Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sorority Noise: You're Not As _____ As You Think

Ruhigere Songs sollten die Ausnahme bleiben
Wertung: 7,5/10
Genre: Indie Rock, Alternative Rock
Spielzeit: 30:43
Release: 17.03.2017
Label: Big Scary Monsters

Wenn man ein „emotionales“ Album schreibt, besteht ganz schnell die Gefahr, in den Kitsch abzurutschen. Unzählige Bands haben (und werden in Zukunft) wie mechanisch auf die Tränendrüsen ihrer Hörer drücken, vielleicht ohne es zu wollen, aber dennoch einen faden Nachgeschmack hinterlassend. Die Connecticut’schen Sorority Noise haben es dennoch geschafft, ein Album zu erschaffen, bei dem es hauptsächlich um Tod, Zorn, Enttäuschung und Einsamkeit geht, ohne den großen Pomp auszupacken – trotzdem ist „You’re Not As _____ As You Think“ ein bisschen schwierig zu hören in all seiner Emotionalität; obwohl Sänger Cameron Boucher gesteigerten Wert darauf legt, immer auch die Hoffnung aufkeimen zu lassen, dass alles besser werden kann.

Das mag nun alles ein bisschen nach Emo klingen, ist aber in Wirklichkeit verpackt in einen Alternative- und Indie-Rock-Mantel, gespickt mit eher Genre-ungewöhnlichen Instrumenten wie Saxophon oder Orgel. Dass das Quartett nach gerade mal vier gemeinsamen Jahren schon einen so ausgereiften Sound präsentiert, muss einen gar nicht wundern, wenn man bedenkt, dass hier bereits die dritte Platte vorliegt – Sorority Noise haben viel zu erzählen und tun dies mit einer offensichtlichen Leidenschaft und unglaublicher Produktivität.

Auf ganzer Albumlänge gesehen, überzeugt vor allem der Opener „No Halo“, der zwar ein sehr trauriges Thema behandelt – den Verlust eines guten Freundes und das zeitweise Verdrängen dieser Tatsache, sowie der Schwierigkeit, nicht immer vor Ort zu sein, wenn man von Freunden gebraucht wird –, insgesamt ist dies aber verpackt in einen erstaunlich tanzbaren Sound, vor allem im Refrain wird die Instrumentalkeule ausgepackt.

Das Niveau können Sorority Noise allerdings nicht durchgängig halten; Songs wie „Leave The Fan On“ kommen eine Spur zu monoton aus den Lautsprechern, dafür beeindrucken treibende Songs wie „A Portrait Of“ mit dem eindringlichen Start „I’ve been feeling suicidal“ und dem aufputschenden Gitarrenpart – scheint, als hätten die Herren ihre wirklich guten Songs gleich zum Albumbeginn rausgehauen.

Ein winziges Tränchen muss aufgrund der Abwesenheit der Songtexte verdrückt werden, denn gerade Tracks wie der Opener oder auch das sich langsam zum Ausbruch steigernde „Disappeared“ warten mit recht spannenden Texten auf. Mit „Second Letter From St. Julien“ startet dann der deutlich ruhigere Teil der Platte – und im Vergleich wird dann auch klar, was Sorority Noise am besten können: Ausraster schreiben, die sich tanzbar anhören und mit tiefgründigen Texten überraschen, Balladen oder traurigere Songs stehen der Band weniger gut zu Gesicht. Trotzdem steht mit „You’re Not As _____ As You Think“ ein ziemlich gutes Album parat, das für den vielseitig interpretierbaren und coolen Titel noch ein Extrapünktchen bekommt.

comments powered by Disqus

Vigilance, Erazor & Spiker im Konzert (Essen, Oktober 2017)

„Bisschen Bier, bisschen Headbangen, bisschen Metal“

Insgesamt gelungener Tourauftakt im verregneten Hamburg