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Sonic Skies: Drifter

Die letzte Durchschlagskraft fehlt
Wertung: 7/10
Genre: Metalcore
Spielzeit: 39:42
Release: 29.06.2018
Label: 7hard

Sonic Skies aus Hameln spielen seit 2012 Metalcore und veröffentlichten am 29. Juni 2018 ihr aktuelles Werk namens „Drifter“. Was erwartet man nach bewährtem Schubladendenken oftmals von einem Metalcorealbum? Richtig, das Wechselspiel zwischen harten und eingängigen (schnulzigen?) Passagen. Das funktioniert oft, wird auch oft von diversen Interpreten sehr gut umgesetzt, jedoch ist das Prinzip hinlänglich bekannt.

Man darf gleich vorweg nehmen, dass Sonic Skies hier wohltuend überraschen. Beim Metalcore hamelnscher Prägung verzichtet man auf die ruhigen Einschübe und widmet sich dafür mehr den sich bietenden Facetten der harten und aggressiven Spielart. Das heißt nun nicht, dass Sonic Skies sich durch das gesamte Album durchprügeln. Zwar werden Groove und Härte durchaus aufgezogen, diese machen aber nur einen Teil von „Drifter“ aus. Der andere Teil besteht aus den vielen Möglichkeiten, welche die Herren gefunden haben, Melancholie und Nachdenklichkeit einzubauen, ohne gleich schnulzig zu werden.

Die hierfür gewählten Gitarrenmelodien, stellenweise sind es hierbei sogar die ganz ruhige Töne („Polaris“), können einiges und werden von eindringlichen und gleichzeitig relativ gut verständlichen Shouts des Frontmannes flankiert. Dabei gelingt es der Band mehrmals, eine durchaus eindringliche und unter die Haut gehende Stimmung zu erzeugen. Neben „Polaris“ kann „Wanderer“ beispielhaft hierfür stehen. Diese Seite von „Drifter“ ist auch diejenige, welche heraussticht und nach dem Hören in Erinnerung bleibt. 

Leider kann die aggressive Seite da nicht mithalten. Zwar gibt das Schlagzeug ordentlich Gas, die Gitarren feuern gute Riffs ab und die Produktion des Albums knallt auch. Jedoch fehlt bei allem das letzte Quäntchen Aggressivität und damit dem Album die Durchschlagskraft. Man könnte auch sagen, dass die melodiöseren Passagen dem Rest die Show stehlen. Hinzu kommt, dass die Shouts die „ruhigeren“ Abschnitte zwar sehr gut in Szene setzen, bei den Vocals jedoch, wenn musikalisch an Härte zugelegt wird, kaum ein Mehr an Aggressivität hinzukommt. Das ist bei Sonic Skies alles in allem zwar schon Meckern auf hohem Niveau, fällt aber eben trotzdem auf und ist eben auch das Haar in der Suppe.

Das Drumherum bei „Drifter“ ist soweit stimmig. Soll heißen, dass das Cover mit dem heruntergekommenen Schuppen recht stylisch ist und die vertonte Stimmung des Albums gut transportiert. Das Booklet ist angenehm schlicht gehalten und enthält die Texte. Apropos Texte: Sonic Skies sind mal wieder eine Band, bei der es sich lohnt, diese zu lesen. Nachdenklich, selbstkritisch und niveauvoll: Kompliment!

Fazit: Ordentliches Album, dem noch die gewisse Durchschlagskraft fehlt, um ein richtiger Knaller zu sein. Was am deutlichsten in Erinnerung bleibt, sind die melodischen Parts, die sich durchaus hören lassen können. Metalcoreanhänger dürfen gerne ein Ohr riskieren.

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