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Sondaschule: Unbesiegbar

Deutlich schwächer als erwartet
Wertung: 6,5/10
Genre: Ska, Rock, Punk
Spielzeit: 44:36
Release: 14.01.2022
Label: Warner/Solitary Man

Der Super-GAU für eine Freunde-Band wie Sondaschule ereignete sich 2021, mitten in den Arbeiten zum hier vor uns liegenden Album „Unbesiegbar“: Gitarrist Daniel verstarb unerwartet, die Band stand unter Schock, das Album stand erst mal auf Halde. Nach 20 Jahren Bandgeschichte konnte es das aber wohl kaum gewesen sein.

Veröffentlicht wurde „Unbesiegbar“ dann doch noch bereits im Januar diesen Jahres, auf Platte gebannt ist wieder die treibende Mischung aus Rock, Punk und Ska, die Sondaschule zu gern gesehenen Gästen auf allen Sommerfestivals macht und die auch in den heimischen vier Wänden Laune macht. Die absurden Texte, die schon bei der letzten Rezension vor zwölf (!) Jahren zur „Von A bis B“-Platte im Vordergrund standen, findet man hier genauso wieder wie das Liedermacher-Feeling und die tanzbaren Ska-Rhythmen.

Was so ein bisschen auf die Nerven schlägt, ist der allgegenwärtige Daueroptimismus, den die Band zelebriert. Manchmal droht das Ganze dann ins Unglaubwürdige abzurutschen, andererseits ist das sicherlich auch eine Lösung, mit den Unbilden des täglichen Lebens klarzukommen. Und in Tracks wie „Gute Zeiten“ funktioniert das auch einwandfrei: Nach dem kurzen und in diesem Fall sehr passend betitelten Intro „Ruhe vor dem Sturm“ legen die Jungs mit vielen „Ohohooo“-Chören los, die live sicherlich nur zu gerne mitgegrölt werden, dabei rollt eine Ska-Rolle über den Hörer weg, dass kein Muskel ruhig bleiben kann. Ähnlich schwungvoll tönen die Bläser bei „Ich verspreche mir selbst“, hier mutet der Text dann aber fast schon zu pathetisch an – so richtig einschlagen kann der Track leider nicht.

„Merkst du nicht...“ nimmt dann mal eben alle Verschwörungstheoretiker auf die Schippe, bringt dabei ordentlich Schwung in die Bude, klingt aber stimmlich etwas schmalbrüstig und schrammt so haarscharf an einem Anspieltipp vorbei. Ausgerechnet der Titeltrack wabert dann wenig spannend und mit Kitsch-Text durch die Boxen, schade auch – das folgende „Beverly Hills“ macht dann schon deutlich mehr Stimmung, auch wenn es wie so oft bei den Sondaschülern eher wieder ums Saufen und Feiern geht.

„Bevor ich irgendwann mal geh (ist schon OK)“ fungiert als Abschiedstrack für den verstorbenen Freund und hier geht die Truppe gottlob sehr sparsam mit Pathos um, sodass der Song ein würdiges Denkmal setzt und die Bläser im Refrain sogar eine dicke Gänsehaut produzieren. Ein Denkmal setzt dann auch der nächste Song, allerdings den Verrückten und Unangepassten – „Liebe für die Freaks“ knallt ziemlich ordentlich durch die Boxen und lädt zum Mitsingen und -feiern ein. Textlich allerdings kann das Stück wieder nur unzureichend Punkte sammeln – ernsthaftere Themen wie noch bei „Von A bis B“ sucht man hier leider vergeblich, ein Umstand, der vor allem deswegen schade ist, weil gerade die ironisch-bizarren Texte viel Spaß gebracht haben. Auf „Unbesiegbar“ scheint man textlich eher in Plattitüden abzugleiten – wollen wir hoffen, dass das den oben genannten Umständen anzukreiden ist und nicht die neue Marschrichtung der Sondaschüler darstellt.

„Morgens um halb 4“ kann dann noch mal ein paar Pünktchen auf die Habenseite rüberschaufeln, vor allem der Refrain sammelt Sympathien; an die letzte rezensierte Platte kommt die Bewertung unterm Strich aber trotzdem nicht heran. Man gibt sich auf „Unbesiegbar“ stellenweise überoptimistisch, teils fast weinerlich, und textlich immer einen Hauch zu vorhersehbar – schade, denn einige wirklich starke Anspieltipps haben Sondaschule schon auch in petto.

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