Gegensatz dazu wirkt das mit einem sehr simplen Refrain ausgestattete „Mr. Holy“ schon fast primitiv, aber eben wenigstens nicht ganz so aufgesetzt und daher eher auf der Habenseite, genauso wie die erste Single „Empty Eyes And Blackened Hearts“, die gelungene, sich gut im Gehörgang festsetzende Nummer „Prostitute“ und das finale, mit schöner Leadgitarrenmelodie versehene „Nihilism“.

Dass Sorrows Path eine Band ist, die aus handwerklich tadellosen Musikern besteht, steht außer Frage, aber das ändert nichts daran, dass weniger manchmal mehr ist. Nächstes Mal vielleicht etwas weniger Pomp und besseres Songwriting – der gleiche Rat, den man auch Axl Rose fürs nächste Gunners-Album mit auf den Weg geben will. Und übrigens: Wenn man schon so viele Spuren und so viel Gedöns einbaut, sollte man wenigstens eine entsprechende Produktion auffahren können, doch leider ist auch die sehr matschig geraten, wodurch gerade die orchestralen Sequenzen gerne mal billig wirken. Schade, hier wurde viel Potential verschenkt, „The Rough Path Of Nihilism“ ist am Ende des Tages insgesamt nur Durchschnitt, dabei dachten die Jungs bestimmt, dass sie hier ein richtig fettes Teil abgeliefert hätten. Wegen der guten handwerklichen Fähigkeiten und des Bemühens, etwas Eigenständiges abzuliefern, vergebe ich dennoch gerade so sechs Punkte.

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