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Sonata Arctica: The Days Of Grays

Wohin führt der Weg?
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Rock/Metal
Spielzeit: 59:26
Release: 18.09.2009
Label: Nuclear Blast

Es war wirklich spannend in den letzten Monaten für die Fans von Sonata Arctica. Denn wenn man sich die Entwicklung der Band von ihrem Debüt „Ecliptica“ bis zu ihrem zwei Jahre zurückliegenden Werk „Unia“ vor Augen führt, wird deutlich, dass die Finnen einen langen Weg hinter sich haben. Gestartet als pfeilschnelle Power Metal-Kapelle, die deutlich im Stratovarius-Fahrwasser schipperte, fanden im Laufe der Jahre immer mehr progressive Elemente Einzug in den Bandsound. Dies gipfelte schließlich im zwar sehr hörenswerten, aber auch extrem verschachtelten „Unia“, welches viele Fans als zu komplex empfanden. Zehn Jahre nach der ersten Platte präsentieren uns Sonata Arctica nun also „The Days Of Grays“.

Das Album startet mit einem ruhigen Intro namens „Everything Fades To Gray“, das mit einer melancholischen Grundstimmung überrascht. Das wunderbare Lied ist an späterer Stelle und in ausgebauter Form (inklusive Gesang) auch als Outro anzutreffen. Wirklich in Fahrt kommt „The Days Of Grays“ aber erst mit dem überlangen „Deathaura“, welches überhaupt nichts von einem typischen Opener hat. Sonata Arctica arbeiten mit einer tollen Gastsängerin namens Johanna Kurkela und etlichen Tempo- und Taktwechseln und feuern ihren Fans abermals einen sperrigen Brocken um die Ohren, in dem aber auch hörbar viel Talent steckt. Im Vergleich zum Vorgängerwerk kommt „Deathaura“ auch um einiges eingängiger daher und geht nach einer gewissen Eingewöhnungszeit richtig gut ins Ohr. Dennoch wird deutlich, dass die fröhlichen Melodien der frühen Tage längst etwas düsteren und bombastischeren Klängen gewichen sind.

Nightwish und Jon Oliva's Pain beziehungsweise Savatage heißen heute die Paten der Musik, das macht Album Nummer sechs deutlich. Balladen haben die Finnen ja schon einige geschrieben, aber die Einflüsse der oben genannten Bands rücken „Breathing“ stark in die Soundtrack-Ecke. Anscheinend macht die den Skandinaviern häufig angedichtete melancholische Stimmung auch vor Sonata Arctica nicht halt. „Breathing“ ist da nur der Anfang, denn „Juliet“ ist trotz vereinzelter schneller Ausbrüche ein richtiger Tränentreiber geworden. Teilweise meint man wirklich, dass Sänger Tony gleich in Tränen ausbricht. Das würde aber zu den Texten des Albums passen, die allesamt von Trauer und unerfüllter Liebe handeln.

„As If The World Wasn't Ending“ passt da vom Titel her perfekt in das lyrische Konzept. Das musikalische Gerüst hingegen scheint zu sein, sich die erarbeitete künstlerische Freiheit zu wahren, diese aber irgendwie mit der Vergangenheit zu verknüpfen. Das funktioniert bei diesem Song aber nur bedingt, denn eingängige, simplere Lieder scheint die Band nicht mehr schreiben zu können. Es fehlt das Spritzige, das die Frühwerke „Ecliptica“ und „Silence“ ausgezeichnet hat.

An diese beiden Alben erinnern auch der Titeltrack und die Single „Flag In The Ground“. Während „The Days Of Grays“ wirkt wie mit angezogener Handbremse gespielt, ist „Flag In The Ground“ eine willkommene Verschnaufpause inmitten all der ausufernden Songstrukturen. Zum Brechen eines Geschwindigkeitsrekords wird es heutzutage nicht mehr reichen, aber auf „Silence“ hätte sich die Nummer sehr gut gemacht.

Fazit: Drei Schritte vorwärts, ein halber zurück und einen zur Seite – oder so ähnlich. Ich gehöre wohl zu den wenigen, die „Unia“ nach einer gewissen Eingewöhnungsphase richtig stark fanden. Deswegen finde ich es schade, dass Sonata Arctica mit diesem Album einen Kompromiss eingehen. Auf der anderen Seite hat sich die Band längst als eigenständig etabliert und wird wohl auch mit der nächsten Veröffentlichung wieder überraschen. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, was den Fans hier geboten wird. Auf „The Days Of Grays“ verpuffen leider zu viele Ideen im teilweise wirren Songwriting, während alle Songs völlig ohne Highlights daherkommen. Da es aber auch wieder einige sehr gute Lieder gibt, kann ich mich noch zu knappen acht Punkten durchringen.

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