Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Sons Of Sounds: Soundphonia

Auch als Quartett eine Macht
Wertung: 9,5/10
Genre: Heavy Rock, Progressive Rock, Metal
Spielzeit: 49:32
Release: 05.11.2021
Label: El Puerto Records

Im Februar 2020 beehrten uns die Sons Of Sounds mit der letzten Scheibe „SOUNDSPHAERA“, seitdem ist global wie auch bandintern viel passiert, sodass die neue Veröffentlichung „Soundphonia“ jetzt als Quartett eingespielt werden konnte – Bassist Marc konnte als „brother from another mother“ mit ins Boot geholt werden und verpasst dem Sound der Truppe nochmal ein Quäntchen mehr Tiefe. Dass die Line-Up-Änderung die Kreativität beflügelt hat zeigt sich schon allein darin, dass zwischen den beiden Veröffentlichungen gerade mal anderthalb Jahre liegen – ob sich die neue Scheibe, die sich vom Titel her an die letzte Veröffentlichung anzuschließen scheint, soundtechnisch weiterentwickelt hat, steht erst mal in den Sternen. Zumindest bei den Vorabsingles „Forever“, „Frequency Of Life“ und „Wolfskind“ kann man schon mal ahnen, dass die Herrschaften sich treu geblieben sind und ihre Mischung aus Heavy Rock, Metal und Prog-Elementen weiter ausgebaut haben.

Schon beim ersten Durchlauf fallen einige Tracks besonders positiv auf: Erfreulich mitreißend haben die Jungs mit „Forever“ ihren Opener ausgewählt, das vor allem von Maidesken Gitarrenspuren lebt, dabei durchweg frisch tönt und den Fuß beständig aufs Gaspedal drückt; richtig geil dann auch das rasante, eher sleazige „Streetmutt“ mit deutlich heftigerem Drum-Fundament und einem absoluten Ohrwurm-Refrain, den Sänger Roman unfassbar eindringlich und variabel gestaltet. Dass die Band musikalisch eher in den Achtzigern verhaftet ist, hört man nicht nur bei den genannten Songs immer wieder heraus, dabei holen sich SOS ihre Inspiration aber gottlob nicht von irgendwelchen kitschigen Keyboardkapellen, sondern bedienen sich im breiten Feld des progressiven Rock.

„Time Machine“ schreit dann schon im Intro förmlich nach den Eighties, wobei nicht nur die Gitarren, sondern auch der gesprochene Part direkt zu Beginn deutlich an The Rocky Horror Picture Show erinnern. Flott geht es dann weiter und auch hier punktet der Refrain – diesmal mit genialen Gitarrenparts, die dem Hörer die Gänsehaut die Arme rauf und runter treiben. Wen es hier noch ruhig auf seinem Sitz hält, dem fehlt jegliches Gespür für Musik. Gänzlich überraschend hat es dann mit dem finalen „Here I Am“ eine todtraurige Akustikballade auf die Platte geschafft: auch hier, Gänsehaut allerorten, sehr überzeugend der getragene, fast nackt wirkende Gesang, zu Beginn hintergründig unterlegt mit Klaviermelodien – wunderschön auch für diejenigen, die sonst eher einen Bogen um ruhigere Stücke machen.

Ein Song wie „Peace Be With You“ kann sich dem Pathos dann nicht ganz erwehren, dafür gibt es aber in bester „Kriegerherz“-Manier mit „Wolfskind“ auch dieses Mal einen deutschsprachigen Song, der mit kantigen Gitarren ordentlich nach vorne treibt und sicherlich auch live für viel Bewegung sorgen wird.

Dass bei Sons Of Sounds bewertungstechnisch kaum Platz nach oben bleibt, ist ja schon bei den letzten Alben deutlich geworden. Hat die letzte Veröffentlichung immerhin auch schon neun Zähler abgeräumt, muss man hier noch mal ein Schippchen drauflegen, da die Spielfreude in neuer Konstellation nochmal deutlich gestiegen zu sein scheint und eigentlich kein Song dabei ist, der auch nur entfernt ein Lückenfüller-Dasein fristen müsste. Herzenspunkte gibt‘s zusätzlich für „Here I Am“.

comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen