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[soon]: Dead-End Street

Diese Band verdient mehr Aufmerksamkeit
Wertung: 8.5/10
Genre: Dark/ Alternative/ Gothic Rock
Spielzeit: 43:48
Release: 25.10.2013
Label: Oscillation Music (Alive)

In schöner Regelmäßigkeit liefern die Hamburger [soon], die sich irgendwo zwischen melancholischem Rock mit leichter Gothic-Schlagseite und dezenten Metalanleihen zu Hause fühlen, gutklassige Platten ab, die auch bei den Kritikern Anklang fanden – und doch wird die Band, abgesehen von ein paar Eingeweihten, irgendwie immer noch nicht so richtig beachtet. Ob sich dies mit dem mittlerweile vierten Studio-Output „Dead-End Street“ ändert, ist fraglich, wäre aber allemal verdient, denn das Quartett liefert auch mit dem neuen Langspieler wieder ein starkes Stück Musik ab. Viel verändert wurde nicht unbedingt, doch das Rezept funktioniert auch weiterhin, weil schlichtergreifend das Songwriting überzeugen kann.

Melodien mit Widerhaken stehen dabei nach wie vor im Vordergrund, größtenteils kurze und kompakte Stücke, die ohne viel Brimborium schnell auf den Punkt kommen. In der Strophe wird meist groovig gerifft, während es im Refrain deutlich melodischer zur Sache geht – ein alles andere als neues, aber eben sehr probates Mittel, das immer noch zündet, wenn gut eingesetzt. Zumal [soon] mit zum Teil recht vertracktem, rhythmisch ansprechendem Riffing aufwarten und keineswegs billig drauflos schrubben – man höre sich nur einmal „Stand Out From The Crowd“ oder insbesondere „A Different Way“ an. Aber die Jungs haben ja nun auch bereits drei Studioalben aufgenommen und wissen wie es geht.

Es ist eine Kunst für sich, eingängige Stücke zu schreiben, dabei jedoch nicht auf anspruchsvolle Arrangements zu verzichten. Bereits nach dem ersten Durchlauf singt oder summt man die eine oder andere Passage mit, denn die Platte ist voller Hooklines: ob der Opener „In My Memory“, das zweitplatzierte Titelstück, „Still Searching“ (ganz großer Chorus, der die Lauschlappen auch nach Tagen noch penetriert) oder das total regierende „Means To An End“ (absolutes Killerriff!) – es reiht sich wirklich Hit an Hit. Doch trotz ihres enormen Ohrwurmcharakters nutzen sich die Songs eben nicht etwa schnell ab, weil die Nordlichter zu viele kleine Details eingebaut haben, die teilweise erst nach ein paar Durchläufen ihr volles Potential entfalten – hier eine erhabene Orgel, da ein verträumtes Keyboard, dort ein perlendes Piano, aber alles immer im Rahmen und geschmackvoll dargeboten.

Dies ist auch ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Gothic-Bands bzw. Bands mit Gothic-Appeal: Wo andere alles mit Tastenschmalz zukleistern, setzen [soon] auf dezente Keys und lassen harten Klampfen den Vortritt, und wo andere mit einfalls- und kraftlosen Standardmelodien dem Schlagerbereich erschreckend nahe kommen, glänzen [soon] mit musikalischer Relevanz und Klasse. Herausragend und unbedingt erwähnenswert in dieser Beziehung ist auch das wundervolle Finale in Form von „Bitter Cold“, eines jener Stücke von der Sorte, die sich mit zuckersüßen, aber nicht weichgespülten, melancholischen Tönen am besten am Ende eines Albums machen und für die einmal mehr der Satz „man kann sich herrlich darin fallen lassen“ zutrifft.

Man kann den Hamburgern wirklich nur alles erdenklich Gute wünschen, und dass sie vielleicht endlich doch mal einen etwas größeren Bekanntheitsgrad erreichen. „Dead-End Street“ überzeugt auf ganzer Linie, es gibt keinen Ausfall bei den Songs, die Rhythmusarbeit ist kraftvoll und akkurat, der Gesang geschmeidig und erfreulich unaufdringlich und die Produktion stimmig, differenziert und der Mucke exakt gerecht werdend.

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