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Sons Of Sounds: SOUNDSPHAERA

Von Regenbogenschlangen und der Angst zu tanzen
Wertung: 9/10
Genre: Heavy Rock, Progressive Rock, Metal
Spielzeit: 43:37
Release: 14.02.2020
Label: El Puerto Records

Wer Sons Of Sounds kennt, weiß: Metal ist Liebe. Da ist es nur folgerichtig, dass die neue Scheibe „SOUNDSPHAERA“ am 14. Februar erscheinen wird – so kann dieser kommerzialisierte Tag wenigstens etwas Echtes vorweisen.

Denn „echt“ ist das, was das sibirische Brüdertrio bereits seit 2007 produziert, allemal. Mittlerweile hat das auch das kleine, aber feine Label El Puerto Records mitbekommen und die Musiker unter seine Fittiche genommen. Die letzte Scheibe „Into The Sun“ ist nun auch schon ein Weilchen her, erschien sie doch im Herbst 2017 und versüßte uns die trüben Herbsttage mit Krachern wie „Soulcleaner“ oder dem starken „Blood Of The Shamans“ – starke Konkurrenz also, an die die neuen Tracks erst mal heranreichen müssen.

Bereits vorab wurde das stampfende „Kriegerherz“ veröffentlicht, das trotz (!) deutschen Textes schon nach der ersten Umdrehung zum absoluten Ohrwurm wird und auch ein starkes Video bietet – ein Motivationssong, wenn es je einen gegeben hat, der sicherlich noch öfter in den heimischen Audiosystemen laufen wird. Großer Pluspunkt ist hier neben dem überzeugenden Text auch das immer wieder ungewöhnliche Organ von Fronter Roman, das wie üblich einen gigantischen Wiedererkennungswert mit sich bringt. Tatsächlich wird man den Eindruck aber nicht los, dass sich die gesamte Truppe seit der letzten Platte noch mal ein Quäntchen weiterentwickelt hat – gerade im Opener „Point Of No Return“ holt Roman alles aus sich heraus, Schlagzeuger H bietet tightes Drumming und das Riffing, das von Gitarrero Wayne gerade im letzten Drittel des Songs abgeliefert wird, zaubert eine Gänsehaut auf die Arme.

Regelrecht tanzbar ist dann „On Fire“ ausgelegt, während „Creator“ deutlich metallischere Töne anschlägt und erfreulicherweise ziemlich aufs Gas tritt. Und weil man die Truppe nach all den Alben ein bisschen kennengelernt hat und weiß, dass auch Schamanismus im „Free Metal“ des Trios immer mal wieder thematisch in den Songs verarbeitet wird, wundert man sich auf dem Metal/Rock-Album auch nicht mehr über einen Titel wie „Rainbow Snake“, das entsprechend etwas düsterer, schwerfälliger und sehr mystisch daherkommt, nicht zuletzt dank des ausufernden Instrumentalparts, der streckenweise fast ein bisschen stonerlastig durch die Boxen wabert.

Als obligatorisches ruhigeres Stück fungiert dann das zart gezupfte, aber dennoch eindringliche „King Of Stars“, bevor „Are You Ready?“ als Bonustrack den bunten Reigen beschließt. Wie es sich für einen finalen Track gehört, wird hier noch mal ordentlich am Regler gedreht, man möchte fast von astreinem, flottem Rock‘n‘Roll sprechen, der dem Brüdertrio wie angegossen steht. Mit Abstand der schnellste Track auf „SOUNDSPHAERA“, können Sons Of Sounds hier kurz vor der Zielgeraden noch mal Punkte sammeln – und ziehen somit ganz knapp an ihrem Vorgängeralbum vorbei, das mit 8,5 Zählern seinerzeit ja auch schon nicht gerade schäbig bewertet worden ist.

„SOUNDSPHAERA“ scheint die logische Fortsetzung zu sein, beinhaltet aber trotzdem einige kleinere Experimente, die verhindern, dass Langeweile aufkommt. Jeder, der auch nur im entferntesten etwas mit Rock oder Metal am Hut hat, sollte mittlerweile diese Band angetestet haben – und am besten auch eine Liveshow besuchen. Witzigerweise hatte die Schreiberin dieser Zeilen sich gerade vertippt und es entstand „Loveshow“; besser kann man die Band eigentlich gar nicht beschreiben.

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