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Sons Of Seasons: Magnisphyricon

Auch für Nicht-Symphonic-Fans ein Risiko wert
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Symphonic Metal
Spielzeit: 66:03
Release: 01.04.2011
Label: Napalm Records

Wenn sich ehemalige Mitglieder der Band um Ex-Iron Maiden-Sänger Blaze Bayley versammeln, kann man damit rechnen, dass die Melodie an vorderster Front steht. Dazu addiere man den Basser der Karlsruher Power Metaller Silent Force und Ex-Metalium-Sänger Henning Basse und schwuppdiwupp, hat man Sons Of Seasons. Vor zwei Jahren kam dann noch der bandtechnisch eher unbeleckte Gitarrero Pepe Pierez dazu, seitdem spielt die Band in ihrem stabilen Line-Up – und das kann sich hören lassen.

Auf ihrem Zweitling „Magnisphyricon“ stapeln sich die epischen Melodien nur so. An jeder Stelle fällt man über großartige Gesangslinien und wird in mitreißende Gitarrensoli gestoßen. Ursprünglich nur aus dem einen Grund ins Leben gerufen, um die songwriterischen Exzesse von Keyboarder und Gitarrist Oliver auszubaden, hat sich die Combo inzwischen zu einer vielversprechenden Melodic-Symphonic-Metal-Hoffnung entwickelt, und das, obwohl hier erst das zweite Album in den Startlöchern steht.

Erfreulicherweise verzichtet Henning darauf, Gläser zum Platzen bringen oder die Nachbarshunde mittels hochfrequentem Gesang anlocken zu wollen, sondern tut einfach das, was er am besten kann, nämlich sich im recht klassisch angelegten Metalgesang austoben. Lediglich im unheimlich druckvollen „A Nightbird’s Gospel“ gönnt sich der Herr am Mikrophon auch mal den ein oder anderen Ausraster, sei es mit sehr hohen, aber nur kurzen Gesangspassagen oder mit Shouts, die man so gar nicht von ihm erwartet hätte, und die dem Song eine großartige Dynamik geben.

Direkt im Intro zu „Bubonic Waltz“ muss man als alter Nightwish-Hörer grinsen – die Parallelen sind offensichtlich, dennoch hätten die Finnen die Keyboards kaum besser einsetzen können. Auch der Gesang weiß zu überzeugen – man hat zwar immer Angst, dass der Gute in jodelnde Gefilde ausbricht, aber glücklicherweise kann Henning sich das sparen. Mit „Sanctuary“ haben sich SOS den ganz großen Fang geangelt, denn niemand Geringeres als Epica-Rotschopf Simone Simons steuert den weiblichen Gesang zu dem Track bei – das Problem ist nur, dass ihr hoher Gesang in Kombination mit den ebenfalls recht hoch angelegten Tastentönen ein bisschen too much für gesunde Ohren ist. Ob der Songs absichtlich so auf Chartkompatibilität ausgelegt ist, sei mal dahingestellt – Fakt ist, dass SOS es keineswegs nötig haben, sich GastsängerInnen ins Boot zu holen, um die Aufmerksamkeit der Hörer zu erregen.

„Intro The Void“ geht dann in eine völlig andere Richtung – derbe angeschlagene Gitarren und flirrende Keyboardsounds leiten den Track ein, und als besonderes Schmankerl gibt es einen leicht choralen Refrain; sehr fein und auch für Metaller, die nicht unbedingt auf symphonische Elemente stehen, geeignet. Mit „Lilith“ wird dann eine recht typische Power-Metal-Orgie geboten, die aber durch Hennings angenehme Stimme aus dem üblichen Standard heraussticht und, wie hätte es auch anders sein können, einen großartigen Refrain vorweisen kann, der live sicherlich einige Kehlen zum Mitgrölen animieren wird.

Wer sich bis hierhin gefragt hat, wo die obligatorische Ballade bleibt, der wird mit dem letzten Song „Yesteryears“ bedient – Fremdschämen bleibt Gott sei Dank größtenteils aus, aber so richtig vom Hocker haut einen der Track auch nicht, obwohl Hennings Stimme einen sehr schönen rauchigen Touch angenommen hat, der aber in einen Passagen leider zu gezwungen klingt. Schade; wäre der Track noch mal richtig geil geworden, hätten die Jungs sich noch einen halben Punkt mehr aufs Konto schreiben können, aber auch so ist „Magnisphyricon“ eine Platte geworden, die man sich auch ohne Symphonic-Vorkenntnisse mehrfach begeistert zu Gemüte führen kann.

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