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Sonata Arctica: The Collection 1999-2006

Ein absolutes Must - Have für alle Einsteiger
Wertung: 99/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 78:43
Release: 30.03.2007
Label: Spinefarm Records

Nach vier Alben, einer Live - DVD, einer Live - CD und etlichen EPs sowie Single - Veröffentlichungen ziehen die finnischen Vorzeige - Power Metaller von Sonata Arctica nun mit der Best Of - CD “The Collection 1999 - 2006” Bilanz unter ihr bis dato so erfolgreiches Schaffen als Band. Mit ca. 79 Minuten ist der Silberling auch bis zum Anschlag gefüllt, gefüllt mit überragenden Metalhymnen und wunderschönen Balladen, die allesamt dazu beigetragen haben, dass Sonata Arctica wohl zu den populärsten Vertretern ihres Genres gehören.

Wie auch mein Redaktionskollege Benjamin Verwold (nachzulesen in seinem Review zum 2004er Album „Reckoning Night“) fragte ich mich allerdings lange, was ich eigentlich an dieser Band finde, wenngleich ich den meisten Genrevertretern, die ebenfalls sehr fröhlich und eingängig agieren, absolut nichts abgewinnen kann. Nachdem „The Collection 1999 - 2006“ nun seit Wochen schon meinem CD - Player nicht mehr entkommt, hatte ich endlich die Erklärung, nach welcher ich schon lange suchte.

Es ist neben den herausragenden musikalischen Fähigkeiten auch die Sympathie, die diese Band ganz natürlich ausstrahlt und die Sonata Arctica so viel besser macht als (fast) alle anderen Bands in diesem Genre. Anstatt ausgelutschte Melodien zu präsentieren, die meistens instrumental sowie gesanglich unglaublich schwülstig dargeboten werden, wirkt diese Band auf jedem ihrer Alben frisch, unverwechselbar und vor allem ehrlich. Die Finnen drücken nicht pausenlos, möglichst pathetisch und theatralisch auf die Tränendrüsen, dass es einem ganz anders wird, sondern der Hörer erliegt chancenlos dem Charme dieser Band. Zu diesem trägt besonders Frontmann Tony Kakko mit seinem unverwechselbaren Gesang und seinem leicht gebrochenen Englisch bei. Hierzu kommen noch die wunderschönen, brillanten Keyboard- und Gitarrenpassagen, die einen Gesamtsound komplettieren, der in dieser Art und Weise absoluten Seltenheitswert hat. Deshalb sind Sonata Arctica auch keine Band, die nur von Genrefans geliebt wird, sondern Freunde unterschiedlichster Metalsounds anspricht.

Kommen wir aber zurück zum Best Of - Album „The Collection 1999 - 2006“. Besonders gelungen ist die Songauswahl, die nicht nur alle Schaffensperioden der Band abdeckt, sondern vielmehr alle grossen Hits der Band umfasst. Wer nun schon alle oder einen Grossteil der bisherigen Veröffentlichungen der Band im heimischen Regal stehen hat, der braucht „The Collection 1999 - 2006“ , um ganz ehrlich zu sein, nicht wirklich, denn ausser den beiden „My Land“ und „Replica“ Remakes aus dem Jahre 2006 (die Originale stammen vom Debüt „Ecliptica“), bietet das Best Of - Album dem Hörer nichts Unbekanntes. Absolute Neueinsteiger und diejenigen, die vielleicht nur ein Album der Band besitzen, kommen um „The Collection 1999 - 2006“ allerdings nicht herum. Ich empfehle die Best Of besonders im Paket mit der DVD „For The Sake Of Revenge“, obwohl mir persönlich die Studioaufnahmen noch ein wenig besser gefallen als die ebenfalls guten Livedarbietungen.

Hymnen der Marke „Victoria`s Secret“, „The Ruins Of My Life“, „Wolf & Raven“, „Ain‘t Your Fairytale“ oder „FullMoon“ gehören nicht nur in die Sammlung eines jeden Musikfans, sondern zeigen auch die musikalische Entwicklung der Band von einer jungen, aufstrebenden und talentierten Band hin zu absoluten Szenepionieren, die ihre Konkurrenz problemlos in den Schatten stellt. Diese Songs finden sofort den Weg in Eure Gehörgänge und nicht selten beobachtet man sich selbst beim lautstarken Mitsingen, zu dem diese Hits ohne Frage auch anregen.

Mit „Tallulah“ befindet sich auch die vielleicht beste (reine) Ballade der Band auf dem Silberling, die ebenfalls sofort ins Ohr geht und bereits nach Sekunden das Herz des Hörers in Angriff nimmt. Die beiden „Ecliptica“ - Remakes „My Land“ und „Replica“ sind ebenfalls zu loben, denn mit einem weitaus besseren Sound gesegnet, entfachen die beiden Song eine noch grössere Stimmung als die bereits grandiosen Originale. Besonders schön ist, dass man den Grundtenor der Songs nicht verändert hat, sondern die Remakes nur zeitgemäßere Versionen darstellen.

Auch meine beiden Favoriten haben es auf „The Collection 1999 - 2006“ geschafft. Die Rede ist hier von den beiden Übersongs „Don‘t Say A Word“ und „The Cage“. „Don‘t Say A Word“ ist ein treibender Song, der zu den epischsten der Band gehört und rein musikalisch manchmal an die frühen Tage von Nightwish erinnert. Dazu gehören ein unglaublicher Refrain und eine perfekte Gitarrenarbeit, die ihresgleichen suchen. „The Cage“ zeigt Sonata Arctica von ihrer fröhlichsten Seite. Mit starken Keyboardläufen und einem mitreissenden Gesang hat die Band hier einen wahren Song für die Ewigkeit geschaffen, der auch nach fast fünf Jahren immer noch Spaß wie am ersten Tag macht.

Schade ist nur, dass man „San Sebastian“ nicht in der ursprünglichen Version der „Successor“ EP geboten bekommt, sondern in der „Revisited“ - Version, die dem Hörer vom „Silence“ - Album bekannt sein könnte. Zwar unterscheiden beide Versionen sich nicht gravierend voneinander, doch gefiel mir erstere schon immer etwas besser, da die Gitarren hier mehr im Vordergrund stehen.

Im Booklet von “The Collection 1999 - 2006” findet man ausserdem kurze, aber durchaus interessante Linernotes, verfasst von Sänger Tony Kakko, der jeden Song kommentiert.

Fazit: “The Collection 1999 - 2006” ist ein absolutes Must - Have für alle Einsteiger und diejenigen, die noch nicht allzu viele Veröffentlichungen der Band besitzen. Diese sollten unbedingt Ausschau nach dieser Best Of - Compilation halten, deren Songauswahl eigentlich perfekt ist, da nahezu alle grossen Songs von Sonata Arctica vertreten sind. Mann, bin ich schon auf das neue Album “Unia” gespannt!

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