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Sons Of Liberty: Brush-Fires Of The Mind

Ein US-Patriot auf Revolutionskurs für Amerika
Wertung: 7/10
Genre: Power Metal, Rock
Spielzeit: 46:11
Release: 09.07.2010
Label: Century Media

Jon Schaffer (Iced Earth) meldet sich mit einem Soloprojekt zurück. Aber bei Sons Of Liberty geht es nicht nur um Musik, eher beiläufig geht es darum. Jon will die Welt verändern oder besser gesagt Amerika. Mit dem geschichtsschwangeren Album „Brush-Fires Of The Mind“ solidarisiert er sich mit US-Patrioten anno 1765, um das amerikanische Volk zu retten. Und ganz ehrlich, wenn man nicht wüsste, dass er das Album schon lange als kostenlosen Stream bereitgehalten hat, man würde ein wenig schärfer darüber denken. Die globale Korruption der Banken wird hier an den Pranger gestellt. Man fragt sich, ob da jemand in die Politik will, ähnlich einem Herrn Lawless, seineszeichens Mastermind bei W.A.S.P.. Ich persönlich finde es zwar gut, wenn es tiefgründige Texte gibt, aber irgendwie traue ich dem Braten hier nicht so ganz.

Per Homepage bekehrt er die Menschen und setzt sich für unser aller Wohl ein, obwohl er mit seiner Stammband jegliche politische Texte strikt meidet. Ob man dies so glaubt und akzeptiert, bleibt jedem selbst überlassen. Ironischerweise gibt es aber auch schon seit dem Jahre 2000 eine amerikanische Punkrockband mit selbigem Namen. Nun ja, Jon Schaffer ist bekannter und damit ist das sicherlich im Sinne eines gerechten Amerikas in Ordnung.

Aber weg mit der Politik, befassen wir uns lieber mal mit der Mucke. Sons Of Liberty zocken irgendwie etwas rockigeren und vor allem abgespeckten Power Metal der Marke Iced Earth, was natürlich nicht verwunderlich ist, denn Jon ist der Hauptsongwriter beider Gruppen. Da bleiben Überschneidungen nicht aus. „Jekyll Island“ baut schön Spannung auf und sorgt für eine positive Grundstimmung. Macht Spaß, weiß sich aber nicht wirklich im Kopf festzusetzen. Teilweise erinnert das vom Aufbau her auch ein wenig an selige W.A.S.P.-Zeiten, nur mit ein wenig mehr Schub statt Mitgrölparts.

„Don`t Tread On Me“ untermauert den Revolutionswillen der Band. Kräftig stapft die Mucke voran und Jon nähert sich immer mehr dem Gesang von Matt Barlow an. Klingt beileibe nicht schlecht und durch die etwas rockigere Auslegung sicher für den ein oder anderen besser als bei seiner Hauptband. „False Flag“ zeigt dann auch noch ein wenig verborgene Gene von Meliah Rage, ohne dabei die Kraft zu besitzen.

„Our Dying Republic“ erhellt das gute Album, denn der Song setzt sich schon beim ersten Durchlauf im Gedächtnis fest. Eigentlich fast schon ein wenig balladesk angehaucht wird hier etwas gemäßigter gerockt. Starke Nummer, aber mit knapp vier Minuten leider auch der kürzeste Song des Albums.

„Indentured Servitude“ wird mit einer Ansprache eröffnet. Da dies schon im früheren Verlauf öfters als Stilmittel eingesetzt wurde, wirkt das hier mit über einer Minute eher langweilig und uninspiriert. Das kann dann der eigentliche Song auch nur noch zum Teil retten. Zu gewöhnlich kommt das Dargebotene daher, auch wenn der Refrain sich ein wenig abheben kann. Das gute Gitarrensolo bringt das Ganze ins Überdurchschnittliche.

„Tree Of Liberty“ regt zum gefälligen Kopfnicken ein. Wirkt gut und weiß ein wenig mehr zu punkten. Aber kann das alles sein? Absolut gelungen ist auch das Ende mit der akustischen Klampfe im amerikanischen Verkehr, sehr gut gemacht.

„Feeling Helpless?“ gerät da schon metallischer. Aber trotz des anrührenden Textes will sich nicht unbedingt das Gefühl einstellen, welches Jon anscheinend zu erzeugen versucht. Schade eigentlich.

„The Cleansing Wind“ beginnt mit toller akustischer Gitarre. Und der Gesang bekommt in diesem Soundkonstrukt sogar fast schon ein wenig Rush-artige Einflüsse, wenn ich da an „Presto“ aus dem Jahre 1989 denke. Hätte ich hier so nicht erwartet und bringt frischen Wind in das Album.

„We The People“ wird von einem ein wenig militärisch wirkendem Aufmarsch eingeleitet. Insgesamt ein gelungener Song, der auch fast ein wenig im Mainstreambereich mitmischen könnte. Zu glatt ist er vom Inneren, auch wenn die härte Instrumentierung dies ein wenig zu kaschieren versucht. Spätestens beim 34. Wiederholen des Songtitels öffnet sich aber der Mund und es kommt ein lautes Gähnen aus dem Schlund.

Fazit: Ob dieses US-patriotische Werk jetzt textlich unbedingt nach Europa passt, bleibt abzuwarten. Iced Earth-Fans werden das Album mit Entzücken kaufen und sich wundern, wie rockig das hier klingt. Nicht schlecht, aber auch nichts, was einen vom Hocker reißt.

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