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Sons Of Sounds: Into The Sun

Ein ungekünsteltes, entspanntes Metalalbum
Wertung: 8,5/10
Genre: Metal, Hardrock
Spielzeit: 58:52
Release: 15.09.2017
Label: Eucalypdisc Records

Zehn Jahre mit ein- und derselben Besetzung eine Band am Laufen zu halten, ist an sich schon eine Leistung, dabei auch noch verwandt zu sein, hebt den ganzen Stress noch mal auf ein ganz anderes Level: den allerherzlichsten Glückwunsch also an das Brüder-Trio und auf mindestens zehn weitere Jahre „Free Metal“.

Die Genrebezeichnung ergibt sich relativ logisch, wenn man sich ein bisschen mit der Musik der Jungs beschäftigt, denn hier geht es um Freiheit, Emotionen, Magie; thematisch befindet man sich also fast ein bisschen im Power-Metal-Bereich, episch wird’s auf jeden Fall immer mal wieder, insgesamt ist mir aber wohler, die Band einfach als Metal/Hardrock zu bezeichnen.

Pünktlich zum Jubiläum veröffentlichen die Drei Ende der Woche ihr neues Album „Into The Sun“, das schon optisch ein richtiger Hingucker ist – im Video zu „One Sky“ wird dann auch ein bisschen die Entstehung und der Hintergrund beleuchtet, vom T-Shirt-Druck über das wirklich außergewöhnliche Artwork der Künstlerin Helen Person, das in Holz gebrannt wurde; inklusive einem Portrait der drei Musiker im Booklet.

Nicht nur optisch hat „Into The Sun“ einiges zu bieten, es finden sich außerdem noch einige musikalische Highlights, die es zu entdecken gilt: Da wäre das mit neun Minuten etwas überlange, aber erfreulicherweise zu keiner Sekunde langweilige „Blood Of The Shamans“, das bereits nach dem Intro mit einer überraschend düsteren Gitarre aufwarten kann, die man so mit ein bisschen mehr Verzerrung sicherlich auch gut auf einem Black-Metal-Album hätte platzieren können – Romans Gesang passt dann natürlich so gar nicht mehr in diese Schublade, kommt aber schön kraftvoll durch die Boxen, und auch die Melodie im Hintergrund gibt dem Song eine ganz besondere Atmosphäre, von dem ohrwurmigen Refrain mal ganz abgesehen.

Auch das vorneweg wie schon „One Sky“ veröffentlichte „Soulcleaner“ hat ordentliches Ohrwurm-Potential und eine tanzende Gitarre, die man einfach gut finden muss, ob man nun auf Soli steht oder nicht. Den Song als Single auszukoppeln, war also eine doppelt sinnvolle Entscheidung: Erstens macht der Track einfach Spaß und außerdem steigert sich durch die Gitarre der Wiedererkennungswert noch mal enorm.

Einen besonderen Gast haben die Sons Of Sounds außerdem auch noch im Gepäck: Das finale „Before I Die“ wird von Pink Cream 69-Sänger David Readman veredelt, der einen perfekten stimmlichen Gegenpart zu Roman bildet. Gerade auch Songs wie „Illumination“ bilden wunderbar die stimmliche Bandbreite ab, da wird sogar aggressiver Gesang nicht vernachlässigt; ein weiterer Pluspunkt, denn gerade mit der nötigen Wut im Bauch klingen die sonst meist eher entspannten Vocals verdammt geil.

Insgesamt haben die Karlsruher sich hier noch einen Schritt weiter nach vorne gewagt als beim letzten Album „In The Circle Of The Universe“ – zum Teil wird deutlich härteres Riffing genutzt, die Grundstimmung bleibt aber einfach positiv: Wie gehabt geht es darum, die Musik fließen zu lassen, hier wird nichts erzwungen und trotz epischen Parts spürt man diese Natürlichkeit ganz deutlich. Ein schönes Album für alle Metal- und Rockfans und sicherlich ein weiterer guter Grund, sich die Band mal (wieder) live anzusehen.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“